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Tausend und eine Nacht, Zweiter Band

Gustav Weil: Tausend und eine Nacht, Zweiter Band - Kapitel 25
Quellenangabe
typefairy
authorGustav Weil
translatorGustav Weil
year1984
titleTausend und eine Nacht, Zweiter Band
firstpub1838
isbn3-86070-308-0
senderhille@abc.de
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Geschichte Hatims aus dem Stamme Tai.

Man erzählt: Als Hatim der Taite starb, wurde er auf dem Gipfel eines Berges beerdigt, und man baute auf seinem Grab zwei Wasserbehälter mit steinernen Figuren, welche Mädchen mit herabfallenden Haaren vorstellten, und am Fuße des Berges floß ein Bach. Sooft Wanderer dort lagerten, hörten sie die ganze Nacht durch ein Geräusch und Gemurmel, und des Morgens sahen sie nichts als die steinernen Mädchen.

Eines Tages, als Dsul Kelaa, einer der Könige Himiars, seinen Stamm verließ und die Nacht auf diesem Grabmal zubrachte, sagte man ihm. »Das ist Hatims Grab, hier sind die zwei Behälter mit den steinernen Mädchen, und sooft Wanderer hier übernachten, vernehmen sie einen großen Lärm und großes Geschrei.« Der König sagte scherzend: »Nun, Hatim, diese Nacht sind wir deine Gäste, aber wisse auch, daß wir recht ausgehungert sind.« Er schlief hierauf ein wenig ein, erwachte aber bald wieder, rief seine Leute zu sich und bat sie, ihm sein Kamel zu bringen; aber das Kamel war so in Zuckungen verfallen, daß sie es schnell schlachten mußten, um es noch essen zu dürfen. Als sie Dsul Kelaa fragten, was das bedeute? sagte er ihnen: »Mein Auge war geschlossen und doch sah ich Hatim mit einem Schwert auf mich zukommen und hörte, wie er mir sagte: warum besuchst du mich, wenn ich nichts zu geben habe? Hierauf schlug er mein Kamel mit dem Schwert, und hättet ihr es nicht geschlachtet, so wäre es gestorbene Am folgenden Morgen bestieg Dsul Kelaa das Kamel eines seiner Freunde und nahm denselben hinter sich. Gegen Mittag begegnete ihnen jemand, der auf einem Kamel ritt und ein anderes an der Hand führte; sie fragten ihn: »Wer bist du?« Er antwortete: »Ich bin Adi, der Sohn Hatims; wo ist der König Dsul Kelaa?« Als man ihm den König zeigte, sagte Adi: »Nimm dieses Kamel statt des deinigen, das mein Vater für dich geschlachtet hat.« Der König fragte erstaunt: »Wer hat dir das gesagt?« Adi antwortete: »Mein Vater hat mich im Traum besucht und mir gesagt: sieh, Adi, der König Dsul Kelaa wollte mein Gast sein, da habe ich ihm sein Kamel geschlachtet, drum bringe du ihm jetzt ein anderes für seine Reise, denn ich habe nichts.« Der König nahm das Kamel, setzte darauf seine Reise fort und bewunderte Hatims Freigibigkeit selbst nach seinem Tode.

Hierauf begann Schehersad folgende Geschichte:

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