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Tarabas

Joseph Roth: Tarabas - Kapitel 1
Quellenangabe
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typefiction
authorJoseph Roth
titleTarabas
publisherKiepenheuer & Witsch
isbn3462016091
year1984
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
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Erster Teil: Die Prüfung

I

Im August des Jahres neunzehnhundertvierzehn lebte in New York ein junger Mann namens Nikolaus Tarabas. Er war der Staatsangehörigkeit nach Russe. Er entstammte einer jener Nationen, die damals noch der große Zar beherrschte und die man heute als »westliche Randvölker« bezeichnet.

Tarabas war der Sohn einer begüterten Familie. Er hatte in Petersburg die Technische Hochschule besucht. Weniger aus echter Gesinnung als infolge der ziellosen Leidenschaft seines jungen Herzens schloß er sich im dritten Semester seiner Studien einer revolutionären Gruppe an, die sich einige Zeit später an einem Bombenattentat gegen den Gouverneur von Cherson beteiligte. Tarabas und seine Kameraden kamen vors Gericht. Einige von ihnen wurden verurteilt, andere freigesprochen. Zu diesen gehörte Tarabas. Sein Vater verwies ihn von Haus und Hof und versprach ihm Geld für den Fall, daß er sich entschlösse, nach Amerika auszuwandern. Der junge Tarabas verließ die Heimat, unbesonnen, wie er zwei Jahre vorher Revolutionär geworden war. Er folgte der Neugier, dem Ruf der Ferne, sorglos und kräftig und voller Zuversicht auf ein »neues Leben«.

Allein schon zwei Monate nach seiner Ankunft in der großen, steinernen Stadt erwachte das Heimweh in ihm. Obwohl die Welt noch vor ihm lag, schien es ihm manchmal, sie läge hinter ihm bereits. Zuweilen fühlte er sich wie ein alter Mann, der sich nach einem verlorenen Leben sehnt und dem keine Zeit mehr bleibt, ein neues anzufangen. Also ließ er sich denn gehen, wie man sagt, machte keinerlei Versuche, sich an die neue Umgebung anzupassen und nach einem Unterhalt zu suchen. Er sehnte sich nach dem zartblauen Dunst seiner väterlichen Felder, den gefrorenen Schollen im Winter, dem unaufhörlich schmetternden Gesang der Lerchen im Sommer, dem süßlichen Duft bratender Kartoffeln auf herbstlichen Äckern, dem quakenden Lied der Frösche in den Sümpfen und dem scharfen Gewisper der Grillen auf den Wiesen. Das Heimweh trug Nikolaus Tarabas im Herzen. Er haßte New York, die hohen Häuser, die breiten Straßen und überhaupt alles, was Stein war. Und New York war eine steinerne Stadt.

Ein paar Monate nach seiner Ankunft hatte er Katharina kennengelernt, ein Mädchen aus Nischnij Nowgorod. Sie war Kellnerin in einer Bar. Tarabas liebte sie wie seine verlorene Heimat. Er konnte mit ihr sprechen, er durfte sie lieben, schmecken und riechen. Sie erinnerte ihn an die väterlichen Felder, an den heimischen Himmel, an den süßen Duft bratender Kartoffeln auf den herbstlichen Äckern der Heimat. Zwar stammte Katharina nicht aus seiner Gegend. Aber er verstand ihre Sprache. Sie begriff seine Launen und fügte sich ihnen. Sie milderte und verstärkte zugleich sein Heimweh. Sie sang die Lieder, die er auch in seiner Heimat gelernt hatte, und sie kannte Menschen genau von der Art, wie auch er sie kannte.

Er war eifersüchtig, wild und zärtlich, bereit, zu prügeln und zu küssen. Stundenlang trieb er sich in der Nähe der Bar herum, in der Katharina bedienstet war. Er saß oft lange an einem der Tische, die zu ihrem Rayon gehörten, beobachtete sie, die Kellner und die Gäste und ging manchmal in die Küche, um auch noch den Koch zu beobachten. Allmählich begann man, sich in der Anwesenheit Nikolaus Tarabas' unbehaglich zu fühlen. Der Wirt drohte, Katharina zu entlassen. Tarabas drohte, den Wirt zu erschlagen. Katharina bat ihren Freund, nicht mehr in die Bar zu kommen. Dahin aber trieb ihn immer wieder die Eifersucht. Eines Abends beging er eine Gewalttat, die den Lauf seines Lebens verändern sollte. Vorher aber geschah folgendes:

An einem schwülen Spätsommertag geriet er auf einen der fliegenden Jahrmärkte, die in New York nicht selten sind. Er ging, ohne bestimmtes Ziel, von einem Zelt zum andern. Gegen wertloses Porzellan schleuderte er sinnlos hölzerne Kugeln, mit Flinte, Pistole und altertümlichem Bogen schoß er auf törichte Figuren und versetzte sie in törichte Bewegung, auf zahlreichen Karussells ließ er sich rundum treiben, rittlings auf Pferden, Eseln und Kamelen, auf einem Kahn fuhr er durch Grotten voll mechanischer Gespenster und düster gurgelnder Gewässer, auf einer Berg- und Talbahn genoß er die Ängste jäher Auf- und Abwärtsbewegung, und in den Schreckenskammern betrachtete er grausame Anomalien der Natur, Geschlechtskrankheiten und berühmte Mörder. Er blieb schließlich vor der Bude einer Zigeunerin stehn, die das Schicksal der Menschen aus den Händen zu weissagen versprach. Er war abergläubisch. Er hatte bis jetzt viele Gelegenheiten wahrgenommen, einen Blick in die Zukunft zu tun, Kartenleger und Sterndeuter befragt und sich selbst mit allerhand Broschüren über Astrologie, Hypnose, Suggestion beschäftigt. Schimmel und Schornsteinfeger, Nonnen, Mönche und Geistliche, denen er begegnete, bestimmten seine Wege, die Richtung seiner Spaziergänge und seine geringfügigsten Entschlüsse. Alten Frauen wich er am Morgen sorgfältig aus, ebenso rothaarigen Menschen. Und Juden, die er zufällig am Sonntag traf, hielt er für sichere Unheilsbringer. Mit diesen Dingen füllte er einen großen Teil seiner Tage aus.

Auch vor dem Zelt der Zigeunerin blieb er stehn. Auf dem umgestülpten Faß, vor dem sie auf einem Schemel hockte, lagen allerhand Gegenstände, deren sie zu ihrer Zauberei bedurfte, eine gläserne Kugel, gefüllt mit einer grünen Flüssigkeit, eine gelbe Wachskerze, Spielkarten und ein Häufchen Silbermünzen, ein Stäbchen aus rostbraunem Holz und Sterne verschiedener Größe aus blinkendem Goldlack. Viele Menschen drängten sich vor der Bude der Wahrsagerin, aber keiner getraute sich, vor sie hinzutreten. Sie war jung, schön und gleichgültig. Sie schien nicht einmal die Menschen zu sehen. Sie hielt die braunen, beringten Hände gefaltet im Schoß und ihre Augen auf die Hände gesenkt. Unter ihrer grellroten, seidenen Bluse sah man den lebendigen Atem ihrer vollen Brust. Es zitterten sachte die großen, goldenen Taler ihrer schweren, dreimal um den Hals gelegten Kette. An den Ohren trug sie die gleichen Taler. Und es war, als ginge ein Klirren von all dem Metall aus, obwohl man in Wirklichkeit keinen Klang vernahm. Es war, als sei die Zigeunerin gar nicht darauf bedacht, bezahlte Mittlerin zwischen unheimlichen Gewalten und irdischen Wesen zu sein, sondern vielmehr eine der Mächte, die das Geschick der Menschen nicht deuten, sondern selbst bestimmen.

Tarabas zwängte sich durch die Menge, trat vor das Faß und streckte ohne ein Wort die Hand aus. Langsam hob die Zigeunerin die Augen. Sie sah Tarabas ins Gesicht, bis er, unsicher geworden, eine Bewegung machte, als wollte er die Hand zurückziehn. Nun erst griff die Zigeunerin nach ihr. Tarabas fühlte die Wärme der braunen Finger und die Kühle der silbernen Ringe auf seiner flachen Hand. Allmählich, sehr sanft, zog ihn die Frau zu sich herüber, über das Faß, so daß sein Ellenbogen die gläserne Kugel streifte, sein Gesicht ganz nahe vor dem ihren stand. Die Leute hinter ihm drängten näher, im Rücken fühlte er ihre Neugier. Es war, als stieße ihn diese ihre Neugier zur Wahrsagerin hinüber – und er wäre gerne über das Faß gestiegen, um endlich getrennt von den Menschen zu sein und allein mit der Zigeunerin. Er hatte Angst, sie könnte laut über ihn sprechen, was die anderen vernehmen würden – und schon wollte er sein Vorhaben aufgeben. »Haben Sie keine Angst«, sagte sie in der Sprache seiner Heimat, »keiner wird mich verstehen. Aber geben Sie mir zuerst zwei Dollar, und so, daß es die andern sehn! Viele werden dann weggehn.«

Er erschrak, weil sie seine Muttersprache erraten hatte. Sie nahm mit der Linken das Geld, hielt es eine Weile hoch, damit die Menschen es sähen, und legte es dann auf das Faß. Hierauf sagte sie in Tarabas' Muttersprache: »Sie sind sehr unglücklich, Herr! Ich lese in Ihrer Hand, daß Sie ein Mörder sind und ein Heiliger! Ein unglücklicheres Schicksal gibt es nicht auf dieser Welt. Sie werden sündigen und büßen – alles noch auf Erden.«

Dann ließ die Zigeunerin Tarabas' Hand frei. Sie senkte die Augen, verschränkte die Hände im Schoß und blieb unbeweglich. Tarabas wandte sich, um zu gehen. Die Leute machten ihm Platz, voller Hochschätzung vor einem Mann, der einer Zigeunerin zwei Dollar gegeben hatte. Die einzelnen Worte der Wahrsagerin steckten in seinem Gedächtnis, ohne Zusammenhang, er konnte sie wiederholen, so, wie sie ihm gesagt worden waren. Gleichgültig ging er zwischen Schieß- und Zauberbuden einher, kehrte um, beschloß, das Fest zu verlassen, dachte an Katharina, die er bald, wie gewohnt, abholen sollte, glaubte zu fühlen, daß sie ihm fremd geworden war, und wehrte sich gegen dieses Gefühl. Es war Ende August ... Der Himmel war bleiern und grau, ein schmaler Himmel aus Stein in schmalen Straßen, zwischen hohen, steinernen Häusern. Gewitter versprach man sich seit Tagen. Es kam nicht. Andere Gesetze herrschten in diesem Land, die Natur ließ sich von den praktischen Menschen dieses Landes bestimmen. Sie brauchten augenblicklich kein Gewitter. Tarabas sehnte sich nach einem Blitz, einem zackigen Blitz aus schweren Wolken, aus einem trächtigen, tief über weiten, goldenen Feldern hängenden Himmel. Es kam kein Gewitter. Tarabas verließ den Rummelplatz. Er ging zur Bar, zu Katharina. Er war also ein Mörder und ein Heiliger. Zu großen Dingen war er ausersehen.

Je näher er der Bar Katharinas kam, desto klarer wurde ihm auch, so glaubte er, der Sinn der Weissagung. Die Worte der Zigeunerin begannen, sich zu einer sinnvollen Kette aneinanderzureihen. Ich werde also – dachte Tarabas – zuerst ein Mörder werden und dann ein Heiliger. (Es war nicht möglich, dem Schicksal, das gewiß ohne Rücksicht auf Tarabas seine Fäden spann, gewissermaßen auf halbem Wege entgegenzukommen und also das Leben vom nächsten Augenblick an freiwillig zu verändern.)

Als Tarabas die Bar betrat, auf den ersten Blick unter den bedienenden Mädchen Katharina nicht traf und auf die Frage, wo sie sei, die Antwort erhielt, sie habe heute um einen freien Tag angesucht, auch die Erlaubnis hierzu erhalten und solle gegen neun Uhr abends zurückkommen, war er betroffen; und er sah bereits in diesem Vorfall den Anfang des Schicksals, das man ihm prophezeit hatte. Er setzte sich an einen Tisch und bestellte einen Gin bei der Kellnerin, der er als ein Freund Katharinas wohlbekannt war; und er verbarg seine Unrast hinter einer der üblichen witzigen Wendungen, die alte Stammgäste Kellnern gegenüber anzuwenden belieben. Da ihm aber die Zeit zu lang wurde, bestellte er nach dem ersten auch noch ein zweites und ein drittes Glas. Und da er von Natur ein schwacher Trinker war, verlor er bald den sichern Sinn für die Dinge dieser Welt und für die Umstände, in denen er sich befand, und begann, in überflüssiger Weise Lärm zu schlagen.

Hierauf trat der Wirt, ein kräftiger und wohlgefütterter Bursche, der Tarabas seit langem nicht mehr wohlgesinnt war, auf ihn zu und forderte ihn auf, die Bar zu verlassen. Tarabas fluchte, zahlte, verließ die Bar, blieb aber, zum Kummer des Wirtes, vor der Tür stehn, um Katharina zu erwarten. Ein paar Minuten später kam sie, das Angesicht gerötet, die Haare zerzaust, offenbar in höchster Eile, Angst in den Augen, und, wie es Tarabas schien, schöner als je zuvor. »Wo warst du?« fragte er. »Bei der Post«, sagte Katharina. »Es ist ein Brief gekommen, rekommandiert, ich mußte ihn holen, ich war nicht zu Haus, als der Briefträger kam. Der Vater ist krank. Er wird vielleicht sterben. Ich muß nach Hause! So schnell wie möglich! Kannst du mir helfen! Hast du Geld?«

Eifersüchtig und mißtrauisch versuchte Tarabas, im Auge, in der Stimme und im Angesicht seiner Geliebten eine Lüge und einen Betrug zu erkennen. Er sah sie mit forschender, vorwurfsvoller Wehmut lange an, und da sie, nunmehr völlig verwirrt, den Kopf senkte, sagte er – und schon kochte in ihm der Zorn –: »Du lügst also! Wo warst du wirklich?« Im gleichen Augenblick fiel ihm ein, daß heute Mittwoch war, ein Tag, an dem der Koch frei war – und sein Verdacht ergriff nun etwas Wirkliches, eine lebendige Gestalt. Schreckliche Bilder rollten blitzschnell durch Tarabas' Gehirn. Schon ballte er die Faust und stieß sie Katharina in die Rippen. Sie taumelte, verlor den Hut und ließ das Handtäschchen fallen. Dieses hob Tarabas hastig auf, durchwühlte es, fortwährend die Frage wiederholend, wo denn der Brief vom Vater sei. Der Brief fand sich nicht. »Ich muß ihn verloren haben! Ich war so aufgeregt!« lallte Katharina, und in ihren Augen standen große Tränen. »So, verloren!« brüllte Tarabas.

Schon wurden einige Passanten aufmerksam und blieben stehen. Jetzt trat der Wirt aus der Bar. Er legte den linken Arm zum Schutz um Katharina und schob sie hinter sich; den rechten streckte er gegen Tarabas und rief: »Machen Sie vor meinem Geschäft keinen Skandal! Scheren Sie sich weg! Ich verbiete Ihnen hier den Aufenthalt!« Tarabas erhob die Faust und ließ sie mitten in das Angesicht des Wirtes sausen. Ein winziger Blutstropfen zeigte sich an der breiten Nasenwurzel des Wirtes, floß die Wange hinunter, wurde ein schmaler, roter Streifen. Ein schöner Schlag, dachte Tarabas, sein Herz freute sich und füllte sich mit noch heißerem Grimm. Das Blut, das er vergossen hatte, entzündete seine Lust, noch mehr Blut zu sehn. Es war, als ob der Wirt erst in dem Augenblick, in dem sein Blut zu fließen begonnen hatte, sein wirklicher, großer Feind geworden wäre, der einzige Feind, den es im gewaltigen, steinernen New York gab. Als nun der Feind in die Tasche griff, nach einem Tuch suchend, das Blut zu trocknen, vermeinte Tarabas, der Wirt suche nach einer Waffe. Deshalb stürzte sich Tarabas auf ihn, biß sich mit gekrallten Händen an seinem Halse fest, würgte, bis der Wirt niederfiel, mit dem Kopf gegen die gläserne Tür der Bar. Ein ungeheuerlicher Lärm erfüllte Tarabas' Kopf. Das Splittern und Krachen des Glases, der dumpfe Aufschlag des feindlichen Körpers, der gemeinsame Schrei gaffender, belustigter und zugleich erschrockener Passanten, der Kellnerinnen und Gäste vereinigte sich zu einem Ozean aus schrecklichen Geräuschen. Mit dem Wirt zusammen, die Hände an dessen mächtigem Hals, war auch Tarabas hingefallen. Er fühlte des Wirtes gespannten muskulösen Bauch durch Rock und Weste. Der geöffnete Mund des Feindes zeigte den roten Rachen, den blaßgrauen Gaumen, darinnen sich die Zunge bewegte wie ein seltsames Tier, das blendende Weiß der kräftigen Zähne. Tarabas sah den perlenden Schaum an den Mundwinkeln, die bläulich angelaufenen Lippen, das aufwärtsgereckte Kinn. Eine unbekannte Faust faßte Tarabas plötzlich am Nacken, kniff ihn, würgte ihn, hob ihn hoch. Dem Schmerz und der Gewalt konnte er nicht widerstehen. Seine Faust wurde locker. Er sah sich nicht mehr um. Er sah überhaupt nichts mehr. Furcht erfüllte ihn plötzlich. Mit kräftigen Stößen zerteilte er die Menge, Lärm noch im Ohr, unbestimmten, riesigen Schrecken in der Brust. Mit großen Sprüngen setzte er über die Straße, Verfolger und Rufe und den schrillen Pfiff eines Polizisten hinter sich. Er lief. Er fühlte sich laufen. Er lief, als hätte er zehn Beine, eine großartige Kraft in Schenkeln und Füßen, die Freiheit vor Augen, den Tod im Rücken. In eine Seitenstraße lief er und warf einen Blick zurück. Kein Mensch mehr hinter ihm. Er rettete sich in ein dunkles Tor, kauerte hinter der Stiege, sah und hörte die Schar seiner Verfolger am Haus vorüberrennen. Leute kamen die Treppe herunter. Er hielt seinen Atem an. Eine Ewigkeit, so dünkte es ihn, hockte er still. – Es war wie in einem Grab. In einem Sarg hockte er. Ein Säugling jammerte irgendwo. Kinder schrien im Hof. Diese Stimmen beruhigten Tarabas. Er rückte das Hemd, den Anzug, die Krawatte zurecht. Er stand auf und ging sachte ans Haustor. Die Straße hatte ein gewöhnliches Aussehen. Tarabas verließ das Haus. Schon war der Abend da. Schon brannten die Laternen, und die Fenster der Läden waren schon hell erleuchtet.

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