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Tagebuch auf der Reise nach Italien

Franz Grillparzer: Tagebuch auf der Reise nach Italien - Kapitel 1
Quellenangabe
typereport
authorFranz Grillparzer
titleTagebuch auf der Reise nach Italien
booktitleReisetagebücher
publisherRütten & Loenig
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140827
projectid526bdb83
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24. März bis Ende Juli 1819

Ginselsdorf. Das Haus des Hieronymus Bonaparte. Er darf nur auf eine gewisse Weite sich davon entfernen. Die Besitzung ist herrlich. Traurige Herrlichkeit!

Theresienfeld. Für Invaliden nach einem bestimmten Plane von Maria Theresia angelegt. Zwischen jedem Hause ein Stück Feld. Vor Feuer ist man sicher, aber ungesellig muß der Ort machen und düster. Von einem Ende des Dorfes bis zum andern hat man eine halbe Stunde zu gehen, und wo sind die Menschen, die nur halb so weit gehen, um zu trösten und zu helfen?

Dort taucht Wiener Neustadt auf mit seinen zwei schwarzen Türmen. Diese wahrhaft gute und getreue Stadt der Östreicher. In diesen weiten Ebenen, von Bergen umkränzt, über die der greise Schneeberg herübersieht wie ein Ahnherr über seine Enkel, hier lagerte Kaiser Friedrichs Belagerungsheer, hier die Macht feindlicher Ungarn. – Friedrich der Streitbare – Andreas Baumkircher!

Hinter Wiener Neustadt, links auf den Bergen: Sebenstein, Sitz der Ritter von der roten Erde.

Glühen der Spitzen des Schneeberges, wie durchsichtig beim Untergang der Sonne. Wie ein feuerspeiender Berg.

Neukirchen. Ein ansehnlicher, altertümlicher Ort. Die Kirche mit Mauer und Schießscharten umgeben.

In der Nacht von Neukirchen nach Schottwien. Tiefes Dunkel, das aber doch rechts am Wege tiefe Schlüchte und schauerliche Abstürze, links wilde Felsen, mit Schnee bedeckt, gleich dem Wege erkennen läßt.

Die Marter der ersten, ohne Ausruhen und Schlaf durchreisten Nacht bedeckt alles übrige.

Der kalte, aber schöne Donnerstagmorgen bricht an. Das Märztal, das im Sommer herrlich sein muß; jetzt stand es noch unbelaubt und kahl, zum Teil noch mit Schnee bedeckt. Zwei alte Ritterburgen, die letzte das Stammschloß der Stubenberge.

In Prugg die Reiseroute geändert: statt über Klagenfurt nach Venedig, über Graz nach Triest. Schönheit des Murtales. Die Berge nehmen einen größern Charakter an und gleichen mehr denen in Salzburg. Ein Felsen von jenen schroffen, die über das linke Ufer der Mur herhängen, heißt der Jungfernsprung.

Gräz, herrlich umgeben, macht, wenn man aus den Bergen kommt, den Eindruck, als ob man zum Frieden käme aus dem Krieg. Der Schloßberg überragt es wie ein Beschützer. Die Stadt ist groß, die Gassen eng, das Pflaster schlecht. Ohne Aufenthalt die Pferde vorgespannt und fort im Dunkel.

Zweite Reisenacht. Schlecht gefahren, besser geschlafen. Vielleicht heilsame Wirkung der genommenen Hallersäure.

Freitags morgens früh Marburg. Schlechtes Frühstück.

Hier ändert sich das Land. Die schöne, freudige Gegend der deutschen Steirer hört auf, Wenden fangen an. Leibgürtel der Weiber. Anfang des Bettelns der Kinder. Gewaltsamer Sturm auf den Bergen vor Feistritz, der selbst unsern Wagen beschädigt.

Herrliches Tal gegen Gonobitz zu. Auffallende Ähnlichkeit der Lage von Cilly mit der von Salzburg, weniger was die Form der einzelnen Berge, als was den Charakter des Ganzen betrifft.

Cilly, artige Stadt. Links auf einem Berge das Schloß der alten Grafen. Ohne Aufenthalt fort nach St. Peter. Der Sturm von heute vormittag war nicht umsonst dagewesen. Gleich außer Cilly fielen Tropfen, die sich bald in einen entsetzlichen Platzregen verwandelten. Während desselben wechselten wir Pferde in St. Peter. Die Nacht brach herein, Regen und Dunkelheit ließen den unwilligen Postillon nur Schritt für Schritt fahren. Endlich, da wir unter diesen Umständen nicht hoffen konnten, während der Nacht unsere Reise viel zu fördern, kehrten wir in Franz in einem ziemlich schlechten Wirtshause bei sehr guten Menschen ein. Schlechtes Abendessen, nicht viel bessere Betten, aber seit sechs Stunden nichts gegessen und zwei Nächte gefahren, statt zu schlafen – Essen und Schlafen ging beides recht gut.

Samstag morgens nach St. Oswald. Die Gegend wird jetzt kahl und unansprechend, die Hütten im ganzen windischen Steiermark schlecht und schmutzig; das Volk sieht ärmlich aus, die Kinder laufen bettelnd halbe Meilen neben dem Wagen her. Nicht weit von Franz die Grenze von Krain.

Was uns als Regen gequält hatte, war hier in den Bergen Schnee gewesen, der alles umher bedeckte.

Endlich Laibach. Die Stadt sieht traurig und öde aus, ist es aber von inwendig weniger, als sie es von außen scheint. Schlechte Wirtshäuser, elendes Essen, endlich Abfahrt abends um fünf Uhr. Wir hatten bei unserer übereilten Abreise von Wien nur Pässe bis Venedig mitgenommen und hofften, in Laibach sie auf Rom ausdehnen lassen zu können. Unsere Hoffnung schlug fehl.

Die ganze Nacht hindurch reisten wir schnell und unausgesetzt in der größten Kälte durch die öde, mit Schnee überdeckte Gegend. Diese Fahrt ward noch dadurch unangenehmer gemacht, daß es dort herum, besonders bei Nacht, nicht allzu sicher zu reisen ist, welchem Gerüchte selbst der Polizeikommissär in Laibach, als ich ihn darum befragte, nicht ganz widersprechen konnte.

Als der ersehnte Morgen anbrach, waren wir über Planina, Adelsberg, Prewald hinaus, und Sessana, die letzte Station vor Triest, lag vor uns. Als ich zuerst vor der abnehmenden Dunkelheit um mich blicken konnte, war mir, als hätte mich ein Zauberer während der Nacht in ein weit entferntes Land versetzt. Da lag eine Wüste vor uns. Ein beinah ganz unbebauter, nur hier und da mit Kastanienbäumen, die ihr vertrocknetes Laub aus dem letzten Herbste ein trauriger Gewinn – in den gegenwärtigen Frühling herübergerettet hatten, standen vereinzelt da, zwischen ihnen verkrüppelte Maulbeerbäume, von Reben umzogen. Felsentrümmer bedeckten zahllos die Felder und schufen das Ganze zu einem steinernen Meere um. Es war, als hätte Gott hier gestanden, als er nach dem Falle der Menschen den Fluch über die Erde aussprach.

Allmählich, wie wir uns Triest näherten, merkten wir eine beträchtliche Veränderung des Klimas, die rauhe, kalte Luft ward milder, und alles schien uns anzukündigen, daß wir am Eingang Hesperiens ständen. Einige Landleute, die, bizarr braun und rot gekleidet, zu Pferde und zu Wagen uns begegneten, stimmten mit all dem überein und spannten unsere Erwartung so hoch, als es nach drei durchwachten Nächten, nach einem Kurierritt von achtzig Meilen immer möglich war. Endlich die Dogana von Optschina. – Ein Hügel! – Hinauf! – Ah! und da lag es vor uns weit und blau und hell, und es war das Meer. Ich sprang aus dem Wagen und lief hin, daß mein Reisegefährte mir zurief, achtzugeben, um nicht hinabzustürzen. Mich ergriff eine sonderbare Empfindung. Früher schon hatte ich mich aus Erzählungen überzeugt, daß der Anblick des Meeres mich bei weitem nicht mit dem Gefühl der Erhabenheit erfüllen würde, das es in der Phantasie in mir hervorbrachte, und ich hatte mich daher auf den wirklichen Anblick fast mehr gefürchtet als gefreut; ich fürchtete nämlich, um ein erhabenes Bild ärmer zu werden und nur ein richtigeres dafür zu erhalten – ein zweifelhafter Gewinn für einen Dichter. Und was ich vorher geahndet, traf wirklich zum Teil ein. Das Bild vom Meere in meiner Phantasie war allerdings mächtiger, gewaltiger gewesen als die Wirklichkeit, und doch fesselte mich der Eindruck so, daß ich mich kaum trennen konnte, ich hatte mir das Meer nämlich nicht so schön gedacht, nicht so unbeschreiblich schön. Wie es dalag, ein holdes Mittelbild zwischen einer grünen wallenden Wiese und dem ruhigen blauen Himmel, so weich anzuschauen, daß die Sprache kein Wort hat, es zu bezeichnen, so sanft und mild, das starre, ungebändigte Element, wie eine besänftigte Geliebte, die doppelt schön ist, wenn sie gezürnt hat und getobt, und nun doppelt hold den Teuern schmeichelnd und besänftigend umfängt – so hatte ich mir's nie gedacht, und darum überraschte und fesselte es mich im höchsten Grade. Einen eigentlich großen Anblick gewährt das Meer bei Triest nicht. Die Unermeßlichkeit, welche die Vorstellung des Meeres in der Vorstellung begleitet und sie zur erhabensten macht, die die sichtbare Welt hat, verschwindet hier ganz, da auf drei Seiten die Ufer sichtbar sind und auf der vierten, schrankenlosen, das Auge aus Wolken und Dünsten sich leicht auch ein Ufer bildet.

Überhaupt gewährt Triest, sowohl vom Berge herab, an dem es liegt, als von der Seeseite betrachtet, einen außerordentlich schönen Anblick. Das Meer in seiner Herrlichkeit, die zahllosen Masten der Schiffe, das Gewimmel von Menschen aller Kleidung und Sprache, alles ist ansprechend und neu. Einen besonders fremden Anblick gewährt es, mitten auf den Plätzen der Stadt bedeutende Meerschiffe in den Kanälen liegen zu sehen, deren Masten die umstehenden Häuser weit überragen.

Wir kehrten in der Locanda grande ein, und sobald ich ein wenig adjustiert und der aufgesetzte, unbeschreiblich elende Kaffee getrunken war, ging ich aus, die Stadt zu besehen. Wie fremd kam mir alles vor. Die Menschen wimmelten lebhaft untereinander – es war Sonntag –, alles schrie, statt zu reden, jubelte, statt zu lachen, sang und zankte, lief und rannte, wie es jedem eben beikam. Die sonderbaren Kleidungen der Boccheser, Albaneser usw., die recht jenen Eindruck machen, den die Griechen mit dem Ausdruck barbarisch bezeichnen, stachen sonderbar gegen den französischen und englischen Zuschnitt der Triester petits-maîtres und -maîtresses ab. Äußerst hübsch sind die Laden der Obstverkäufer, die sehr groß und so reich mit Äpfeln, Pomeranzen und getrockneten Früchten aller Art besetzt waren (andere Früchte hatte die frühe Jahreszeit noch nicht), daß sie wahrhaft Appetit erweckten. Ich ging in den Hafen auf den Molo. Mit den Schiffen ging es mir beinahe wie bei dem Meere. Jedes einzelne war kleiner, als meine Vorstellung davon gewesen war, aber alle zusammen, zu einem dichten Mastenwald vereinigt, erfreuten mich doch ungemein. Voran standen als Verteidiger und Führer der Herde ein paar Briggs, mit Kanonen und Soldaten besetzt, hinterher wimmelte das unzählbare Volk der Pieleghi, Trabaccoli, Barken usw., auf denen die Schiffsjungen ihr lustiges Wesen trieben und unter Singen und Schreien wie Maulwürfe aus dem Verdeck in die Kajüten und wieder zurück durch enge Öffnungen schlüpften.

Wir hatten den Plan gefaßt, uns in Triest nach Ancona einzuschiffen, um so noch vor der Karwoche in Rom zu sein, aber wie wurden unsere Plane vereitelt! Man verweigerte uns die Ausfertigung der Pässe, die wir in der Eile nur bis Venedig genommen hatten, und es blieb nichts übrig, als nach Venedig zu gehen und dort beim Gubernium unser Glück zu versuchen. Das Dampfboot, das von einem Orte zum andern geht, hatten wir versäumt; wir mieteten daher eine Barke, mit der wir morgen abends, wenn die Bonazza fortwährt oder wohl gar günstige frische Winde eintreten, nach Venedig abgehen wollen.

Gegen Abend ließen wir uns auf einer Barke im Golf spazierenfahren. Es war für mich ein ungemein erhebender Gedanke, das Adriatische Meer unter mir zu haben, und ich ließ mit Wonne die Wellen um meine hineingestreckte Hand spielen.

Die Sonne ging unter. Welch ein Schauspiel; auf dem Meere ruhend und darin eintauchend, entzündete sie dasselbe samt der Luft des Horizontes, und die beiden geschiedenen Elemente schienen sich vereinigt zu haben in das des Feuers. Ist die See schön, wenn die Morgen- oder Mittagsonne sie beleuchtet, so ist sie es noch unendliche Male mehr beim Untergange. Die Wellen haben ihr sanftes Grünlichblau abgelegt und spielen, von der Sonne schräg beleuchtet, in allen Farben des Regenbogens. Blau und rot und grün und golden schwamm es um uns her, und ich dachte mir, im Feenlande zu sein, bis die Sonne hinabgegangen war und die Herrlichkeit des Tages unterging in ein düsteres Grau. Geschaukelt von den durch den Abendwind etwas erregten Wellen, kehrten wir zurück, und ich ging heim, mich zu erholen von den Entzückungen, die mir die Natur, und von dem Verdruß, den mir die Menschen (oder vielmehr die Polizei) bereitet hatten.

Um halb acht Uhr ins Theater. Man gab die unter uns als Oper bekannte »Vestalin« als Schauspiel. Das Theater ist sehr groß, aber geschmacklos. Wenige Menschen waren versammelt, die aber Lärm machten für viele. Nach einer mittelmäßigen Musik, zu der die Musiker in drei Reihen aufgestellt waren, ging der Vorhang auf, und auf einem im modernen Stil gemalten Forum standen Licinius und Lucius mit mächtigen Backenbärten und in Sagums mit langen, bis an die Finger reichenden Ärmeln und schrien taktmäßig ihre Rollen ab, mit Bewegungen, die so waren, daß sie auf die Vermutung führten, man wolle die Alten nachahmen, die unter zwei Schauspielern die Deklamation und Aktion teilten; nur schien hier der Fehler obzuwalten, daß der Akteur immer später oder früher gestikulierte, als der Deklamator spräche, so abgeschmackt und unbedeutend war jede Bewegung. Der Console, Vater der Julia, entsetzlich. Es schien mir ausgemacht, daß die Schauspieler sich die italienischen Prediger zum Muster genommen hatten. Immer die Handbewegung, mit der drohend die Prediger ihre Lehren einschärfen, immer dasselbe schreiende Steigen der Stimme am Schlusse des Satzes, mit dem jene die Unbußfertigen zu Paaren zu treiben suchen. Julia: Sie schrie an den Stufen des Altars wie eine Nichtvestale, die man um ihren Verdienst betriegen will.

Im zweiten Akt kamen nach einem elenden Waffentanze Gladiatorspiele vor, in denen Licinius (!) den Preis gewann und von Julia bekränzt wurde. In den Spielen selbst rangen die Kämpfer wie die Schifferjungen auf den Gassen von Triest, sie warfen sich sieben-, achtmal hintereinander zu Boden, daß die kurzen Leibröcke über den Köpfen zusammenschlugen und das jubelnde Publikum über die auf sie gekehrten Hintern der Kämpfer außer sich vor Freude kam.

Jetzt ist's Nacht. Das Meer rauscht still unter meinen Fenstern. Auch der Mond ist untergegangen, und nur die Sterne schauen, sich spiegelnd, in die stille See. Die Schifferjungen singen mehrstimmige Gesänge, kunstlos und zum Teil mit gellenden Stimmen, aber so rein und harmonisch, daß man staunen muß. Eine oft wiederkehrende Diskantpassage klingt äußerst lieblich. Der Gesang hört auf, ich will es auch tun und schlafen gehn.

Montags abends schifften wir uns um acht Uhr während eines leichten Landwindes ein, der, wenn er anhielt, uns eine leidliche Reise versprach. Es war ein kleines Trabaccolo, einem Römer gehörig, das uns aufnahm. Wir betraten die Kajüte. Gott im Himmel, welch ein Ort! Höchstens sechs Fuß Länge und etwa fünf Fuß Höhe und Breite, dabei ein Teergestank zum Ersticken und zwei Betten, oder vielmehr Hundepolster, auf denen wir zwei Nächte zubringen sollten, denn der Wind, der bei unserer Abreise uns zu begünstigen schien, hörte bald ganz auf und beschränkte uns bloß auf den Gebrauch der Ruder, mit denen wir uns kaum von der Stelle bewegten. Wie unerträglich die Nacht in unserer Kajüte war, läßt sich mit Worten nicht beschreiben. Endlich brach der Morgen an. Taumelnd, schlaftrunken, die Eingeweide umgekehrt von dem unabläßlichen Schaukeln des Schiffes, trat ich aufs Verdeck und sah die majestätische Sonne hinter den Bergen von Istrien hervorsteigen, aber beinahe ohne Seelenerhebung, so sehr wird das Innere durch den Körper bestimmt. So ging es fort einen langweiligen Vormittag. Mein ganzes Leben wird es mir gegenwärtig bleiben, wie wir zur Mittagszeit uns alle auf Matten aufs Verdeck lagerten und nun, den Himmel über und die spielende See unter uns, das frugale Schiffermahl verzehrten in recht patriarchalischer Einfachheit. Endlich erhob sich ein Lüftchen. Alle Segel werden aufgespannt, und jetzt ist die Spitze von Friaul erreicht und mit ihr die Hälfte des Weges. Gegen Abend erblickten wir den Glockenturm von St. Markus in neblichter Ferne, aber eine neue Windstille ließ uns nicht hoffen, ihn so bald zu erreichen. Noch einmal mußten wir hinab in unser Gefängnis, und schlafend trug uns die Barke, wie den Ulyß in die Heimat, nach Venedig. Als wir erwachten und aufs Verdeck traten, lagen wir schon in den Lagunen, der Dogana gegenüber. Man hat oft den ersten Anblick von Venedig als so wunderbar beschrieben, ich habe es kaum so gefunden. Es hat zwar allerdings etwas Befremdendes, Häuser und Paläste gerade aus dem Meere heraufsteigen sehen, aber die Phantasie ersetzt leicht das fehlende Erdreich, und man glaubt eben einen breiten Fluß mit vielen Inseln vor sich zu sehen. Auch fehlt es in solcher Nähe, als ich beim Anbruch des Tages die Stadt bereits sah, dem Anblick an Einheit und Umfang; in einer größern Entfernung mag das anders sein. Der erste Eindruck, den Venedig auf mich machte, war befremdend, einengend, unangenehm. Diese morastigen Lagunen, diese stinkenden Kanäle, der Schmutz und das Geschrei des unverschämten, betrügerischen Volkes geben einen verdrießlichen Kontrast mit dem kaum verlassenen heitern Triest. Wenn man sich aber erst ein wenig erholt hat und den Totaleindruck dieser schwarzen Steinmassen gesondert auf sich einwirken läßt, dann wird man ebenso ergriffen, als man vorher verstimmt war. Es ist vielleicht kein Ort in der Welt, wo das Altertum (das des Mittelalters nämlich) mit solcher Lebendigkeit den Menschen anspräche. Rom ist tot, ein herrlicher Leichnam, aber Venedig regt sich noch und dehnt seine Riesenglieder zum unfreiwilligen Abschied aus dem Leben. Wer nicht sein Herz stärker klopfen fühlt, wenn er auf dem Markusplatze steht, der lasse sich begraben, denn er ist tot, unwiederbringlich tot. Dieser Palast des Doge, ein Bild der Republik und der Stadt, mit seinem unförmlichen Körper auf den Stützen wunderlicher Säulen und Bögen ruhend, vereinend die Starrheit in seinen ungefügen, unbeworfenen Wänden mit aller Zierlichkeit der Kunst in seinen Arkaden und Zinnen. Ich weiß nicht warum, aber mir fiel ein Krokodil ein, als ich ihn sah, obschon seine Form nicht die geringste Ähnlichkeit mit diesem Tiere hat. Was da beschlossen wird, denkt man, muß geheimnisvoll sein und klug und unerschütterlich und hart. Wie ein Rätsel sieht er aus, dieser Palast, und scheint Rätsel zu beherbergen. Auf der andern Seite die Prokuratien, schön, herrlich, aber sie gleichen andern Gebäuden, und andere Gebäude gleichen ihnen; hier wohnt das Sichtbare, in jener Höhle brütete das unsichtbare Prinzip, das sich nur bemerkbar machte durch seine Wirkungen. Als ich in der Nacht beim Mondschein in der Gondel diesen Palast hinum fuhr, bei den Staatsgefängnissen vorbei und nun in den durch Streiflichter manchmal unterbrochenen Schatten, welche diese Riesengebäude einander geheimnisvoll zuwerfen, der Ponte di sospiri über mir schwebte, über den die Staatsverbrecher einst aus dem Gefängnis zum Tode geführt wurden, da überfiel es mich mit Fieberschauer. Alle die Gewesenen und all die Verblichenen, all die Verfolger und Verfolgten, Mörder und Gemordete schienen aufzusteigen vor mir mit unverhüllten Häuptern. Auf dieser Brücke ging Marin Falieri, ging vor ihm und nach ihm so mancher dem Tode entgegen, und dort erwarteten sie Henker und Richter, die Menschenleiden nicht beben machten und ein Mord nicht zittern. Schaut hin, Unbeugsame, Starre, Unmenschliche! Das, wofür ihr gemordet habt und gerichtet, es ist nicht mehr. In Schutt liegt eure Größe, euren Abgott hat die Zeit verschlungen, eure Taten sind zur Fabel geworden und euer Streben zum Märchen. Über euren Gräbern wandelt eine entartete Menge, die bald den Namen vergessen wird, für den ihr starbt.

Noch einmal: Wer am Markusplatz sein Herz nicht schlagen fühlt, hat keines. Hier die drei Säulen mit den drei Kronen der drei Königreiche, die sich dienstbar nannten der stolzen Republik, dort die Pferde, Siegeszeichen aus dem eroberten Konstantinopel, und außer jenen zwei Säulen im Canal grande das Meer, das, gebändigt, statt zu grollen, schmeichelnd die Füße leckt der es beherrschenden Stadt. Steh auf aus dem Grabe, entschlafener Doge, und wirf deinen Ring hinab, deine Braut hat andere Bräutigame gefunden, seit du schläfst.

Man durchwandelt die Stadt; überall Größe, Stolz, Reichtum, Weltherrschaft. Palast an Palast, fast alle gleich gebaut. Zwei Eingänge, einer auf den Kanal, der andere ans Land. Im ersten Geschosse ein großer mit Marmor gepflasterter Saal, dessen eine Wand ganz aus Fenstern besteht, von außen mit Säulen geziert, wert, breitere Straßen zu zieren, alles düster, eng, streng. Diese Massen tragen den Charakter der Republik. Man möchte weinen, wenn man die Namen hört und die Reste sieht. Das Hotel all' Europe, wo ich wohnte, war einst das Haus der uralten Giustiniani, und in dem Saale, wo der alte Badoar seine Siegesfeste feierte, putzt der Bediente meine Schuhe und hängt meinen Rock dahin, wo sonst eroberte Fahnen hingen. Als ich in den Laden des Buchhändlers Fuchs trat, um nach etwas zu fragen, stand ich in dem Zimmer, wo Bianca Capello geboren ist; kurz, für einen, der ein Gemüt hat, gibt's keinen zweiten Ort wie Venedig.

Abends im Theater S. Simone, wo Oper war; der erste Akt vom »Barbiere di Seviglia« und der zweite der »Capriciosa«. Die Gesellschaft ist äußerst mittelmäßig, es sang jedoch eine Madame Fodor, die im Begriffe stand, nach Paris zu gehen, und die wirklich beinahe alles übertraf, was ich bis daher gehört hatte.

Wir haben Pässe erhalten und werden morgen nach Rom abgehen, drum schnell noch im Fluge kosten, da es zum Genießen zu kurz ist.

Donnerstag, am 31. Ich war auf dem Torre di S. Marco. Ein herrlicher Überblick. Die Stadt liegt vor dem Blicke wie ein geöffneter Bienenstock voll summender Bienen (Drohnen?) und voll Zellen, aber der Honig ist ausgenommen.

Ponte Rialto. Schön ist die Brücke nicht, wenngleich von Marmor, aber grandios, wie alles in Venedig.

Meine Gedanken drehten sich, solange ich in dieser Stadt bin, immer um den Palast S. Marco; ich ging daher hin, ihn von innen zu besehen. Gerichtsbehörden und Stellen haben darin ihren Wohnsitz aufgeschlagen und treiben darin ihr Wesen, als ob es so sein müßte. Die Leute müssen sich offenbar nicht vor Gespenstern fürchten, sonst könnten sie nicht in diesen Sälen ihr Handwerk ausüben. In der Sala dei dieci hält der Appellationshof seine Sitzungen, und die toten Doges sehn von den Wänden herab, lebendiger als die lebenden Appellationsräte. Der Ratssaal des Doge ernst und würdig, die Sitze mit rotem, am Rande vergoldetem Leder beschlagen. Die Sala dei Pregadi macht eine außerordentliche Wirkung mit ihren schwarzen Tribünen und Sitzen. Hier ward der Untergang der Republik entschieden, zwischen entarteten Nobilis und ein paar Adjutanten Bonapartes. Alle diese Zimmer sind mit unaussprechlich schönen Gemälden, vorzüglich von Paul Veronese, Tizian und Tintoret, verziert, die Gegenstände teils aus der heiligen, teils aus der venezianischen Geschichte genommen. Vorzüglich schön fand ich eine Verlobung der heiligen Katharina und eine Europa, beide, glaube ich, von Veronese.

Der Saal der Bibliothek von S. Marco zeichnet sich vorzüglich durch seine Gemälde aus der venezianischen Geschichte von den berühmtesten Meistern, durch das Paradies von Tintoret und durch eine Suite von Porträts aller venezianischen Doges aus. Erschütternd ist die schwarze Decke, die an der Stelle des Porträts von Marin Falieri hingemalt ist, mit den Worten: Hic locus Marini Falieri, occise propter peccata. Das Paradies von Tintoret kann mir nicht recht gefallen. Es wimmelt von Figuren, die kaum ein Ganzes ausmachen, auch kam mir die Verteilung der dunkeln und lichten Tinten widerlich vor. Die historischen Gemälde sind größtenteils vortrefflich. Ich danke Gott, daß ich kein Venezianer bin, der Anblick dieses Saales und dieses Palastes könnte einen wahnsinnig machen. Von den Antiken, unter denen eine Danae und ein Ganymed die berühmtesten sind, konnte ich dem letztern keinen Geschmack abgewinnen. Gewiß ist er aus keiner guten Zeit der Kunst, denn abgesehen von der geringen Reinheit der Form und der Ausdrucklosigkeit des Gesichts ist auch die Idee, einen fliegenden Adler mit einem Jungen in den Klauen darzustellen, der also, als fliegend, nicht aufgestellt, sondern aufgehangen werden muß, der guten Zeit der Kunst unwürdig und vielleicht ohne Beispiel im Altertum. Die Leda hat einen außerordentlichen, beinahe malerischen Ausdruck. Ob Correggio diese Statue gekannt hat, da er seine Leda malte? Stellung und Ausdruck haben viel Ähnliches.

Endlich die Stunde der Abreise. Nicht als ob Venedig mich nicht festgehalten hätte mit seinen Herrlichkeiten, im Gegenteile zweifle ich, ob ich je etwas sehen werde, was ich ihnen an die Seite stellen könnte, aber der Zweck meiner Reise war denn doch Rom und die nächste Absicht, noch in der Osterwoche dort zu sein, daher war mir jede Stunde der Verzögerung eine Marter.

Endlich eingepackt, die Gondel bestiegen und verlassen die Meeresbraut mit all ihrem Schmucke.

Mit einbrechender Nacht erreichten wir Fusina, und wieder einmal festen Boden unter den Füßen, bestiegen wir freudig die vorausgesandte Kutsche zur weitern Pilgerschaft.

Nacht verhüllte rechts und links die Gegenden ringsumher, was uns um so mehr leid tat, als wir in Venedig gar manches von den Schönheiten der Ufer der Brenta, an denen wir jetzt fuhren, gehört hatten und herrliche Landhäuser, deren neblichte Umrisse majestätisch durch das Dunkel drangen, jene Sage in reichem Maße bestätigten.

Wie traurig, daß wir alle diese Gegenden durchfliegen mußten, die allein eine eigene Reise verdient hätten.

Endlich kündigte eine dunkel vor uns liegende Häusermasse eine Stadt an; es war Padua, das alte, berühmte Padua mit seinem Dom, mit seiner hohen Schule in all seiner historischen Merkwürdigkeit. Aber wir mußten vorüber, nur im Vorbeifliegen sahen wir die wahrhaft herrliche Domkirche, vermuteten an einem großen, mit Arkaden gezierten Gebäude die Universität gesehen zu haben, und wieder fort, mit frischen Pferden.

Noch in der Nacht passierten wir Monselice; endlich brach der Tag an, eben als Rovigo vor uns lag. Ich schaute um mich her und schaute wieder, aber es war kein Traum. Schien es doch, als ob die Welt der Märchen wiedergekehrt wäre und irgendein wohltätiger Zauberer uns in der Nacht in einen andern Weltteil geführt hätte. Auf unserer Reise bis Triest fanden wir überall noch Schnee und Winter; die See, das ἀλς ἀτϱύγητος, bot kein Grün als das ihres Wassers, in Venedig sproßt und grünt nichts, selbst keine Bäume; nach der Überfahrt über die Lagunen fanden wir das Land schon in Nacht verhüllt, wir befanden uns daher mit unsern Gedanken noch im Winter, und wenn wir auch glaubten, manches weiter vorgerückt zu sehen, als in den Gegenden, die wir verlassen, so konnte doch der Unterschied, Zeit und Entfernung betrachtet, unserer Meinung nach nicht so groß sein. Nun stellte sich uns aber mit einemmal eine ganz andere Welt dar. Grüne Felder, von lebendigen Zäunen umfangen, mit Feigen- und Maulbeerbäumen besetzt, an denen sich festonartig Weinreben fortwanden; mit einem Worte, wir waren in Italien angelangt. Man schilt die Italiener faul; hier herum sind sie's gewiß nicht. Man sehe diesen fortlaufenden Garten und urteile.

Mit dem fremden Lande stimmten auch die fremdartigen Menschen überein. Jede Spur von Deutschheit war von hier an verschwunden. In übergeschlagene Mäntel eingehüllt, den breitgekrämpten Hut in die Augen gedrückt, schritten die Menschen auf der Straße einher oder fuhren auf Kariolen mit zwei Rädern, die fast wie Schlafsessel aussahen und pfeilschnell dahinflogen, oder ritten, meistens auf Maultieren oder Eseln, welches letztere auf uns Deutsche einen besonders komischen Eindruck macht, zumal wenn die Esel klein sind und die Beine des stämmigen Reiters beinahe auf der Erde nachschleppen. In Rovigo kehrten wir zuerst in einem Wirtshause auf echt italienische Weise ein. Luftige Zimmer, mit Ziegelsteinen gepflastert, zweischläfrige Betten, Kamin statt des Ofens, Fenster und Türen verwahrlost. Zum Frühstück: Frittata in Öl gebacken, mit geriebenem Käse bestreut, süßlichen Landwein, elendes, schlechtgebackenes Brot mit Käse, zum Beschluß getrocknete Feigen.

Nun ging es fort von Rovigo nach Polesella mit vortrefflichen Postpferden durch schöne grünende Wiesen und Felder. Endlich zeigte sich von ferne ein Gewässer, es war der Po, der hier die Grenze zwischen dem venezianischen und päpstlichen Gebiete macht. Mit klopfendem Herzen betrat ich die Fähre, die bei Ponte di Lago Scuro uns und unsern Wagen ans jenseitige Ufer brachte; obschon noch so fern von Rom, betraten wir doch nun zum ersten Male das Gebiet, das demselben Herrn gehorcht. Am jenseitigen Ufer wimmelte alles von Menschen. Weiber, die wuschen, Zollbeamte und Fuhrleute, die fluchten und schrien, dazwischen schwarze Schweine und Esel, die ohne Führer frei herumgingen, ihr Futter zu suchen, und die bei ihrer Menge einem manchmal glauben machten, man sei in Swifts Lande der Houyhnhnms angelangt. Auch an päpstlichen Soldaten fehlte es nicht, die, ganz hübsch montiert, viel besser aussahen, als ich sie mir vorgestellt hatte und das Pax auf den ringsherum hängenden päpstlichen Wappenschildern zu erfordern schien. Die Zollbeamten waren so höflich, als man es nur irgend wünschen kann, und ein Korporal der päpstlichen Soldaten schlug hochherzig ein Dreipaolistück aus, das ich ihm für seine Mühwaltung bei Untersuchung der Pässe anbot. Ich weiß nicht, entstand dieses Ablehnen aus wirklicher Großmut, oder genierte er sich vor den Beamten, die ringsherum standen, so viel ist gewiß, daß ich etwas Ähnliches in ganz Italien weder beim Militär noch Zivil erlebt habe.

Während des Umspannens unterhielt ich mich mit einem engelschönen Kinde, das mich angenehm erinnerte, daß ich mich dem Lande näherte, wo Raffael die Urbilder zu seinen Madonnen und Christuskindern gefunden hatte.

Hier hatten wir zum ersten Male Gelegenheit, uns von der Vortrefflichkeit der römischen Posten zu überzeugen. Schon im Venezianischen waren wir, in Vergleich mit den deutschen Posten, herrlich gefahren, aber wie man im Römischen dahinfliegt, davon hat man keine Vorstellung. Der Postillon sitzt nie auf dem Kutschsitze, sondern reitet, auch bei zwei Pferden, beständig. Von da herab setzt er mit einer kurzen Peitsche und unter fortwährendem aufmunterndem Geschrei den Tieren unaufhörlich zu, so daß wir einmal, aus Mitleid mit den Pferden und aus Besorgnis, den Wagen zu zerbrechen, den Postillon auffordern mußten, langsamer zu fahren. Immer geht's in Galopp oder wenigstens in scharfem Trab. So angenehm das übrigens für den Reisenden ist, so gereicht der Grund dieses Eilens den römischen Postknechten eben nicht zur Ehre. Es ist nämlich nur auf das Trinkgeld abgesehen. Um einen Paolo mehr zu erhaschen, martert der Kerl seine Pferde, daß man Mitleid mit ihnen haben muß, indes der deutsche Postillon seinen letzten Bissen Brot mit seinen Tieren teilt und durch kein Trinkgeld vermocht werden könnte, sie in Gefahr zu setzen.

Die Schönheit der Gegend von Ferrara ist unbeschreiblich. Überall Wiesengrün und Blütenrot und Weiß, dabei die herrliche, gepflasterte Landstraße. Man fühlt sich sehr glücklich da. Das Schloß, groß und altertümlich, voll Spuren ehemaliger Pracht, ist dasselbe, in dem Tasso lange lebte, liebte und litt. Ich fragte mehrere Personen nach dem Gefängnisse, in dem er gesessen und das noch zu sehen sein soll, aber niemand wollte etwas davon wissen. Einer meinte sogar, ich irre; nicht Tasso, Ariost sei der Gefangene gewesen, den eigentlichen Ort aber wisse er nicht. Ich muß zur Ehre Italiens bekennen, daß mir eine ähnliche Unwissenheit einheimischer Denkwürdigkeiten in dem ganzen Lande nicht wieder vorgekommen ist. Das Mittagmahl, das wir hier einnahmen, zeichnete sich durch Ungenießbarkeit von allen bisher genommenen aus, was in der Tat viel sagen will. Nicht einmal der Kalbsbraten, an dem ich mich entschädigen wollte, war zu essen. Man hatte ihn nämlich mit Rosmarin gespickt, und man hätte ihn fast als Brechmittel gebrauchen können. Die Kaufleute in Ferrara brachten uns übrigens keine sehr vorteilhafte Meinung von der Gefälligkeit der Einwohner bei. Wir wollten zu unserm Reisegebrauche hier römische Münze einwechseln, aber trotzdem daß der Maire, an den wir adressiert waren, sich alle Mühe gab, wollte keiner der häufigen Wechsler sich zu der kleinen Gefälligkeit bequemen! Am Eingange des Schlosses stand ein Soldat in päpstlicher Uniform, der sich durch erbärmliche Haltung besonders auffallend machte. Der Maire, der mein Erstaunen bemerkte, versicherte, daß diese Soldaten nur auf den Tag aufgenommen würden, daher man sich über ihr schlechtes Aussehen nicht wundern müsse. Mir deuchte der Grund beinahe noch wunderlicher als die Sache selbst.

Die nächsten Stationen, Malalbergo und Capo d'Argine, zeichnen sich durch nichts als durch ihre geringe Fruchtbarkeit, verglichen mit der Gegend vor Ferrara, aus.

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