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Sündenfälle. Feuilletons

Victor Auburtin: Sündenfälle. Feuilletons - Kapitel 92
Quellenangabe
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typenarrative
authorVictor Auburtin
titleSündenfälle. Feuilletons
publisherRütten und Loening
editorHeinz Knobloch
year1970
isbn3-7466-6061-0-1
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Die schlanke Hure

Als der Oberlehrer Schrader mit seiner Frau in Hamburg über den Jungfernstieg kam und als die schlanke Hure vor ihnen herging, hatte er einen brillanten Einfall.

»Paß einmal auf«, sagte er zu seiner Frau, »paß einmal auf, Emilie, ich werde dir zeigen, wie schnell diese gemeinen Geschöpfe mit einigen Worten zu gewinnen sind.«

Und geschwind sprang er vor und redete die schlanke Hure an. Spaßeshalber.

Die schlanke Hure hörte ihm eine Weile ruhig zu; dann verstand sie, daß er sie nur so seiner Frau vorführen wollte. Und da hieb sie ihm eine Ohrfeige rechts herunter.

Tief gekränkt wandte sich der Oberlehrer Schrader zu seiner Frau zurück, um ihr sein Leid zu klagen. Die aber sah ihn einen Augenblick an, dann hieb sie ihm eine zweite Ohrfeige links herein.

Seit der Zeit ist der Oberlehrer Schrader um eine Weisheit reicher und pflegt allabendlich am Stammtisch mindestens dreimal folgendes zu äußern: »Das eine weiß ich gewiß; man kann es nun machen, wie man will, man wird es doch keinem recht machen.«

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