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Sündenfälle. Feuilletons

Victor Auburtin: Sündenfälle. Feuilletons - Kapitel 19
Quellenangabe
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typenarrative
authorVictor Auburtin
titleSündenfälle. Feuilletons
publisherRütten und Loening
editorHeinz Knobloch
year1970
isbn3-7466-6061-0-1
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Theater

10. Oktober 1917. Der Theaterdirektor schreibt an den Dichter: »Lieber Doktor! Schicken Sie mir doch bei Gelegenheit Ihr Drama ›Die Flöte der Sappho‹. Ich habe dieses Stück vor Jahren gelesen, und sein vornehmer Stil ist mir aufgefallen. Gerade solche Werke möchte ich auf meiner Bühne aufführen, die sich, wie Sie wissen, die Pflege der großen literarischen Überlieferung zur Aufgabe gemacht hat.«

11. Oktober 1917, 5 Uhr nachmittags. Der Dichter empfängt diesen Brief des Theaterdirektors.

11. Oktober, 5 Uhr 15 Minuten nachmittags. Der Dichter steht im Hauptpostamt, wo er sein Stück »Die Flöte der Sappho« expreß und eingeschrieben aufgibt.

11. Oktober 1917, 11 Uhr nachts. Der Dichter ist voll wie eine Kanone. Er hat mit seinen Freunden auf den Erfolg der »Flöte der Sappho« getrunken und alle zu der Erstaufführung eingeladen.

8. September 1919. Der Dichter schreibt an den Theaterdirektor: »Hochzuverehrender Herr Direktor! Darf ich mir erlauben, mich nach dem Schicksal meiner ›Flöte der Sappho‹ zu erkundigen, die ich Ihnen vor ungefähr zwei Jahren eingesandt habe. Selbstverständlich wage ich nicht, Sie zur Eile zu drängen oder Ihre Entschließung zu beeinflussen. Aber da Sie selbst die Güte hatten, das Werk von mir einzufordern, möchte ich gern Ihr Urteil darüber hören.«

2. November 1922. Der Sekretär des Theaterdirektors schreibt dem Dichter: »Sehr geehrter Herr Doktor! Wir haben Ihre ›Flöte der Sappho‹ gelesen, und hat dieselbe einen wahrhaft unauslöschlichen Eindruck auf uns gemacht. Leider können wir uns nicht der Erkenntnis verschließen, daß der Stil des Stückes etwas veraltet ist. Die Sprache der Gegenwart fordert leidenschaftlichere und ekstatische Akzente, und unsere Bühne ist verpflichtet, mit ihrer Zeit zu gehen. Noch vor einem Jahre hätten wir dieses Stück aufführen können. Jetzt scheint uns der rechte Augenblick verpaßt.«

3. November 1922. Der Dichter erhält dieses Schreiben nebst dem Manuskript der »Flöte der Sappho«. Da er inzwischen Mitinhaber der Gesellschaft zur Herstellung künstlichen Limburger Käses G.m.b.H. geworden ist, kann ihm die Sache jetzt gleichgültig sein.

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