Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Victor Auburtin >

Sündenfälle. Feuilletons

Victor Auburtin: Sündenfälle. Feuilletons - Kapitel 14
Quellenangabe
pfad/aubertin/feuillet/feuillet.xml
typenarrative
authorVictor Auburtin
titleSündenfälle. Feuilletons
publisherRütten und Loening
editorHeinz Knobloch
year1970
isbn3-7466-6061-0-1
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110428
projectidc12e89c6
Schließen

Navigation:

Das Trajansforum

Solche deutsche Literaten haben Bücher und Komödien über den Kaiser Napoleon geschrieben; darin haben sie gezeigt, wie dieser Mann doch eigentlich ein rechter Trottel und Weiberknecht gewesen sei. Daß er seine Schlachten, strenggenommen, verloren, daß er alles nur der Josephine wegen getan habe und daß er den Schinken mit den Fingern zu essen pflegte, das beweisen diese deutschen Literaten. Denn sie sind Literaten von der verwegenen Art und nehmen kein Blatt vor den Mund.

Nun muß ich sagen, daß ich einmal in Rom am Trajansforum war und dort eine große, gestürzte Granitsäule an der Straße liegen sah. Es war eine mächtige Säule, die einst das luftige Dach eines Heidentempels getragen haben muß und die nun umgeworfen an der Straße lag. Ganz umgeworfen, mit dem Haupt im Staube. Sie lag sehr bequem da, und ein Hündchen kam des Weges einher, beschnupperte sie, hob das Bein und bepinkelte sie frohen Mutes gerade da, wo einst ihre Spitze gewesen war. In Rom am Trajansforum.

Und wenn ich nun so ein modernes Literatenbuch über Napoleon lese, so weiß ich nicht, wie das zusammenhängt: aber immer muß ich dann an jene gestürzte Tempelsäule denken und an jenes pinkelnde Hündchen.

 << Kapitel 13  Kapitel 15 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.