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Sündenfälle. Feuilletons

Victor Auburtin: Sündenfälle. Feuilletons - Kapitel 130
Quellenangabe
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typenarrative
authorVictor Auburtin
titleSündenfälle. Feuilletons
publisherRütten und Loening
editorHeinz Knobloch
year1970
isbn3-7466-6061-0-1
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110428
projectidc12e89c6
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Bücherbesprechungen

Die Damen haben bisher sehr hohe Absätze unter ihren Schuhen getragen; das ist allgemein bekannt. Und ebenso bekannt muß sein, daß dieser hohe Absatz den Moralphilosophen stets ein Dorn im Auge gewesen ist.

Die Moralphilosophen schrieben Artikel, in denen sie erklärten, der hohe Absatz sei wider die Natur und deshalb gesundheitsschädlich; auch verstoße er gegen die Gesetze der Schönheit. Denn die Moralphilosophen nehmen es sehr genau mit den Gesetzen der Schönheit; sie selber tragen meistens Zelluloidkragen.

Nun ist der hohe Absatz etwas aus der Mode, und die Damen beginnen, auf niedrigen Schuhen herumzulaufen. Und kaum hat sich dieser Umschwung vollzogen, so kommt ein amerikanischer Gelehrter und erklärt, es sei schade um die hohen Absätze.

Dieser amerikanische Gelehrte hat ein Buch über die weiblichen Beine geschrieben. Darin entwickelt er folgende Theorie: Der hohe Absatz zwingt die Damen, auf den Fußspitzen zu laufen; diese Art der Fortbewegung aber entwickelt die Muskulatur und gibt gerade den edelsten Partien des weiblichen Körpers die erwünschte Form: nämlich der Wade, die vielen als das Beste erscheint, und dem weiblichen Gesäß, das wiederum anderen Kennern am Herzen liegt.

Der Beweis für die Wahrheit dieser Theorie aber ist die Tatsache, daß die Städterin auf ihren Absatzschuhen schöner gewachsen ist als die Dorfmagd in ihren Pantinen ...

Ich habe das Buch des amerikanischen Gelehrten nicht selber gelesen, denn er hat es mir nicht eingesandt. Hätte er es mir eingesandt, so wäre es mir ein Vergnügen gewesen, eine Besprechung darüber zu schreiben. Aber das ist ja mein Unglück: solche Bücher werden mir nie zur Besprechung eingeschickt. Das Buch, das ich gerade jetzt besprechen muß, heißt »Geschichte der evangelischen Kirche in der Dobrudscha«.

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