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Studentenbeichten

Otto Julius Bierbaum: Studentenbeichten - Kapitel 6
Quellenangabe
typenarrative
authorOtto Julius Bierbaum
titleStudentenbeichten
publisherSchuster & Loeffler
volume2
printrunErstes Tausend
year1897
firstpub1893
correctorhille@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20060219
modified20180502
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Zwei Äpfel

Dicht unter dem senkrecht aufsteigenden Ansatze des schönen Wendelzuges, der den großen Wein- und Obstgarten des Über-Etsch wie eine Riesenmauer gegen Westen abgrenzt, liegt glücklich abgeschieden von allen Touristenstraßen das kleine Dorf Perdonig. Es ist so wenig auf Fremdenbesuch eingerichtet, daß man in seinem Gasthofe nicht einmal immer Brot erhalten kann, und der Expositurpriester, der dort oben in der Kirche selber wohnt, denn Kirche und Pfarrhaus stehen unter einem Dache, ist ein lebendiger Beweis dafür, daß es auch andere Kleriker giebt, als die auf Eduard Grützners grinsenden Gemälden pfarrherrlicher Wohlbeleibtheit und Wohllebigkeit.

Und gerade darum, weil dieses Dorf und seine Umgebung so sehr von den üppigen Reizen der Eppaner Landschaft abstechen, führe ich meine Freunde, wenn sie mich besuchen, gerne dort hinauf. Nach den unabsehbaren Weinleiten des ältesten Landes deutscher Rebkultur sieht man mit Vergnügen auch wieder einmal Äcker und Wiesen. Aber es kommt noch etwas hinzu. Steigt man nämlich zu den Ruinen der alten romanischen Kirche Perdonigs empor, so gewinnt man von einem Vorsprung des Berges aus einen ganz einzigartigen Blick: Meran und Bozen, die man sonst nur von viel größeren Höhen gleichzeitig sehen kann, liegen als Endpunkte eines lang hingebreiteten wunderbar schönen Landschaftbildes vor Einem. Es ist ein Bild, das im ästhetischen Sinne gleichzeitig groß und intim ist; ich wünschte wohl, daß ich imstande wäre, es zu malen. Mit Worten kommt man da nicht aus.

Noch immer, wenn ich Jemand da hinaufführte, lohnte mich ein Ausruf des Entzückens, und, wie das schon so ist: dieser Ausdruck thut mir immer so wohl, als wenn ich ein Verdienst an der Schönheit dieses Bildes hätte; den ganzen Weg über freue ich mich schon auf den Augenblick, da ich ihn einheimsen werde.

Da war ich nun kürzlich recht ernüchtert, als mein Freund Franz, dem ich als Privatdozenten der Kunstgeschichte eigentlich eine besonders lebhafte Ergriffenheit zugetraut hatte, erst gar nichts sagte und dann, während er seine Blicke immer links in Meran ließ, die merkwürdige Frage that:

– Sag mal, hast du Calville-Äpfel in deinem Garten?

– Nein, aber meine Tante hat einen Gummibaum in ihrer guten Stube, antwortete ich etwas ärgerlich.

Da lachte er:

– Ach so, du wunderst dich natürlich, wie ich hier auf so eine Frage komme. Sie ist mir auch wahrhaftig nur so herausgefahren. Du mußt nämlich wissen: Ich brauche Meran gar nicht, wie hier in dieser herrlichen Landschaft (na endlich! dacht ich mir) zu sehen, ich brauche nur das Wort Meran zu lesen, ja manchmal genügt schon ein großes M, und ich sehe zwei Calville-Äpfel vor mir, zwei große gelbe Calville-Äpfel mit diesen schönen scharfen Einkerbungen, die diesem Apfel so etwas Vornehmes, Extraes geben.

– Sonderbar! Höchst sonderbar! Du mußt in Meran zwei solcher Äpfel von ganz besonderer Güte erlebt haben, und zwar nicht blos als Äpfel an sich, sondern in einer verteufelt innigen Beziehung zu irgend etwas anderem, das auch nicht ohne war. Ich ahne ein Erotikon.

– Du bist ein gewaltiger Ahner und Zeichendeuter, und du hast recht. Ja, – die beiden Äpfel . . .

– Also: genier dich nicht und erzähle!

– Ja du lieber Gott, da ist eigentlich nicht viel zu erzählen. Du mußt nicht denken, daß ein Roman für dich abfällt.

– Ich bin schon mit einer Novelle zufrieden.

– Es ist auch keine Novelle . . . d. h. ich weiß nicht recht, was man heute eine Novelle nennt.

– Ich auch nicht, und übrigens bleibt sich das ganz egal. »Nenn's Gott, nenn's Liebe!« – wenn's nur gut ist.

– Gut war's. Wenigstens für mich. Ich werd es nie vergessen. Es war ein richtiges Geschenk, und heute noch staune ich, wie Einem manchmal die Gnade in den Schooß fällt, und man hat sie genossen und ging weiter, als wär es gar nichts gewesen. So passieren Einem die schönsten Sachen in der Zeit, wo man am dümmsten ist, nämlich in der Jugend.

– Hopla! Es giebt nichts Gescheidteres als die Dummheit in der Jugend. Die Weisheit, die Alles auskostet und mit steifen Beinen sitzen bleibt und wartet, ob nicht noch ein Tröpfchen fließen will, diese Weisheit, mein Sohn, kommt schließlich in die Hefe. Übrigens braucht das nicht auf deine Geschichte zu passen. Und nun erzähle, sonst komme ich auf den Geschmack und gebe Maximen und Reflexionen von mir wie Marc Aurel. Diese Landschaft ist gefährlich.

Mein Freund, der wie ich auf der übermoosten Felsplatte saß, lehnte seinen Rücken an die graue Steinbuche und sah mit einem schier andächtigen Blicke auf Meran hin, das ganz märchenhaft wie in lauter Golde schwamm. Denn während bei uns oben, die wir im Schatten der Mendel lagen, schon Dämmerung war, verebbte unten noch der Tag.

Dann erzählte er:

Du erinnerst dich, daß ich gleich nach unserm Abiturientenexamen von den Ärzten nach dem Süden geschickt wurde, weil meine Lunge angegriffen war. Mein Vormund konnte mich mit reichlichen Mitteln ausstatten, und ich junger Bursche reiste als völlig freier Herr durch die schönen Lande.

Aber Gott weiß, ich reiste nicht vergnügt. Ich war ja nicht akut krank, und die Ärzte hatten mir ja auch gesagt, daß direkt nichts zu befürchten sei, aber schon die ernste Mahnung, daß ich unablässig auf mich zu achten hatte, um auch nicht durch das geringste Versehen eine Verschlimmerung meines Zustandes herbeizuführen, genügte, mir das Gefühl beizubringen, ich sei eigentlich nur noch zum Abschiednehmen da.

Heute weiß ich, daß ich damals in viel höherem Grade Hypochonder gewesen bin, als lungenkrank, aber schließlich ist die Einbildung, ein Todeskandidat zu sein, auf das Gefühlsleben eines Menschen von nicht geringerem Einflusse, als ein wirklich ernsthaft krankes Organ. Und dann war ich ja wirklich schon einmal nahe genug am exitus lethalis gewesen, so daß ich mir schon mit einigem Rechte die Melancholie des hippokratischen Gesichtes leisten konnte.

Mein Zustand war hauptsächlich apathischer Natur, eine nicht so sehr körperliche als geistige Müdigkeit. Ich träumte so herum und gefiel mir im Grunde gar wohl als Einer, der philosophisch abgeschlossen hat und die Abendröte genießt, wie Goetz von Berlichingen im letzten Akte. Zuweilen ergriff mich freilich der Gedanke, daß diese Philosophie eigentlich am Ende eines arbeitsamen Lebens angemessener wäre, aber ich fand dann eben darin wieder das nicht unangenehme Gefühl, das Opfer einer tragischen Bestimmung zu sein.

Nur ganz selten trat der heiße Wunsch, zu lieben, zu genießen an mich heran. Dann hätte ich mich am liebsten in Ausschweifungen aller Art gestürzt und ein bißchen galopp gelebt, aber mein innerer Lebensinstinkt war gut beraten: über den gereizten Wunsch, das wütende Wollen kam ich nicht hinaus. Die Wollust der träumerisch drapierten Entsagung, die mir so leicht fiel, war mir angenehmer.

In diesem Zustande verließ ich Venedig, um nach Meran zu gehen.

Venedig war recht ein Ort für mein versonnenes Schwebeleben gewesen. Dort, wo Alles so schön in sich zusammensinkt, wo das Leben in schönen Formen dämmerig vergleitet, wo die schwarzen Gondeln auch einen ganz Gesunden in lasse Träume einwiegen können, da hatte ich mir recht eine Güte gethan an wohlig müden Stimmungen. Es war ein Sybaritismus in hingegeben matten Gefühlen gewesen, geradezu ein Verschwimmen in seelischen Nebeln, – weiter konnte es nun nicht gut gehen, und wäre es weiter gegangen, so wäre es, glaube ich, das Ende gewesen. Ich hätte mich wohl nimmermehr in ein schaffendes, thätiges Leben hinübergefunden.

Meran wirkte danach auf mich wie ein unangenehmer Reiz. Ich war aufgebracht und ärgerte mich über Alles. Ein förmlicher Haß erfüllte mich, das ist mir besonders deutlich in der Erinnerung, gegen das rasch und springend fließende Wasser der Etsch. Auch die scharfen Linien des schönen Gebirges, das weit herab schon Schnee zeigte, ärgerten mich. Alles Frische war mir zuwider. Dabei war es ein wunderbar schöner Herbst von einer stürmischen Farbenpracht. Aber eben dies war mir unangenehm. Grau und schwarz hätte alles sein sollen, höchstens noch dunkelbraun.

Du wirst dir das kaum vorstellen können, und mir selbst ist es in der Erinnerung manchmal unfaßbar, aber es war schon so. Ich muß mir heute wohl sagen: es war die Krisis. Es war eine empörte Flucht vor dem Leben, und, ganz sicher, damals war ich wirklich krank. Ich sah auch sehr schlecht aus, und das that mir wohl. Ich freute mich, wie blaß ich war, und ich bestrebte mich förmlich, mir Falten ins Gesicht zu ziehen.

Jedes Wort war mir zu viel; selbst zu der Kellnerin, die mich bediente, sagte ich, außer wenn ich etwas bestellte, nichts. Natürlich aß ich auch nicht an der gemeinsamen Tafel, sondern ließ mir, wenn die allgemeine Abspeisung vorüber war, eigens servieren. Daß ich infolgedessen nicht das Frischeste bekam, war mir gerade lieb. So konnte ich mich doppelt ärgern.

Eines Tages kam ich aber doch etwas zu früh zum Essen und fand die Table d'hote-Gesellschaft noch beim Nachtisch. Ich sah unwirsch über die Tafel weg und bemerkte, daß sehr schöne große Äpfel gereicht wurden.

»Bringen Sie mir nachher Äpfel!« befahl ich der Kellnerin, wie sie mir das Gedeck richtete.

Sie tischte mir einen Gang nach dem anderen auf; ich aß so gut wie nichts und wiederholte: »Solche Äpfel nachher!«

Die süße Speise kam, ich rührte sie nicht an. »Nehmen Sie die Torte weg!« rief ich gereizt, »bringen Sie die Äpfel!«

Die Kellnerin ging. Die Abtragkellnerinnen räumten den Tisch ab; als letztes trugen sie die Obstschalen hinaus, auf denen noch einige Äpfel lagen. »Die Kellnerin soll nun endlich meine Äpfel bringen!« rief ich ihnen erbost nach.

Minuten vergingen. Ich saß allein. Niemand kam.

Ob die Kreatur mir wohl die Äpfel bringt? dacht ich voll Wut.

Niemand kam.

Ach, sie will wohl nicht! So eine Wirtschaft!

Ich schlug an mein Glas.

Es regte sich nichts.

Mich erfaßte, es klingt lächerlich, ein ohnmächtiger Zorn. Ich hätte ja hinausgehen und mich beschweren können. Nein, ich wollte warten. Ich wollte warten. Ich . . . . . ich wollte ihr schon zeigen . . .

Eine halbe Stunde verging. Mein Zorn schlug in eine blöde Bekümmernis um. Mir war, als wäre ich von allen Menschen verlassen.

Zum Sterben betrübt stand ich auf und lief ziellos in den Anlagen herum. Ich fühlte doch, daß ich seelisch krank war, aber ich konnte mich nicht überwinden. Stundenlang stand ich an der Etsch und sah voll bangen Ingrimmes ins Wasser.

Es dunkelte schon, als ich ins Gasthaus zurückkam. Erst wollte ich ins Speisezimmer, aber ein unbegreifliches Schmerzgefühl hielt mich ab, hineinzugehen. Ich ging in mein Zimmer und legte mich mit dem Gefühl ins Bett: wenn ich nur weinen könnte!

So lag ich, ich weiß nicht wie lange, im Halbschlaf.

Da war es mir, als öffnete sich die Thüre. Ich richtete mich erschreckt auf, – richtig: die Thür war offen, und, träumte ich denn?, ein Teller mit zwei großen Äpfeln wurde hereingeschoben.

Ich bin verrückt geworden!, war mein erster Gedanke. Aber ich fühlte ja deutlich, daß mir kalter Schweiß die Backen herabrann, und ich sprang aus dem Bette und griff nach den Äpfeln.

Das ist kein Traum, das ist keine Einbildung! schoß mir's durchs Gehirn, und ich öffnete rasch die wiedergeschlossene Thüre und sprang hinaus.

Da sah ich am Ende des Ganges etwas Weißes. Es stand wie an die Mauer geheftet. Ich weiß nicht, wie mir da zu Mute ward, aber es war ein mir ganz unbekanntes Gefühl von Bestimmtheit. Ich lief auf das Weiße zu und starrte es an. Da legten sich zwei Arme um meinen Nacken, und ich fühlte eine heiße Wange an meinem Gesicht.

Mir war zum Zerspringen, und ich dachte wieder: das alles träumst du blos. Nichtsdestoweniger aber griff ich um die weiße Gestalt herum und zog sie zu mir ins Zimmer.

Da erst kam ich zu mir, und, ja, das ist nun das Wundersame, ich war nicht blos ganz wach auf einmal, sondern begriff auch gleich mit einem Schlage alles.

Bitte, lächle nicht. Nein, so ist es nicht, wie du wohl denkst. Und, siehst du, daß ich nicht so dachte, sondern das Mädchen recht und rein erkannte in ihrem süßen, lieben Trieb, das find ich so über alle Begriffe schön und wunderbar.

Sie hat es mir ja auch in Worten gar nicht recht sagen können. In ihrem Stammeln und Hauchen war es nicht so sehr wie in ihren Blicken und diesem Streicheln mir über die Haare.

Es war die reinste Güte, die helfen wollte; es war dieser rührende Instinkt: ich liebe ihn, also muß ich ihm helfen können; es war, du darfst nicht lachen, Liebe des Weibes in ihrem urtiefsten Wesen.

Sie hatte mich lieb und litt mit mir; sie wurde von mir nicht einmal beachtet und war mir doch nicht gram deshalb; sie sann nur immer: wie kann ich ihm etwas zuliebe thun. Da zeigte ich zum ersten Male einen lebhaften Wunsch, indem ich nach den Äpfeln verlangte, und das war ihr wie ein Zeichen, dem eine Eingebung folgte.

Am Ende wirst du mir mit einem Kommentar nach modern pathologischem Geschmacke dienen wollen und an erotische Hysterie denken. Aber ich sage dir: nein, es war nichts als simple Natur, sankta simplizitas im schönsten Sinne. Ich begriff es heute vielleicht auch nicht, aber damals hab ich's unter Thränen verstanden, wie so ein armes liebes Kind keinen andern Weg wußte, als diesen einen: mir was ich wünschte, in die Hand zu legen, nicht als Dienerin, sondern als Weib.

Sie hatte sich eigentlich vorgesetzt, die Apfel mir aufs Bett zu legen, aber wie sie die Thür geöffnet hatte, war der Schreck über sie gekommen.

»Wenn nun die Thüre zugewesen wäre?« fragte ich sie.

»I hätt klopfet« war ihre Antwort.

Wie selig war sie, daß ich mich freute. Sie zitterte am ganzen Leibe und war nicht zu beruhigen, aber immer wiederholte sie: »I bin so froh!«

So saßen wir lange nebeneinander auf dem Rande des Bettes und fühlten unsre Körper aneinander. Sie hatte ihre beiden Arme immer noch um mich gelegt und hielt ihren Kopf an meinem. Flüsternd gingen die Worte den kurzen Weg von Mund zu Mund, und mir war, als wären wir zwei Kinder.

Ich küßte sie. Sie gab den Kuß leise zurück. Wir nannten uns du, als seien wir Gespielen seit langen Jahren und hätten uns immer gekannt.

Da machte sie sich mit einem Ruck von mir los und drang erschreckt in mich, daß ich ins Bett gehen sollte. »Oh, du verkühlst di ja! Schnell nei in die Decken! Schnell, schnell.« Und sie war nicht eher ruhig, als bis ich warm zugedeckt in den Kissen lag.

Ich ließ alles mit mir geschehen wie ein Kind. Sie stand noch lange über mich gebeugt am Bette und flüsterte und erzählte und lachte leise dazu vor sich hin und war in allem wie eine gute Schwester. Dann gab sie mir noch einen langen Kuß und ging.

»Bleib doch, bleib!« rief ich ihr zu und wollte nach. »Itte! Itte!«Nicht, nicht! flüsterte sie bittend und verschwand durch die Thüre.

Ich schlief mit einem Gefühle nie gekannter Frohheit ein, und wie ich am nächsten Morgen erwachte, begrüßte ich zum ersten Male wieder die Sonne mit heiteren Augen.

 

Mein Freund schwieg und sah zu den schneeigen Zacken hinter Meran auf, die, allein noch von der Sonne beschienen, wie ein goldener Rand über dem dunklen Blau lagen, in das die ganze Landschaft jetzt getaucht war.

– Nun, und weiter? fragte ich.

– Es kamen noch viele schöne Tage, und ich wurde gesund.

– Aber das Mädchen?

– Das MoidlTirolerisch für Maria. und ich, wir hatten uns von Herzen lieb. Ich bin nie wieder einem Weibe begegnet wie ihr. Unverdorben und hingebend, heiter und voll Gefühl, stark und lieb war sie, wie keine von allen denen, die mir später über den Weg oder gar übers Herz gelaufen sind.

– Ja, aber Mensch, warum hast du sie dir denn nicht auf immer behalten? So was läßt man doch nicht stehen in dieser Welt, wo es an ganzen Frauen, weiß Gott, bedenklich mangelt!

Ich rief das ganz aufgeregt und sah meinen Freund grimmig an.

Der sah aber über meinen Blick weg zu den Höhen, die nun auch ohne Sonne waren, und sprach:

– Wenn ich doch älter gewesen wäre und ein fertiger Mann! Wenn ich doch gewußt hätte, was ich heute weiß! Wenn ich doch kein dummer Junge gewesen wäre! . . . . Wir wollen gehen und nicht mehr davon reden!

 

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