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Steinbeil und Bronzeschwert

Johannes Dose: Steinbeil und Bronzeschwert - Kapitel 3
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typefiction
authorJohannes Dose
titleSteinbeil und Bronzeschwert
publisherPeter J. Oestergaard Verlag
year1929
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III.

Weiße Nebel woben auf der Wiese und dem stillen Wasser der Förde. Das glühende Auge des Sonnengotts blinzelte durch die grauen Schleier. Das Dorf schlief am Morgen nach dem Feste tiefer und länger als sonst. Nur ein einziger war, seitdem der Tag graute, auf den Beinen und lief als Strandläufer an der Förde entlang. An diesem Morgen störte kein andrer den einsamen, eifrigen Schatzsucher. Auch hatte vor einigen Tagen ein scharfer Ostwind geweht, was günstig war, und die Gewässer hochgetrieben, auch Tang und Sand ans Ufer gespült.

Fred hatte leise sich erhoben, den dämmernden Osthimmel angeblickt, die Arme geschrägt und zum Lichtgott gebetet. Bald spürte er einen Juckreiz in der Nase, Er mußte dreimal niesen und lächelte fröhlich. Auf nüchternem Magen dreimal niesen – das bedeutete Glück, wie Gerda behauptete und jedermann glaubte.

Gewaltige erratische Blöcke bedeckten das Ufer der Förde, Steinkolosse, die nach der entsetzlichen Eiszeit liegengeblieben waren, als die ungeheuren Gletscher, die berghoch Cimbriens Fluren bedeckten, zerschmolzen, ihre Schmelzgewässer zu Wasserströmen wurden und unsere langen Förden auswühlten.

Der Strandläufer wanderte am Ufer auf und ab, schaute hinter jeden Steinblock und scharrte in jedem Tangbüschel. Was suchte er? Alles, was sich gebrauchen ließ. Oha! Dieser Feuerstein, der auf der einen Seite eine natürliche Schneide hatte, war leicht zu behauen und verschwand in seinem Fellsäcklein. Sein scharfes Auge spähte wie ein Fischadler hin und her. Ein paar kleine hübsche Bernsteinstücke ließ er mitgehen. Bernstein wurde an der cimbrischen Küste in großer Menge gefunden. Darum haben jene Urmenschen die Zähne des Wolfs und besonders des Braunbären weit höher geschätzt als den Bernstein, mit Ausnahme der ganz großen und ganz seltenen Stücke. Fred hingegen, in allen Dingen ein Eigner, liebte diese wunderbaren Gebilde des Meeres, die wie bräunlich goldiger Honig glänzen, auf gewisse Gegenstände eine rätselhafte Anziehungskraft ausüben und, wenn sie gerieben und geschliffen werden, einen wunderbaren Glanz und Schmelz haben. Als er den ersten Morgenlärm im Dorfe hörte und heimeilen wollte, stieß er mit den Fußzehen, die er fast wie Finger gebrauchen konnte, tastend und suchend in das Seegras hinein.

Oha, oha! Welch ein seltener Fund, wie er in hundert Jahren nicht einmal gemacht wurde! Fred hielt ein Stück Bernstein, größer, breiter als eine Kinderhand, durchsichtiger, goldiger, leuchtender und schmelzhafter als alle Stücke, die er besaß, gegen das Licht. Und sein Erstaunen wuchs – mitten im Bernstein saß eine Spinne gefangen, eine Kreuzspinne mit dem deutlich erkennbaren Kreuz, als wenn sie leibe und lebe. Er besaß bereits ein Stück, in dem eine Schmeißfliege etwas gekrümmt hockte, aber dieses Gebilde hier mit der Spinne war viel schöner und seltsamer. Eilig schob er es in seine Armhöhle hinein, absichtlich tat er es nicht in den Fellsack, für den Fall, daß sein Vater oder Bruder oder andere neugierige Leute seinen Fang zu sehen begehrten. Auf einem Umweg ging er um das Dorf herum und in den Wald hinein. Zehn Speerwürfe hinter seiner Werkstatt stand im Erlengebüsch eine alte Eiche, die er wie ein Eichhörnchen erkletterte. Auf dem dritten Queraste reitend, hielt er Umschau, ob keiner ihn beobachte. Über dem Aste war eine große Aushöhlung im Baum, die seine geheime Schatzkammer war. Darin barg und verbarg er in zwei Fellsäcken seltene Muscheln, Schnecken und Steine und viel Bernstein, lauter ausgesuchte Stücke. Der heutige Tage hatte seine Verheißung erfüllt und Glück gebracht. Lange betrachtete er das wunderbare Stück mit der Kreuzspinne, ehe er es fortlegte. Niemals war ihm der Gedanke gekommen, sich damit zu schmücken. Jetzt aber zog ein Traum über seine Seele ... nur eine war würdig, den Schmuck zu tragen ... wenn das Mädchen am Näs den Bernstein am weichen Halse trüge, wie herrlich würde das helle Gold leuchten unter den schwarzen Haaren und den tiefdunklen Augen!

Die Trommel dröhnte und rief zur Mahlzeit, wie hatten die Weiber, welche die Holzkohlen, die noch glommen, aus der Asche kratzten, geblasen, um das Feuer anzufachen. Die Steine fingen an zu glühen, die Austern und Asche an zu schmoren. Herr Fin gähnte, reckte sich und war in verteufelter Laune; denn übel stieg ihm der süßfade Metgeschmack aus dem Magen empor; alle Haare auf seinem Haupte hämmerten, als wenn sie Feuersteine behauten, »Wasser« brüllte der Gebieter. Demütig brachte ein Weib eine volle Holzschale. Er trank gierig und wandte sich an die jungen Männer mit herrischen Worten: »Heute wird gepirscht, daß die Hände und Füße Blut schwitzen.« Ris, ein junger, starker Bursche, murrte und brummte: »Der Tag nach dem Feste war immer ein Ruhe- und Schlaftag.«

Der Häuptling glotzte. »Munter will ich dich machen, du schläfriger Hund.« Um seine Herrschermacht zu beweisen, packte er den Burschen, hob ihn empor und setzte ihn so hart auf den Erdboden hin, daß alle Knochen in seinem Leibe knackten. Selbst im Katzenjammer war Herr Fin ein gewaltiger und machtvoller Herr. Das Volk war mäuschenstill, ehrerbietig umschwänzelten ihn die Weiber. Nur sein Jüngster, der verhätschelte und unartige Klein-Fin, durfte sich alles erlauben, kneipte den Gewaltigen ins Sitzfleisch und grinste. Zum Lohn für seine Frechheit hob sein Vater ihn empor und ließ ihn auf seiner Hüfte reiten. Nach einem kurzen, bösen Blick über die Steinherde hin knurrte er: »Welch reiches Mahl! Ich muß wohl selbst jagen und Fallen stellen.«

Der magere Hering, den Finna unterwürfig ihm reichte, ballte sich ihm wie ein Kloß im Halse. »Friß!« Er gab dem Knaben den Fisch und schrie nach Wasser. Klein-Fin hatte eine lange Gerte und vergnügte sich damit, jedem, ob Kind, Weib oder Mann, der in seine Reichweite kam, zu schlagen. Das pfiff durch die Luft und schnitt Striemen, der Bengel hielt sich das Bäuchlein vor Lachen, wenn die Getroffenen Au, au schrien und aus seiner Nähe rannten.

Der Gewaltige mußte trotz des Haarwehs dröhnend lachen: »Hoho! Hau sie, mein Sohn, hau sie! Du wirst noch gut werden, wenn du noch fünfzehn Jahre von mir angelernt wirst. Mit dem Knüppel kuscht man die Hunde, mit dem Prügel regiert man die Menschen.«

Diese Regierungsgrundsätze verstand der Bursche, er schlug nach seiner leiblichen Mutter und traf sie gründlich am Halse. Finna blickte den Schlingel zornig an und wollte zur Strafe sein Haar zausen. Aber der Herr stieß sie fort und sagte: »Der ist von meinem Fleisch und Blut und zum Herrschen geboren, wenn mir nach zwanzig Jahren die Luft ausgeht und mein Leichnam verscharrt wird, dann sollst du als Fin II. Herr und Herrscher des Dorfes sein.«

Frod horchte scharf nach der Rede hinüber und hatte einen feuerroten Kopf. Der Knabe überlegte so vor sich hin und rief eifrig-eigensinnig: »Nein, ich will gleich Herr sein, gleich ... Vater, ich schlag dich morgen tot, tot.«

Da lächelte Frod höchst behaglich in seinen Bart hinein. Herr Fin I. aber brüllte: »Essen.«

Seine Gattin brachte schnell eine geschmorte Auster. Er kostete und schimpfte, das Zeug sei halbroh, und wollte ihr die Schale an den Kopf werfen, traf aber vorbei. Sie war nämlich stets auf der Hut.

Gleichwie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen.

Sofort ahmte Klein-Fin das gute Beispiel nach und warf die geleerten Schalen den Weibern und Männern an den Kopf und ins Gesicht. Der Bengel zielte vortrefflich und kreischte vor Lust. –

Sein Vater fluchte, aber nicht wider ihn: »Den faden Fraß alle Tage! Nichts als Schleimzeug! Wildbret, Wildbret will ich haben! Schafft Fleisch, Fleisch ins Lager ... oder es geschieht ein Unglück, wenn die Jäger nicht beladen heimkehren.« Seine Frau suchte ihn zu beruhigen: »Hier ist eine warme, feine Auster ...« Den Augenblick benutzte der Bengel, um seiner Mutter eine Schale an die Schläfe zu schleudern. Die traf!

Herr Fin lachte über den Wurf und sagte: »Pöh, ich mag den Rotz nicht ... gib ihm die Auster!«

Die Frau ließ sich ihre Wut nicht merken, tupfte über die Stirn und wischte das Blut fort, stumm-leidvoll, wie ein verprügeltes Lasttier; jedoch in ihrem Auge glomm ein böses Feuer. In dem Augenblick haßte sie ihr jüngstes Kind. Und sie nahm ihre Rache an dem Buben, den sie für seine Bosheit bestrafen wollte. In demütiger Haltung riß sie eine Auster vom Herde, eine glühend heiße, mit einem Fellzipfel ihre Finger schützend. Sie rief das Kind, dem sie das duftende Gericht dicht vor den Schnabel hielt. Klein-Fin schlang gierig wie ein junger Wolf, verbrannte sich gründlich Mund und Zunge und erhob ein Mordsgebrüll. Sie hatte ihm Schmerz mit Schmerz vergolten. Aber der Gewaltige tobte und raste. »Du Rabenmutter! Aus purer Bosheit hast du dem armen Kinde den kochenden Fraß gereicht, damit es vor meinen Augen verrecke.« Nun heulte der Knabe noch gräßlicher und wälzte sich auf der Erde. »Mein Büblein stirbt mir unter den Händen, mein Augapfel, ... du Höllenhexe! Ich schlag dich tot, ich schlag dich tot.« Mit seinem Regierungszepter – dem Eichenstock – schlug er das Weib, wohin es traf. Er hätte sie vielleicht erschlagen, wenn die Mißhandelte nicht entflohen wäre. Finna hetzte den Abhang hinauf und nach der Werkstatt, um bei ihren Söhnen Schutz zu suchen, die beiden und Bor als Dritter waren dabei, die Beile und Messer zu schärfen. Atemlos sank sie zu ihren Füßen hin. Ihre Augen irrten hin und her, ihre Lippen zuckten. »Der Böse will mich ermorden, will mich tot, mundtot machen ... ich, ich kann zu viel erzählen ... beschirmt eure alte, arme Mutter vor dem Wüterich! Hat er mich umgebracht, wird er euch erschlagen, wie er alle, wie er euren Vater umgebracht hat ... oh, der ungerächt geblieben und dessen Seele keine Ruhe findet! Oft besucht mich seine Seele des Nachts, schilt mich und klagt: Wo ist mein Rächer? Und mein Meuchler ist Herr meines Volkes und meines Weibes Gemahl ... pfui, wie scheußlich. Hana hieß ich als Han's, des Edlen Weib, und Finna – pfui, wie häßlich! – muß ich mich schelten lassen.«

»Du redest Wahnsinn ... dein Haupt glüht vor Erregung.« Fred streichelte ihre Wange.

Aber sie lachte wild: »Haha! Höre meine Worte, die todtiefen Sinn haben! Frod, du Trotziger, höre sie und räche seine Seele! Er hat deinen Vater erwürgt, er ...«

»Mutter, Mutter,« flehte Fred, mit dem Arm sie umschlingend, und preßte die Hand auf ihren zuckenden Mund. »Schweig, schweig ... es ist eine Ausgeburt deiner Angst und Einbildung.«

»Nein, Fred, höre mich! Zu zweien gingen sie in den Wald, um den Bären zu jagen. Einer, Fin, kam zurück und jammerte, daß Han vom Bären erdrückt und gefressen sei, gefressen mit Haut und Haaren ... eine höllische Lüge ...«

»Oh, schweig, Liebmutter, schweig!« bat Fred.

Sein Bruder riß ihn zurück. »Sage alles, was du weißt, alles! Meines Vaters Seele hat keine Rache und Ruhe gefunden!«

Finna hob das Antlitz und flüsterte feierlich: »Nachts hat der Unhold arge Träume ... der Wurm frißt an seinem Herzen, der Wurm ... er liegt auf seiner Haut neben mir, stöhnt, ächzt und wälzt sich und murmelt immer dasselbe: Im Walde, wo die Eiche, die drei Männer umspannen, und die hohl ist, in drei Stämme sich spaltet, dort ist die Bärengrube und das Grab des Toten, ich muß Erde darauf schaufeln, Erde, mehr Erde, sonst stößt die Hand heraus. Also ächzt Fin neben mir, und seine Fäuste wühlen im raschelnden Laub des Lagers, als wenn sie Sand schaufeln und über die Untat schütten. Ihr Söhne, suchet die Eiche und das Grab!« Sie verhüllte das Antlitz und schwieg.

Da dröhnte die Holztrommel im Dreischlag – das Zeichen, das die Jungmannen rief, um den Tagesbefehl zu empfangen.

»Mutter, setze dich in meine Werkstatt, bis sein jacher Grimm verraucht!« Sie stand auf, betrachtete Bor, den schmucken Fant, tief schaute sie ihm ins offene Auge. »Du bist deinem braven Vater aus dem Gesicht geschnitten. Auch Bor, der gerecht war und Widerrede wagte, ist tot – wehe, nicht in der Fehde ruhmvoll fiel er, nicht durch Unheil ertrank er ... Fin hat ihn wie einen Hundewelp im Wasser ersäuft.«

Jung-Bor schüttelte ihre Arme und schrie: »Sage alles! Ich bin der Bluträcher meines Vaters.«

»Frage die Uralte ... sie hat es mir anvertraut ...«

Nun war auch in Bors Seele ein bohrender Giftstachel. Die drei Männer schritten hinab und hatten einen schweren Gang. Fred, der Bedächtige, sagte: »Wir haben von dem Grausigen durchaus noch keine Gewißheit ... vergiß nicht, daß Angst und Argwohn getrübte Augen haben und Gespenster sehen am hellen Tag ... und du, Freund Bor, bedenke, daß die Uralte nicht mehr ihre vollen Sinne hat, daß die Weiber oft ihre dunkle Murmelrede mißdeuten und viel fabeln.«

»Ich werde Gewißheit erlangen,« nickte Bor finster.

»Und ich werde suchen, bis ich die Eiche gefunden,« sagte Frod.

»Im Walde sind vieltausend Eichen ... Freunde! Nichts wollen wir tun, ohne den lichten Gott zu befragen,« mahnte Fred.

Hart und hastig erwiderte sein Bruder: »Der Finstre wird den finstren Ort zeigen.« –

Der Häuptling hielt den Eichenstab und gab barsche Befehle: »Ihr beiden zieht in den Adlerhorst und bringet einen Kronhirsch heim. Ihr zwei in den Moosgrund, um Fallen zu stellen. Das ekle Schleimzeug und der fade Fisch widern mich an ... Fleisch will ich haben, viel Fleisch. Die drei Brüder suchen nordwärts die Rudel, wehe jedem, der leer heimkehrt ... ich will ihm heimleuchten. Lang ist der Winter, und kein Wildbret, kein Stück haben wir gedörrt und gepökelt. Ihr zwei gehet in die Westgründe, aber nicht in das Jagdgebiet der Bäk-Leute, ich will keinen Krieg.« Jetzt traten Bor und die Stiefsöhne vor. Argwöhnisch schielte Fin über sie hin. »He, wo seid ihr gewesen?« »Wir schärften die Messer und Beile.« »Schaffet Wildbret ... eine Strecke von fünfzig Stück will ich zur Nacht sehen. Nehmt den frommen Träumer mit! Wenn er auch keine Ratte fängt, so kann er ja beten und die Götter um Weidmannsheil bitten. Bringt mir Fleisch! Ich sag's in Güte, sonst sollt ihr mich im Grimm sehen ...« Er fuchtelte mit dem Stabe, und die jungen, starken Männer, alle sechsundzwanzig, kuschten vor ihm. –

Die Jäger, die Beile und Messer, Wurfspeere und Wurfsteine und den Hund an der Leine hatten, zerstreuten sich nach allen Richtungen. Die Zwillingsbrüder und ihr Genosse Bor streiften stundenlang durch das endlose Gehege, oft den Wildpfaden folgend, oft durch Urwald-Wildnis kletternd oder kriechend, oder freie Bahn sich hauend. Obgleich sie die Augen und besonders die Ohren weit offen hielten – der Urmensch hat ein erstaunlich feines Gehör, das den leisesten Laut vernimmt und deutet – obgleich sie jede Fährte beachteten, jedem Geräusch nachgingen, hörten sie nur einmal ein flüchtiges Wild, aber ein ruhig äsendes Rudel fanden sich nicht. Frods Eifer erlahmte, und sein Ärger erwachte: »Werfen wir uns ins Gras, um zu warten, bis ein Kronhirsch uns beschnobert oder sein Geweih an unseren Knien fegt.«

Sein Bruder trieb ihn an: »Ein rechter Weidmann wird nicht müde noch mürrisch.« Sie pirschten noch eine Stunde. Da fragte Fred: »He, warum guckst du immerzu in die Wipfel der Bäume? Willst du Krähen werfen?«

»Ich ... ich suche die hohle Eiche mit den drei Stämmen ...« knurrte Frod. Der Hund sträubte das Nackenhaar und bellte wütend. Sieh da, ein Braunbär stand vor einem Baume aufrecht auf den Hinterpranken und schleckte den Honig der Waldbienen. »Lasset uns ihn mit den Speeren umstellen!« schrie Bor tapfer. Aber dieser Petz war ein feiger Bursche, der sofort sich trollte und im Dickicht verschwand.

»Heute gelingt uns kein Wurf,« brummte Bor, »der finstre Gott hat uns den Tag versaut ... wie fein hätten die Bärentatzen geschmeckt ...«

»Ja, dem Herrn Fin hätten sie vortrefflich gemundet, wir hätten nur den leckren Bratengeruch bekommen,« sagte Frod spöttisch.

Worauf Jung-Bor nachdenklich fragte: »Warum muß der Eine solche Gewalt über uns alle haben? Ist er stärker und klüger als wir?«

»Nein, aber frecher! Die grausig große Frechheit macht den Einen zum Herrn und Häuptling, haha!« Frod lachte höhnisch.

Worauf Fred mit Sanftmut erwiderte: »Einer muß Herr sein im Dorf.«

Der Hund witterte ungestüm und zitterte vor Aufregung. Bor raunte »Achtung!« Auf der Lichtung stand ein kleines Rudel von Rehen, und der Bock äugte argwöhnisch. Die Jäger warfen sich hin und regten kein Glied, auch Pack, der Hund, verkroch sich ohne Geheiß, bis das Rudel beruhigt war und die Waldgräser rupfte. Alle schlichen sich dann im Bogen um die Lichtung herum, bis sie sich gegen den Wind heranpirschen konnten. Bor nahm zwei Wurfsteine aus dem Bastsack, den er trug, die beiden andern hielten den Wurfspeer mit starkem Widerhaken, an dessen Schaftende ein Fellseil hing, in der Rechten, das Seil in der Linken. Jetzt begann das schwierigste Stück dieser Pirsch: Die schlangenartige Vorwärtsbewegung auf Ellbogen und Knien ohne das geringste Geräusch und ein sofortiges Erstarren des Körpers, sobald ein Tier den Kopf hob.

Die Jäger der Steinzeit waren Meister in dem lautlosen Beschleichen, hatten den Bock und zwei Ricken in Wurfweite und tauschten einen Blick. In demselben Augenblick sausten zwei Speere und ein Stein durch die Luft. Ein zweiter Stein folgte. Der Hund flog in drei Sätzen durch den Raum und dem Bock, der vom Stein getroffen betäubt hinstürzte, an die Gurgel und biß sich fest, bis sein Herr dem Tiere das Steinmesser ins Herz stieß. Freds Wurfspeer saß im Rücken der Ricke, der Widerhaken hielt, aber er mußte das aufgerollte, gestrammte Seil, das er um die Faust geschlagen hatte, in den Grund gestemmt, mit all seiner Kraft halten, um nicht von dem wild sich bäumenden Reh umgerissen zu werden. Frod sprang hin, tötete es mit einem Beilhieb und wetterte zornig, denn er selbst hielt ein Seil, an dem kein Wild hing. Wohl traf er sein Tier, aber sein Speer saß zu flach, der Widerhaken riß aus. Mit einer tiefen Hautwunde entsprang es, dem Hunde zu flüchtig.

Als sein Bruder den Verdruß des ehrgeizigen Weidmanns bemerkte, sagte er gutmütig: »Frod, nimm du mein Rehlein.«

»Um es heimzutragen? Ich danke ...«

»Nein, als dein Wild ... von mir erwartet der Vater nicht viel.«

»Du willst meine Prügel auf deinen Buckel nehmen, du Edler? Nein, ich schmücke mich nicht mit den Federn des Falken, den ich nicht erlegte.«

»Pssst!« flüsterte Bor und zeigte mit dem Finger, weit drüben bei den Ebereschen bewegte sich ein Hirschgeweih. Eine volle Stunde pirschten sie gegen den Wind. Es war ein stattliches Rudel Rotwild – und ein Sechzehnender hob das stolze Haupt. Da strafften sich die Muskeln, und die Herzen klopften. Noch eine volle Stunde krochen sie Spanne um Spanne näher heran – nur zwei Schritt noch bis zur deckenden Eiche, wo sie in Wurfweite waren, da schlug der Hochgeweihte mit dem Fuße den Grund, und das Rudel stob durch die brechenden Büsche. Jung-Bor hätte weinen mögen; Frod fluchte und fluchte, glotzte die Eiche an und schrie: »Sie hat drei Stämme, hier ist der Ort.«

»Aber wo ist die Höhlung im Stamm?« Ja, die Höhlung fehlte.

Es wurde dunkler im Walde, eine Wildtaube gurrte schläfrig. Die Jäger holten ihre Beute, die sie auf einer Stange trugen, und zogen schweigsam heimwärts.

Der Häuptling des Dorfes saß mit dem Stockzepter im Arm oben auf dem Stein und starrte immer düstrer in den dunklen Wald hinein. Ihn schwante nichts Gutes.

Endlich! Ein Jägertrupp kam mit schleppenden Schritten und blieb mit leerer Stange und leeren Schultern in achtungsvoller Entfernung stehen. Demütig rief der Wortführer: »Der ganze Wald ist wie ausgestorben, alles Wild hat sich aus dem Forst verzogen und wechselte westwärts ... wir haben uns todmüde gelaufen, oh, Herr, was unmöglich, ist unmöglich.«

Fin gab einen Grunzton von sich, fuhr mit seinem Stabe auf sie los und schlug nach links und rechts. Die drei kräftigen Männer liefen hinter die deckenden Bäume und ins Dorf hinab. Die Furcht vor dem Despoten saß allen im Blut.

Der Häuptling lehnte sich gegen einen Stamm, horchte und harrte. Zwei Jäger schlichen sich langsamleise durch den Erlengrund und wollten ungesehen in ihre Hütte sich stehlen. Die starre Gestalt fuhr plötzlich mit Schimpfworten und Schlägen auf sie los. Die Männer sprangen von dannen und riefen weinerlich: »Wir haben uns den ganzen Tag ehrlich gemüht, unsere Füße sind voll von Blasen ...«

»Wie fein ihr auf euren Blasen laufen könnt!« höhnte Fin.

Schritte im raschelnden Laub näherten sich, viele Schritte. Er lauschte und lugte argwöhnisch. Drei Jägertrupps, acht Mann, hatten sich aus Vorsicht, weil Einigkeit stark macht, zusammengefunden. Sintemal sie keinen Rattenschwanz erbeutet hatten, wollten sie gemeinsam dem Gewaltigen unter die Augen treten. Die Rechnung war gut. Fin sänftigte sofort seine rauhe Stimme, schob den Eichenstab unter den Arm und hielt eine schmerzliche Rede: »Nichts, nichts, obgleich ihr acht Mann und alte Jäger seid! Schämt euch vor der Gemeinde und vor den Göttern! Kein Stück Wildbret haben wir für den langen Winter. Oh, ich geplagter Herr der Sippe! Mehr als dreihundert Mäuler muß ich alle Tage zweimal sättigen, mich umheulen sie nach Fleisch und Fischen. Mein Herz bricht, wenn ich das weinen der hungernden Weiber und Kinder hören muß ... und ihr helft mir nicht bei meinem sauren Amte, Vater und Versorger von dreihundert Menschen und Mäulern zu sein, wählt zum Winter einen anderen Herrn!«

Run brummte in den Bart, es sei leichter einen Häuptling als einen Kettenhund zu bekommen, denn Hund wolle keiner und Häuptling möchten alle sein. Ein anderer entschuldigte den Mißerfolg: »Wir sind kreuz und quer gelaufen, viele Meilen, aber nicht ein Geweih sahen wir, nur einen Fuchs und eine grise Hündin mit vier Welpen, die am Aas eines Schaltieres rissen. Das Reh- und Rotwild ist von einer Seuche ausgerottet worden ... die Götter mögen uns gnädig sein, mir graust vor dem Winter!«

Fin ging mit nach dem Dorfe und klagte ein Langes und Lautes, denn das Wort von der Wildseuche erfüllte ihn mit schwerer Sorge. Es war sehr spät, als seine Stiefsöhne kamen. Seine Miene glättete sich ein wenig, als er die Stange sah.

»Einen Bock und ein Rehkalb habt ihr ...«

»Es ist eine feiste Ricke,« rief Frod.

Fin betastete das Wild, nickte befriedigt und erklärte bestimmt: »Den Rücken und die beiden Hinterkeulen des Bocks müßt ihr morgen früh den Göttern opfern.«

»Was bleibt dann für uns übrig?« schrie Frod empört.

Fin packte seinen Arm. »Wir müssen die Gunst der Götter gewinnen, wenn wir nicht verhungern wollen.«

Fred pflichtete ihm bei: »Ja, wir müssen den Beistand des Lichten erflehen.«

Als die Brüder nach ihrer Hütte gingen, blies Frod einen Fluch durch die Zähne und zischte: »Essen die Götter? Du Tor! Die Keulen und Rehrücken verspeist der Alte.«

»Oh, lästere nicht!«

»Du frommes Närrlein! Er hält uns alle zum Narren ... ich hab's gerochen, daß er mittags, wenn alle schlummern, ein Feuer im Tempel zündet und Fleisch schmort, haha! Hätte er mich geschlagen, ich hätte ihm mit dem Beil den Schädel zerspalten, ich bin stärker als er. Wenn Fin nicht mehr ist, bin ich der Herr der Sippe, denn ich bin der Stärkste ... und du sollst dann der Priester der Sippe und der zweithöchste im Dorfe sein.« Frod lugte seinem Zwillingsbruder ins Antlitz. Sollte das der leise Vorschlag eines gewaltsamen Umsturzes und Fürstenmordes sein?

Da kam er aber an den Rechten. Der friedsame Fred flammte in heiligem Zorn: »Die allsehende Sonne sähe deine Schandtat, der Lichtgott würde dich mit seinen Feuerpfeilen töten ...«

Frod machte einen breiten Rücken und brummte: »Ich habe ein dickes Fell und keine Furcht.«

»Auch nicht vor dem Finstren und Furchtbaren? Der die Untat rächt und qualvollen Tod sendet, der mit Siechtum schlägt und das Mark aus den Knochen frißt?«

Der dreiste Frod schielte scheu in den finstren Wald. Die Nachtfurcht vor Spuk und Gespenstern, schon dem Kinde eingeimpft, saß ihm und allen zu tief im Blute. Er bat kleinlaut: »Vergiß mein törichtes Geschwätz! Fern liegt mir der Gedanke, Fins Tage zu verkürzen ... eines Mannes Jähzornrede ist eines Kindes Rede.« – – –

Obgleich es ein ermüdender Jagdtag gewesen war, erhob sich Fred von seinem Lager, sobald der graue Morgen durch das Rauchloch im First dämmerte. Er wusch sich und ging nach seiner Werkstatt. Im Dorfe war heute noch ein Frühaufsteher. Gegen seine Gewohnheit stand Fin mit der Sonne auf, zerlegte den Bock und opferte die besten Stücke den Göttern, d. i. er briet den Rücken am Spieß und hielt ein langes, leckres Priestermahl, schmausend und schmatzend. Sein Fleischhunger war zu groß, und er schlang im Übermaß nach der langen Fastenzeit. Nach diesem Priester- und Gottesdienst schlief er zwei Stunden, bis die Trommel dröhnte. Weil zu wenig Wildbret für alle Mäuler war, verteilte Fin das Fleisch an die Krieger, deren Kraft erhalten werden müsse. Er selbst nahm den Anteil, der ihm als Herrscher und Heerführer gebührte, und er hat ihn wahrhaftig bewältigt, wenn auch mit Drücken und Würgen. Jedoch, das zwiefache Frühmahl ist ihm übel bekommen. –

Fred eilte nach der Werkstatt zurück. Die Töpfe brannten im linden Feuer. Neue Verzierungen zeichnete er im Sande, um eine noch schönere Form zu finden und noch feinere Ornamente. Danach nahm er das Steinbeil zur Hand, um es mit dem Schleifstein zu reiben. Immerzu schürfte Stein auf Stein, in Zwischenräumen goß er Sand und Wasser darüber, um noch rascher und nachdrücklicher zu reiben. Die Schneide war bereits messerscharf und spiegelblank. Aber alle diese winzigen Ecken und Vertiefungen, die durch das feinste Behauen des Feuersteins nicht zu beseitigen waren, wollte er fortschleifen, und es gelang ihm mit Hilfe von Sand und Wasser in tagelanger Arbeit. Vor Freude leuchtete sein Auge, als er das Beil glatt und blank von der Schneide bis zum Nacken in der Hand hielt. Aber der dünne Nacken müßte nicht in das Holz des Schaftes hineingesteckt werden, sondern es müßte anders und umgekehrt und im Stein ein Loch für den Schaft sein. Jedoch der Granit war viel zu hart und ließ sich mit dem Steinbohrer nicht bearbeiten; hinwiederum der Feuerstein war viel zu spröde, zerplatzte und zersprang. Der Sandstein war zwar leicht zu durchbohren, aber viel zu weich, so daß die Schneide sofort stumpf und schartig wurde.

Freds unendliche Geduld hörte nicht auf zu sinnen und zu suchen. Er hielt heute einen Grünstein, den er mit seinen Werkzeugen untersuchte. Oh, der war weder zu weich noch zu hart. Er griff eilig nach dem Bohrer.

Da drang unten aus dem Dorfe ein Weibergeschrei an sein Ohr – er horchte – es war die Stimme seiner Mutter. Das Geheul wurde gellend. Fred warf den Stein hin und rannte zum Dorfe hinab.

Herr Fin ließ den Knaben auf seinem Magen herumtrampeln, um die Fülle zu verteilen – das doppelte Frühmahl war für den Vielesser zu viel gewesen –, aber die Trampelkur vermehrte das Übel. Er stöhnte entsetzlich und brüllte nach Wasser, das sein Weib eilig holte. Nun wurde es aber noch ärger und Fin so sterbenskrank, als wenn ihm die Seele aus dem Leibe fahren wolle und nicht fahren könne. Er würgte und wütete: »Ich sterbe ... du Teufelsweib hast mir eine Giftwurzel in den Trank getan, uh ... uh!«

Die Frau rang die Hände. »Der Lichte erbarme sich unser! Du hast zu viel gegessen und zu viel von dem gegorenen Honiggebräu, das sauer und stinkend ist, getrunken, mein lieber Mann.«

Er heulte: »Du, du hast schon voreh Schierlingswurzel und Fingerhutblumen gekocht und das Giftgesud mir in die Speise getan, um mich umzubringen.« Der Häuptling war, wie alle Despoten, ewig auf der Hut vor Gift und Meuchelmord.

»Bei dem allsehenden Sonnengott schwöre ich ... warum sollte ich dir nach dem Leben trachten?«

»Weil du den Toten liebst, weil du den langen Han nicht vergessen ...« Der Wüterich riß und raufte ihr langes Haar.

Da kam Fred angelaufen und blieb vor dem Stiefvater stehen. Sein Auge flammte, seine Hand hielt das schwere Beil. Der Rohling ließ von dem Weibe und wandte sich ab. So hatte er den sanften Fred noch nie gesehen. Er hörte die scharfen Worte: »Ich sage dir, du hast meine Mutter zum letzten Male geschlagen. Soll die Unschuldige büßen für deine Völlerei, weil du das Honigbier, das verdorben und ekelhaft ist, in dich füllst?« Fin schwieg. Er hatte die Knaben in den Wald geschickt, um Honig zu suchen, und jeden, der nicht ein Töpflein brachte, mit zwölf Stockschlägen belohnt. Alle Töpfe waren voll von duftendem Honig. Diese süße Menge hatte er genau nach den Anweisungen seines Nachbarn Nan kochen und gären lassen. Aber das Honigbier, das die Weiber schließlich brachten, war ein saures und abscheuliches Gesöff. Der gute Nan hatte die Hauptsache verschwiegen und sein Met-Rezept nicht verraten. Trotzdem hatte Fin, um sein Gemüt zu erheitern, und damit nichts umkomme, von dem greulichen Gebräu tapfer getrunken. Das viele Fleisch und der verdorbene Met waren für den starken Mann und Magen zu viel gewesen. –

Fred nahm seine schluchzende Mutter mit nach der Werkstatt. Sie saß in der Hucke und sprach immerzu mit sich selber, in abgerissenen Sätzen. »Ach, Fin ist ein friedloser Mann, ein Fels lastet auf ihm und wird ihn zermalmen ... oh, dein Vater Han war stark und stolz, mannhaft und mannfreundlich, ohne Arg und Falsch vertraute er den Menschen ... auch seinem Freunde Fin ... das wurde sein Verderben, er ging mit ihm auf die Bärenhatz und wurde erschlagen ...«

Der Sohn redete hart: »Du hast Argwohn und Ahnungen, aber keinen Beweis und keine Zeugen.«

Finna murmelte vor sich hin: »Er stöhnt und redet im Schlaf ... seine wüsten Träume beichteten den Greuel. Ich weiß es aus Hans Mund an seinem letzten Morgen, sie hatten Honig in die Baumhöhlung gelegt, um den mächtigen Petz zu ködern, eine tiefe Grube am Fuß der Eiche ausgeschachtet und sie mit Reisig und Laub bedeckt. Der Bär saß in der Fallgrube mit wilden Lichtern, geiferte und brüllte. Sie stießen ihn mit den langen Speeren, er raste an den hohen Wänden empor und fiel zurück und fauchte. Da stieß Fin seinem Freunde den Speer in den Rücken, daß Han vornüber in die Grube, in die Pranken und Zähne der todwunden Bestie stürzte. Der Bär zerfleischte ihn ... oh, oh, meinen starken Han, den ich liebte! Fin hat das Tier erstochen und die Grube zugeschüttet ... er wühlt mit den Händen im Laub des Lagers und schreit: ›Mehr Erde darauf, mehr Erde!‹ Mein Sohn, soll die Untat in der Bärengrube begraben sein? Soll dein Vater keine Rache und keine Ruhe finden?«

Fred warf den Bohrer hin und ging auf und ab in schweren Seelenkämpfen. »Ich muß zuvor die Wahrheit und Gewißheit haben und keine Träume bloß ... ist meines Vaters Leichnam nie bestattet worden?«

»Fin kam schreiend ins Dorf gelaufen, der riesige Bär sei hinterrücks gekommen, habe Han zerdrückt und ins Dickicht geschleppt. Haha ... Die Männer haben tagelang gesucht und keinen Knochen von seinem Leibe, keinen Fetzen von seinem Fellkleid gefunden ... er ist in der Bärengrube begraben.«

»Ich will die Eiche und die Grube suchen, ich will Beweis und Zeugen haben,« sagte Fred dumpf, »und dann wird der Sohn der Bluträcher des Vaters sein. Mutter! Warum hast du diesen Fin, den du für den Mörder hältst, geehelicht und zu meinem Vater gemacht?«

»Meine Söhne, die Erben der Herrschaft, waren unmündig und ich ein machtloses Weib. Er zwang mich zur Ehe, um Herr der Sippe zu sein, er zwingt alle ... du, mein Sohn, hast zuerst das Licht der Welt erblickt und den ersten Schrei getan, und Frod den zweiten, du bist der rechtmäßige Herr und Herrscher.«

»Was ist mir die Herrschaft, nach der mein Bruder giert ... ich sage dir, es soll kein Blutvergießen und kein Brudermord im Dorfe sein.«

»O du Guter, der lichte Gott wird dich segnen und langes Leben dir geben.«

»Ich lege ein Schloß auf deine Lippen, schweige und rede nicht mit Frod und Bor und den anderen von dem, was du mir gebeichtet hast, schweige, bis ich die Grube und Gewißheit gefunden habe!«

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