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Spreemann & Co

Alice Berend: Spreemann & Co - Kapitel 3
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typefiction
authorAlice Berend
titleSpreemann & Co
publisherWilhelm Goldmann Verlag
year1955
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3

Man kann in niemand hineinsehen. Möglich, daß der freundliche Herr Spreemann noch heute an die vergangenen Zeiten zurückdachte. Anzumerken war es ihm nicht.

Er war nun längst gewohnt, daß sein Lehrling den Läden fegte und daß sein junger Mann die Waren und den Wandspruch mit einem Federpuschel abstäubte. Daß über der Ladendecke eine hübsche Wohnung lag, mit Mullgardinen an den Fenstern und einem breiten Lehnstuhl davor, mit warmem Ofen und hohem Federbett. Und daß Klaus Spreemann darin der Hausherr war.

Was dem Vater der Krieg gewesen, war dem Sohn der Frieden geworden. Von allen Seiten war man durch die friedenbehüteten Tore gezogen, hatte sich seßhaft gemacht und war Berliner geworden. Und da man – so wohl sich's auch lebte im werdenden Wohlstand – doch nicht im Paradiese war, so hatte man Kleider gebraucht. Kleider und wieder Kleider. Trotz aller Sparsamkeit.

Klaus Spreemann hatte nicht nach Käufern zu suchen gebraucht. Er hatte nur reell und billig zu sein. Zumal auf dem Firmenschild.

In den zwanzig Jahren, die seit seiner Jünglingszeit verflossen waren, hatten sich die Berliner um das Doppelte vermehrt.

Dazu hatte Klaus Spreemann allerdings nichts beigetragen.

Aber auch das war verzeihlich.

Er hatte keine Zeit für Ehe und Liebe gehabt. Alle seine Tage hatten der Arbeit gehört. Einer wie der andere. Denn damals war es noch keine Sünde, auch sonntags ein gutes Geschäft zu machen. Erst zu vielen Jahren gereiht, hatten alle diese zähen Stunden seinen heimlichen Wohlstand geschaffen.

Doch auch ohne um Amors Reich zu streichen, hatte Klaus Spreemann mehr Freuden genossen, als die meisten seiner Mitbürger.

Man kann seine Abstammung vor andern verbergen, aber nicht vor sich selbst.

Keiner, als Klaus Spreemann selbst, konnte ganz und voll ermessen, was es heißen wollte, des Morgens in sonniger Stube ein kühles Leinenhemd über die gepflegte Haut rieseln zu lassen. Oder sich an einen Tisch zu setzen, der sauber gedeckt war, wo Messer und Gabeln blank, mit reinlichen Horngriffen – und später sogar mit Elfenbeinenden – neben dem guten Berliner Porzellan lagen und Speisen aufgetragen wurden, die auf dem eigenen Herde gekocht waren. Wer begriff schon, wie schön es war, dann mit vollem Magen, die lange Pfeife im Mund, in der Ladentür zu stehen und sich von den besten Bürgern höflich grüßen zu lassen.

Wer von seinen Nachbarn wußte, was es bedeutete, des Abends, wenn draußen der Regen rauschte und die Hunde die müden Schritte eines nächtlichen Wanderers umkläfften, unter das hohe Federbett zu kriechen und an das Dunkel der Landstraße, an die schmutzigen Strohsäcke der Herberge zu denken.

Ruhe und Zufriedenheit gab das.

Selbst die schmerzlich süßen Vorfrühlingstage, wo die weiche Luft mit Veilchenduft gemischt ist, obwohl sie noch nirgends blühen, und jeder sich wünschevoll fragt: »Was wollen alle die schönen Tage, wird einer auch mir etwas bringen?« erregten Klaus Spreemann nicht. Er wußte genau, was sie ihm bringen würden: Eine gute Saison.

Und ebensowenig beunruhigten sein Gemüt die ungewohnten Pfiffe der neuen Eisenbahn, die dann und wann vom Potsdamer oder Anhalter Tor her über die Stadtmauer schrillten. Er sagte, daß man auch in Berlin Sonne und Mond sehen könne. Er konnte sich überhaupt nicht vorstellen, daß es irgendwo in der Welt schöner sein könnte als hier.

Ganz früher, ehe er das war, was er heute geworden, war er wohl manchmal an sommerlichen Sonntagsabenden mit irgendeinem rundlichen Mädchen durch die Kornfelder nach Tempelhof und Schöneberg gewandert. Oder hatte auf dem Stralauer Fischzug eine rotbäckige Schöne einige Runden hindurch auf dem klingelnden Karussell begleitet auf hochgebäumtem und doch sicherem Pferd. Aber nie hatte er solche Seitensprünge mit den Gedanken an seine Zukunft verbunden.

Zu dieser gehörte eine Dame.

Zwischen die Mullgardinen und die buntbemusterte Tapete hätte nur eine von den hübschen Demoisellen gepaßt, die an der Seite ihrer Mama den duftigen Tarlatan für die Ballkleidchen bei ihm kauften.

Aber im Privatverkehr mit seinen Kunden fühlte sich Klaus Spreemann unsicher. Besonders den jungen Damen gegenüber, die immer über etwas Unbekanntes kicherten und lachten, so daß man ängstlich nach allen seinen Knöpfen zu fassen begann.

Mit den Herren und auch mit den älteren Damen war es leichter gewesen, auf dasselbe Niveau zu kommen. Dazu hatte beinahe der einzige Erziehungslehrspruch zugereicht, den er aus seiner Kindheit behalten hatte. Und den er der Latrinen-Jule verdankte.

»Guter Ton ist nichts weiter als Katzenfreundlichkeit«, hatte sie mehr als einmal gesagt, wenn sie mit den andern städtischen Beamtinnen ihres Berufs beisammen saß und Strümpfe strickte oder sich mit einer der langen Stricknadeln hinterm Ohr kratzte.

Mit diesem Satz konnte man weiter kommen, als man glaubte.

Nur bei den jungen Damen reichte er nicht aus.

Darum hatte sich Spreemann, als seine Wohnung immer gemütlicher wurde, sogar verleiten lassen, ein Buch anzuschaffen, von dem jetzt viel die Rede war, weil es über den Umgang mit Menschen belehrte.

Aber was da an Nachsicht, Höflichkeit und Geduld seinen Mitmenschen gegenüber gefordert wurde, hatte Klaus Spreemann im Blut sitzen. Daß man sich vor weichen, verworrenen Wünschen hüten sollte, war ihm ebenfalls selbstverständlich.

Über die Liebe jedoch fand er nur etwas Bemerkenswertes: Daß man dem geliebten Gegenstand nicht stundenlang ins Gesicht starren dürfe. Das wäre Klaus Spreemann ohnedies niemals eingefallen. Einzig neu war ihm, daß man auch seine ernsten Absichten nicht dem geliebten Gegenstand anvertrauen dürfe, sondern nur dem in Frage kommenden Papa.

Das war ein unsicheres Geschäft. Denn es war natürlich leichter, einem vernünftigen, älteren Herrn zu gefallen, als einem wetterwendischen Mädchen voll Spaß und heimlichem Schnickschnack. Nachher hatte man das Auslachen, konnte blamiert für alle Zeit hinter dem Ladentisch stehen. Ein solider Geschäftsmann aber läßt sich auf keinerlei Risiko ein.

Vielleicht ging Klaus Spreemanns löbliche Vorsicht hier zu weit, denn manche der Mütter, besonders solche, die schon drei Winter hindurch Ballkleider einkauften, oft sogar für mehrere Töchter, lächelten den offenbar recht gut situierten Herrn Spreemann, der im besten Mannesalter hinter dem Ladentisch stand, sehr gütig und nachsichtig an. Spreemann aber kam es gar nicht in den Sinn, dieses Lächeln auf seine Privatperson zu beziehen. Er war überzeugt davon, daß die Damen nur lächelten, weil sie möglichst billig einkaufen wollten. Sankt Nikolai schützte sein Patenkind vor Amors Hinterlist.

Trotzdem stand Klaus Spreemann nicht mehr allein auf der Welt.

Seit es ihm gut und reputierlich ging, hatte es sich herausgestellt, daß auch er, wie alle andern soliden Bürgersleute, Verwandte besaß. Onkel, Tanten, Vettern und Basen. Ganz wie sich's gehörte.

Man sagte damals häufig, daß Unglück zusammenleime. Sicherlich klebten auch schon zu jener Zeit Glück und Gelingen bedeutend fester.

Denn auf Onkel Emil, den Gerbermeister Ziehlke, und dessen Frau, die Tante Minna, die nun beide meist noch mit ihrer Verwandtschaft seine gewohnten Feiertagsgäste waren, konnte er sich aus seiner Kindheit her nur wenig erinnern. Auch daß er mit ihren Kindern, seinen Kusinen, reizend gespielt haben sollte, war ihm ganz etwas Neues.

Er wußte nur noch, daß Ziehlkes zu fein gewesen waren, um mit ihnen zu verkehren. Vater und er wurden stets mit wenig Freude aufgenommen, wenn sie einmal des Sonntagnachmittags in der Splittgerbergasse einkehrten. Ihre Besuche dauerten nicht lange. Wenn die Kaffeetasse ausgetrunken war, wischte man sich den Mund und ging weiter, worüber Klaus allerdings sehr zufrieden gewesen war. Denn hier mußte er sich immerfort die Nase zuhalten, trotzdem er durch die Latrinen-Jule gewiß nicht verwöhnt war. Er konnte sich nicht genug wundern, daß es etwas Feines war, zwischen diesen stinkenden Fellen zu wohnen. Er konnte gar nicht begreifen, wie man das aushielt.

Jetzt war er natürlich lebensklüger geworden. Wenn er jetzt pfeiferauchend mit Onkel Emil über gute und schlechte Konjunkturen sprach, wußte er: Geschäft ist Geschäft.

Aber auch mütterlicherseits hatte Klaus Spreemann Angehörige. Das war die Tante Karoline, die er früher überhaupt nicht gekannt hatte. Erst als sie Witwe geworden und Klaus schon zum zweitenmal den Laden vergrößerte, war sie eines Sonntagnachmittags zum Kaffee gekommen. Mit ihrem Mariechen, das nicht viel jünger als ihr Vetter Klaus war, aber noch verschämt auf alles Liebesglück der Welt wartete. Zu diesem Zweck vermietete Tante Karoline ihr bestes Zimmer an einzelne Herren, Studenten oder Sekretäre. Einstweilen noch ohne den gewünschten Erfolg.

Klaus hatte sie mit freundlicher Zufriedenheit aufgenommen, als sich die schmale Dame mit Kapotthut, Seidenumhang und goldener Brosche zu seinem Erstaunen als nahe Angehörige bekannte. Und er hatte auch Mariechen, die er ein wenig vertrocknet fand, kräftig die Hand gedrückt. So daß sie errötet war und »O Vetter!« gelispelt hatte. Und als dann Ziehlkes hinzukamen, hatte er mit großer Genugtuung die neuen Verwandten miteinander bekannt gemacht und ohne Ärger eine zweite Portion Streuselkuchen holen lassen. Er fand es durchaus richtig und standesgemäß, daß man an festlichen Tagen Verwandtenbesuch zu erwarten hatte. Es war gleich, ob man den Ofen für zwei oder zehn Personen heizte. Nur der Taugenichts gehört zu niemand.

Und der gute Hausgeist, der den Ofen zu heizen und den Kaffee zu brauen hatte, murrte doch nie über ein Zuviel an Arbeit.

Nach manchen Jahren des Ärgers, Aufpassens und doch Übervorteiltwerdens hatte Herr Spreemann auch in der Wahl seiner Wirtschafterin das Rechte getroffen. Mamsell Lieschen schien eigens für diesen Beruf erschaffen zu sein. Sie hatte alle Tugenden des sparsamen Weibes. Auch die, das Herz eines einzelnen Herrn nicht eine Sekunde lang zu beunruhigen. Im Waisenhaus groß geworden, ging stets ein Strom praktischen Gleichmuts und bescheidener Geduld von ihr aus.

Wenn der Frühling kam, band sie sich keine bunten Schleifen ins Haar, sondern sie freute sich, daß nun die Frostbeulen heilten, die Eier billiger wurden, daß es Radieschen gab, die Herr Spreemann schätzte, und jungen Schnittlauch und duftenden Dill. Wenn die Sommersonne ihr Blut zu erhitzen versuchte, hatte sie vor Arbeit überhaupt nicht Zeit, dies zu bemerken. In jeder Woche beinahe hatte eine andere Obstart ihre preiswerteste Zeit und mußte als Winterkompott eingekocht und in Gläser gepackt werden. Und mit der größten Akkuratesse. Im Herbst aber drehte sich Lieschens ganzes Denken um die Gans. Geschunden, gepökelt, gefüllt, gebraten wand sich dieser nützliche Vogel in ihren fleißigen Händen. War doch an jedem Sonnabend dicht vor der Haustür großer Gänsemarkt. Stundenlang durchschritt Mamsell Lieschen die Reihen der blauen Leiterwagen, zwischen deren Latten die langen Gänsehälse die schnatternden Köpfe heraussteckten.

»Kommen Sie her, Jungfer Lieschen, ein schönes Gänschen für den reellen Herrn Spreemann.«

»Brät sich im eignen Fett, wie die reiche Madame«, lockten die Marktfrauen.

Aber ehe Mamsell Lieschen nicht mindestens dreißig Gänsebrüste befühlt hatte, kaufte sie nicht. Das war sie dem ehrenvollen Vertrauen Herrn Spreemanns wohl schuldig. Sie trug manch blutigen Riß der unvernünftigen Gänse an Armen und Händen. Aber mit dem gleichen Stolz wie der Student seine Schmisse.

Im Winter waren die kurzen Tage auch reich mit Arbeit beladen. Da heizte Mamsell Lieschen die Öfen, briet sie Schweineschmalz aus, zart und weiß wie Himmelsschnee, hatte sie in der eiskalten Speisekammer immer etwas Gesülztes und Gepökeltes zu drehen und zu wenden.

Ohne Unterlaß strickte sie Strümpfe und Pulswärmer für Herrn Spreemann, faltete sie Fidibusse, briet sie in der einen Ofenröhre kleine, runde Äpfel braun, wärmte sie in der andern Herrn Spreemanns hellgrüne, von ihren Händen mit Rosen bestickte Hausschuhe und kannte von morgens sechs bis abends neun kein Ausruhen. Dann aber sank sie träumelos in Schlaf.

Für alles dies erhielt sie Ende jedes Monats drei runde Silbertaler. Und wenn jetzt das dritte Jahr herum sein würde, sollte sogar ein vierter, ebenso runder, hinzukommen.

Aber schon die drei Taler ärgerten Tante Karoline, die sehr rasch heimisch bei ihrem Neffen geworden und ihn viel häufiger besuchte als die Familie Ziehlke. Sie machte Klaus oft genug darauf aufmerksam, daß dieser Lohn geradezu auf die Straße geworfen sei. Und gab ihm zu verstehen, daß sie selbst von Herzen gern bereit wäre, Mamsell Lieschens Amt zu übernehmen. Aus reiner Verwandtenliebe, ohne die geringste Entschädigung. Und Mariechen bekäme er ebenso gratis dazu. Das liebe Kind spiele so reizend Piano. Und würde die ganze Wohnung mit Wohllaut erfüllen. Sogar das Piano würde sie mitbringen. Es war die stumme und doch geräuschvolle Bezahlung eines Mieters, der ohne Abschied zu nehmen ausgezogen war.

Frauen sind schlau. Und Klaus war kein Praktikus ihnen gegenüber Aber er gehörte zu den glücklichen Menschen, die stets von selbst das Richtige finden. Wenn Tante Karoline von diesen heiklen Dingen sprach, sah er so eifrig zur Decke auf, wie wenn er dort eine vielziffrige Rechnung zu addieren hätte, und dazu zog er so kräftig an seiner Pfeife, daß er sehr bald hinter einer Wolke von Tabak allen irdischen Wünschen entschwand. Erst wenn Tante Karoline hustete und spuckte und sich die Wolken wieder zu verteilen begannen, fragte er ruhig:

»Und dein neuer Mieter, gefällt er euch, seid ihr zufrieden miteinander?«

Er konnte fast immer nach einem neuen Mieter fragen. Tante Karolines Hausgenossen wechselten rascher als der unbeständige Mond. Sie hatten es zu gut bei Tante Karoline, und das können die Menschen bekanntlich nicht vertragen. Wohl zehnmal des Tages klopfte Mariechen an die Tür und fragte, ob der junge Herr vielleicht etwas nötig habe. Sobald sich aber der Herr Student oder Sekretär zum Ausgehen rüstete, kam Karoline selbst heraus, fragte, wohin des Weges und wann zurück und erinnerte daran, daß jung gefreit noch niemanden gereut habe und daß das wahre Glück nur im eignen Herzen zu finden sei. Man also nicht dazu auszugehen brauche.

Die leichtsinnigen Jünglinge eilten zwar trotzdem davon, aber Tante Karoline sagte sich hier wie bei Klaus, daß noch nicht aller Tage Abend sei. Und das war recht von ihr. Denn Hoffnung muß sein.

Auf diese Weise war man wieder einmal in den März gekommen. Wo der Mensch ganz besonders neuen Wünschen geneigt ist. Man heizte zwar noch, aber wenn man die Fenster geöffnet hatte, blieb noch lange ein frischer, belebender Hauch im Zimmer zurück.

Klaus Spreemann hatte schon die ganze neue Sommersaison im Lagerraum. Einen Bleistift hinterm Ohr und einen in der Hand, notierte er die Preise, klebte er die Etiketten, rechnete er die wünschenswerten Überschüsse aus.

Oben in der Küche putzte Mamsell Schmidt die ersten Radieschen und bemerkte dabei mit Staunen die erste Fliege. Die Fliegenklappe, eine Schuhsohle an ein Holzstück gebunden, lag noch wohlverwahrt bei den Sommersachen. Aber Lieschen versuchte trotzdem, sich des geflügelten Insekts zu bemächtigen, denn sie hatte auch für die Mahlzeiten eines Laubfroschs zu sorgen. Sie selbst hatte sich erlaubt, ihn Herrn Spreemann als Weihnachtsgabe zu überreichen.

In Ausdauer geübt, hielt Lieschen auch schließlich diese weltfremde erste Fliege zwischen Daumen und Zeigefinger, um sie so dem Laubfrosch zu überreichen.

Zugleich wollte sie sehen, wie es mit dem Wetter stand.

Es lag eine merkwürdige Unruhe in der Luft. Am Himmel wie zwischen den Häusern. In den Straßen war ein Lärmen, Rennen, ein Gejohle und Gesinge, als wäre die ganze Stadt ein Jahrmarkt. Es war nicht klug zu werden aus alledem.

Aber auch der Laubfrosch schien ratlos zu sein. Er schnappte zwar eilig die Fliege, aber kaum, daß er oben auf der Leiter saß, hüpfte er wieder herab. Und war er unten, hopste er wieder hinauf. Heute war irgend etwas nicht richtig in Berlin.

Mamsell Schmidt beschloß, in den Hof hinunterzugehn und Wasser zu holen. Vielleicht traf man dort am Brunnen diese oder jene, die mehr wußte. Während sie mit den klappernden Eimern die Treppe hinunterstieg, zog draußen wieder ein lärmender Schwarm Studenten vorbei. Sie sangen:

»Gegen Demokraten helfen nur Soldaten.«

Lieschen schüttelte den Kopf. Das ging nun schon seit Tagen so. Herr Spreemann hatte wirklich recht. Hatte man ihnen dazu ein ganzes Schloß eingerichtet? Dieses Prachtgebäude am Kastanienwäldchen? Als Lieschen den Brunnen wieder zuklappte, kam gerade die Sonne noch einmal hervor. Ihr tiefroter Abendschein spiegelte und bewegte sich in den gefüllten Eimern.

Wie Blut, dachte Lieschen und wußte nicht, was sie auf solche dummen Gedanken brachte.

Hastig griff sie nach den Eimern, um ins Haus zu gehn.

Da kam Anna, die Magd von Herrn Kreisrat Giesecke, der mit seiner Familie das obere Stockwerk bewohnte, eilig herausgelaufen.

Herr Kreisrat ließ Herrn Spreemann raten, nicht wie gewöhnlich zu Klausing an den Stammtisch zu gehn, sondern sich sein Weißbier rechtzeitig ins Haus holen zu lassen. Denn heute wäre die Straße kein Aufenthalt für anständige Leute. Er selbst ginge auch nicht aus.

Wieder schrillten draußen Pfiffe, und laufende Schritte jagten über das Pflaster.

»Was wollen denn die verrückten Menschen nur?« fragte Mamsell Schmidt und war ganz blaß im Gesicht.

Die runde, saftige Magd zuckte die Achseln.

»Ich glaube Gleichheit, das rufen sie wenigstens immer«, sagte sie dann.

»Wie denn, was denn?« Mamsell Lieschen riß den Mund auf. »Was soll denn gleich sein?«

Anna schneuzte sich und sagte:

»Mir ist alles gleich, wenn sie nur nicht schießen tun. Vor den Soldaten fürchte ich mich nicht, nur vor ihren Gewehren.«

Aber da rief man sie, und die Unterhaltung war zu Ende.

Lieschen schleppte die Eimer so rasch es ging die Treppe hinauf. Dann verriegelte sie die Tür.

Gegen Demokraten helfen nur Soldaten, sang man draußen aufs neue. Dann pfiff und heulte es und war wieder vorüber.

Kaum, daß es still geworden, klopfte es an der Tür.

»Hier ist niemand!« schrie Lieschen Schmidt und warf willenlos ein Handtuch über die fertig geputzten Radieschen.

»Nun, da machen Sie nur unbesorgt auf, Mamsell Niemand«, antwortete draußen eine gutmütige Stimme.

Lieschen hatte sofort erkannt, daß da der kleine Herr Hirschhorn vor der Tür stand. Er kam in jedem Monat einmal, um Herrn Spreemanns Hühneraugen zu schneiden. Eine der wenigen Jugenderinnerungen, die Klaus von der Landstraße und den zu großen Schuhen zurückbehalten hatte.

Mamsell Schmidt mochte den kleinen Mann nicht, der jedem bis unter die Sohlen sah und mit seinem reichen Wissen von Haus zu Haus ging. Aber heute war er ihr von Herzen willkommen. Rasch riegelte sie die Tür auf und ließ ihn herein.

»Nur schnell, Jungfer Lieschen, schnell«, sagte er. »Ich hab' schon dem Herrn Spreemann zugerufen, daß ich da bin. Heute muß es schnell gehn. Heute soll mit Gottes Hilf noch mancher loswerden, was ihn drückt.«

Damit hatte er schon mit seiner schwarzledernen Handwerkstasche den ihm bekannten Weg zu Herrn Spreemanns sauber gehaltenem Schlafzimmer zurückgelegt.

Mamsell Schmidt folgte ihm in Eile und ergriff noch unterwegs einige frischgewaschene Tücher, die sie vor Herrn Spreemanns Lehnstuhl auf den Boden breitete.

»Versprengen Sie nur nicht wieder die Nägel in alle Zimmerecken, Herr Hirschhorn«, sagte sie ermahnend.

»He, he, Mamsellchen, heute wird vielleicht noch etwas anderes in alle Ecken gesprengt«, antwortete der kleine Mann und packte eifrig seine Scheren und Messer aus.

Lieschen starrte ängstlich auf das Lächeln um seinen Mund.

»Was ist denn nur los«, sagte sie, »soll denn die Welt untergehen?«

Aber da schloß Herr Spreemann die Tür auf, und Mamsell Schmidt huschte bescheiden aus dem Zimmer.

»Ich hab' mich ein wenig verspätet«, fing Hirschhorn sofort an, als er Herrn Spreemanns kräftigen Fuß zwischen den Händen hatte. »Ich war in den Zelten, bei den Versammlungen. Ei weih, da kriegt mancher die Wahrheit zu hören. Da schwillt einem der Mut in der Brust. Das hätten Sie auch mitanhören sollen, Herr Spreemann. Weiß Gott, das hatten Sie tun sollen.«

»Ich hab' meine Arbeit«, knurrte Spreemann. Er liebte es nicht, daß Hirschhorn sprach, während er mit den scharfen Messern an seinen Füßen hantierte.

»Wir sollten Söhne haben, Herr Spreemann«, fuhr Hirschhorn fort. »Jeder sollte jetzt Söhne in der Wiege haben, Herr Spreemann. Eine neue Zeit kommt, eine große.«

»Au!« rief Herr Spreemann. »Passen Sie doch auf, Hirschhorn.«

»Pardon, pardon, Herr Spreemann. Ich bin heute ein bißchen erregt, sozusagen. Ich bewundre Herrn Spreemanns Ruhe.«

»Ich weiß nicht, warum die Leute stets mißvergnügt sind. Es wird schon alles von selbst zurechtkommen«, sagte Spreemann ärgerlich.

»Das teure Brot, die Mißernte in Schlesien«, warf Hirschhorn dazwischen, tief über Herrn Spreemanns kleine Zehe gebückt.

Herr Spreemann meinte, daß sich jeder um sich selbst kümmern müsse. Daß für Herrn Hirschhorn das Wachsen der Hühneraugen wichtiger sei als das des schlesischen Korns.

Hirschhorn erwiderte, daß alles in der Welt seinen Zusammenhang habe. Es wäre schon recht, wenn es auch das Volk besser bekäme. In der Wiege und im Sarge sähen alle Menschen gleich aus. Da könnten sie es auch zwischendurch ein bißchen ähnlicher haben.

Herr Hirschhorn hatte nicht umsonst stundenlang unter den kahlen Bäumen des Tiergartens gestanden, Reden gehört und kalte Füße bekommen. Kalte Füße, warmes Herz.

Spreemann sagte, daß er vor zwanzig Jahren solchen Aufruhr begriffen hätte. Aber jetzt wäre doch alles schön und gut.

»Jeder hat es, wie er sich's macht«, schloß er. »Wer arbeitet, hat auch zu essen.«

Hirschhorn maß mit schiefem Kopf sein begonnenes Werk an der kleinen Zehe, griff nach einem anderen Messerchen und sagte:

»Nun, es gibt auch noch höhere Güter, Herr Spreemann. Der Magen regiert nicht allein. Das Volk will und muß auch ...«

Da glitt das Messer ab und bohrte sich tief in die fleischige Zehe. Herrn Spreemanns rotes Blut strömte über die saubern Tücher.

Denn im Eifer des Disputs hatte man überhört, daß ein dumpfes Murren, ein schrilles, sausendes Geheul näher und näher schwoll.

Jetzt kam es plötzlich über den Platz gejagt.

Kreischende Stimmen von Weibern und Männern, Pfiffe, Schreie, Flüche, Drohungen ballten sich zum Gebrüll eines Raubtiers zusammen.

Mit einem Freudenruf war Hirschhorn aufgesprungen und hatte im gleichen Augenblick seinen Kram von Scheren, Messern und Feilen in die alte Ledertasche geworfen. Ohne einen Blick, ohne eine Entschuldigung für Herrn Spreemanns blutende Zehe.

»Sie kommen!« schrie er. »Sie kommen!« Und hatte mit einem Ruck zwischen seinen Salben und Pomaden eine schwarzrotgoldne Kokarde hervorgerissen.

Dann rannte er hinaus. Im Flur hatte er die Kokarde schon an seinem großen, abgenutzten Hut stecken.

»Freiheit! Gleichheit!« schrie er. »Mein Lebtag hab' ich drauf gewartet.«

Und dann riß er die Tür auf und stürzte hinaus.

Er rannte beinahe den Lehrling um, der von unten heraufgejagt kam.

»Sie bauen Barrikaden! Barrikaden bauen sie!« kreischte er mitten in Lieschens entsetztes Gesicht. »Ich geh mit, ich geh mit.«

Und er packte einen Küchenstuhl und rannte hinter Herrn Hirschhorn her.

Und der blonde junge Mann, den man immer nur lächeln sah und »sehr wohl, Herr Spreemann« sagen hörte, hatte eine Kokarde an die Staubpuschel gebunden und eine Holzbank unterm Arm. Das Gesicht verzerrt, voll Wut, warf er sich ins Gewühl.

Herr Spreemann war ans Fenster gehumpelt und sah es mit Entsetzen.

Immer unheimlicher steigerte sich das rasende Raubtiergebrüll.

Erstarrt sah Spreemann Hirschhorns lange Rockschöße in der stoßenden, stampfenden Menge verschwinden. Sah er den kleinen Lehrling beinah allen voran davonstürmen. Eine Sekunde lang blitzte eine Erinnerung in ihm auf. Sein Vater wäre auch mitgelaufen, die hohen Stiefel voll heimlicher Schätze. Und er selbst? Wenn es damals gewesen wäre ...

Da schmetterte ein Trompetensignal. Das Militär. Die Menge stieß ein Wutgeheul aus, das allen, die hinter den klirrenden Fenstern lauschten, Eiskörner über den Rücken jagte. Einen Augenblick lang staute sich alles. Dann drängte man mit verdoppelter Wut und Anstrengung vorwärts.

»Der Laden!« schoß es Spreemann beim Trompetenstoß durch den verängstigten Kopf. Wenn sie ihn plünderten. Wenn sie ihn stürmten.

Mamsell Lieschen flatterte im Zimmer herum wie ein Huhn ohne Kopf. Sie sah das Blut aus Herrn Spreemanns Zehe quillen, sie hörte das furchtbare Geheul, sah den Lehrling und den »jungen Mann« unter die Räuber gehen, hörte Militärgetrappel, Signale, Pfiffe. Jetzt begannen auch alle Glocken zu läuten. Sie wußte nicht ein, noch aus.

Als Herr Spreemann: »Der Laden, der Laden!« schrie, stürzte sie in gewohntem Diensteifer hinaus. In ihrer Todesangst vergaß sie, Angst zu haben.

Sie drückte sich zwischen die tobend Vorwärtseilenden und legte mit zitternden Händen, ohne zu wissen, daß sie's tat, die schweren Holzplanken vor die Ladentür. Noch ein kurzer Augenblick, und auch die schweren Eisenstangen fielen schützend vor Herrn Spreemanns Sommersaison. Keinen der wahnwitzig Erregten hatte die schmale Gestalt im waisengrauen Hauskleid gestört. Gerade als ein Schuß fiel, keuchte Mamsell Lieschen ins Haus zurück. Die Tür schlug zu. Sie war gesichert.

Über das Treppengeländer beugte sich Herr Kreisrat. Im Schlafrock, die runde, samtne Hausmütze auf dem Kopf, aber die Pfeife erloschen zwischen den blassen Lippen.

»Die Haustür fest verriegelt, Mamsell Lieschen?« flüsterte er fragend. »Nicht besser, noch einmal nachzusehen?«

»Ich muß hinauf, Herr Spreemann blutet!« schrie Lieschen in zappelnder Erregung.

»Blutet – woher – wieso – im Laden – in der Wohnung, verwundet von wem?«

Herr Kreisrat flüsterte es erregt und schaudernd.

»Von Herrn Hirschhorn, in demselben Augenblick, als die Horde über den Platz kam«, stieß Mamsell Lieschen eilig hervor und sprang atemlos die Stufen hinauf.

Empört raffte Herr Kreisrat den langen Schlafrock und eilte, so schnell es die lose sitzenden Pantoffeln erlaubten, die Treppe zurück.

Das mußte Frau Kreisrat, die mit Weinkrämpfen auf dem Sofa lag, so schnell als möglich erfahren.

Die Türen klappten. Oben und unten. Die Riegel schnappten vor. Unten und oben. Man war geborgen.

Herr Spreemann starrte immer noch hinter der Gardine in den kreischenden, brüllenden Haufen. Ein schmaler Blutstrom rann von seiner kleinen Zehe ins Zimmer.

»Sie rennen ins sichere Verderben. Sie opfern ihr Leben, als wenn es nichts wert wäre«, murmelte er und wußte nicht, daß auf seinem Gesicht der große Respekt lag, der sich bei ganz besonders guten Kunden doch in seine Mienen zu schleichen pflegte. Nur, daß er jetzt nicht lächelte.

»Denken Sie vor allen Dingen an Ihr eignes teures Leben!« rief Mamsell Lieschen aufschluchzend. Und kam mit Pflaster, Arnikawasser und Leinwandstreifen.

Als Herr Spreemann im Lehnstuhl saß, den Fuß gekühlt und verbunden, fühlte er sich ruhiger werden.

Mamsell Lieschen hatte die Holzläden vor die Fenster gelegt, das dämpfte den Lärm ein wenig.

Die Menge schien weiterzueilen. Allmählich wurde es ruhiger vor den Fenstern. Nur aus der Ferne klang Trommelgewirbel und Geschrei.

Lieschen zündete die Öllampe an. Der helle, ruhige Schein gab neuen Mut.

»Wenn ich an die Funzellampen denke, die man in meiner Kindheit brannte«, sagte Herr Spreemann, der nachdenklich in die freundliche Helle blickte. »Man hat es doch wirklich gut, jetzt in der Neuzeit. Ich weiß nicht, warum die Leute immer und immer unzufrieden sind.« Er seufzte. Mamsell Lieschen stand unschlüssig im Zimmer. Zu setzen wagte sie sich nicht. Aber draußen allein zu sein fürchtete sie sich.

Herr Spreemann schien auch nicht allein bleiben zu wollen.

»Wo meine Verwandten heute sein mögen«, fing er wieder das Gespräch an.

»Gott schütze sie alle«, antwortete Mamsell Lieschen demütig.

Und dann fragte sie, ob sie vielleicht den Abendtisch hier aufdecken sollte.

Herr Spreemann kam in Verlegenheit. Appetit hatte er nicht. Im Gegenteil. Aber er wollte jemanden um sich haben.

Er zog eine Weile schweigend an seiner Pfeife. Dann sagte er: »Sie können mir kühlende Umschläge auf meinen Fuß machen, Mamsell. Alle fünf Minuten einen andern.« Wieder hatte er das Richtige gefunden. Beiden war geholfen.

Auch in der Familie des Herrn Kreisrat schien man wieder im Gleichgewicht zu sein. Sanfte Klaviermusik tönte herunter. Die beiden Töchterchen spielten vierhändig und genau im Takt das hübsche Lied von dem guten Mond, der so stille durch die Abendwolken zieht.

Mamsell Lieschen summte es leise mit. So friedlich hätte alles sein können.

Aber da – Herr Spreemann horchte auf – von neuem wälzte sich das Grauenhafte näher.

»Wenn sie nur nicht die Stadt in Brand setzen«, ächzte Mamsell Lieschen, die wieder ins Flattern gekommen war.

»Die Berliner stecken ihr Berlin nicht an«, sagte Spreemann fest.

Wieder klirrten die Fensterscheiben.

Herr Spreemann löschte die Lampe und öffnete die Fensterläden um einen schmalen Spalt.

Man trug schon Verwundete.

Mamsell Lieschen schluchzte auf.

Aus Spreemanns Augen tropfte es. Er hätte gern den Arm um Lieschens Schulter gelegt. Er spürte etwas Sonderbares – weiche, schmerzliche Wünsche, wie er sie seit seiner Kindheit nicht mehr gekannt hatte. – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ...

Da zeigte jemand aus der Menge auf den gemalten Herrn auf Spreemanns Firmenschild. Die einzige Laterne, die am gurgelnden Rinnstein brannte, warf ihren matten Schein auf seine Beinkleider, schick und kariert. Gelächter erscholl. Ein Haufen Steine hagelte gegen das Schild. Man hörte es splittern. Dann stürmte man weiter.

Herr Spreemann atmete auf. Nun hatte auch er seinen Tribut gezahlt. Er untersagte Mamsell Lieschen das Jammern über diesen Vorfall. Der Lärm verhallte. Das rasende Gebrüll dämpfte sich zu dem befriedigten Geknurr des gesättigten Tieres.

In den Zimmern flammten wieder die Lampen auf. Alles wurde still.

Herr Spreemann gähnte. Die Spannung ließ nach. Er blinzelte nach seinem hohen Federbett. Zum erstenmal in seinem Leben begriff er, daß die Ehe ihre guten Seiten haben konnte. Wenn da noch so ein Bett im Zimmer stände, hätte man es wagen können, unter das hohe Deckbett zu kriechen ...

So aber blieb er im Lehnstuhl und ließ sich weiter die Zehe kühlen.

Bis draußen ein Hahn krähte. Wahrhaftig, über den Dächern dämmerte der erste Morgenschein.

Eilig verabschiedete Herr Spreemann Mamsell Lieschen. Wenige Augenblicke später lag er im Bett.

Nötiger, als daß man weiß, was die andern wollen, ist zu wissen, was man selbst will.

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