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Soldaten des Glücks. Erster Band

Richard Harding Davis: Soldaten des Glücks. Erster Band - Kapitel 5
Quellenangabe
authorRichard Harding Davis
titleSoldaten des Glücks. Erster Band
publisherVerlag von J. Engelhorn
year1900
illustratorDana Gibson
translatorF. Mangold
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170331
projectid257d4e65
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Viertes Kapitel.

Die Arbeit, die Clay nach den Bergwerken gerufen hatte, hielt ihn dort einige Zeit fest, und erst am dritten Tage nach Langhams Ankunft erschien er wieder in der Palmenvilla. Es war Nachmittag, als er die Höhe nach dem Bungalow hinanstieg, wo er die Familie fand, wie er sie verlassen hatte, mit dem Unterschiede jedoch, daß jetzt King einen Platz in dem kleinen Kreise einnahm. Clay wurde besonders von King so freundlich willkommen geheißen, daß er sich seiner Gefühle gegen diesen etwas schämte und sich für seine dreitägige Abwesenheit durch die Herzlichkeit der Begrüßung hinreichend entschädigt fand.

»Was mich anlangt,« sagte Mr. Langham, »so glaube ich gar nicht, daß Sie überhaupt etwas bei den Bergwerken zu thun hatten. Sie sind nur gegangen, um uns zu zeigen, wie notwendig Ihre Anwesenheit hier für uns ist. Wenn Sie indessen wünschen, daß ich bei meiner Rückkehr einen günstigen Bericht über unseren Betriebsdirektor erstatte, so thäten Sie besser, sich, solange wir hier sind, weniger den Bergwerken und mehr uns zu widmen.«

Daß seine Pflichten so angenehmer Natur sein sollten, sei sehr erfreulich, entgegnete Clay, und dann erkundigte er sich, was man inzwischen gesehen und getrieben habe.

Sie wären noch nirgends gewesen, erklärten ihm die Zurückgebliebenen, sondern hätten auf seine Rückkehr gewartet, damit er ihr Führer sein könne.

»Dann sollte die Stadt das erste sein, was Sie besuchen,« antwortete Clay. »Ich werde die Volante bestellen, und dann können wir alle diesen Nachmittag hinfahren. Vier haben innen Platz, und ich werde mich auf den Bock setzen.«

»Nein,« erwiderte King, »lassen Sie Hope und mich abwechslungsweise auf dem Bock sitzen; dann können wir uns mit dem Kutscher im Spanischen üben.«

»Das werden Sie etwas schwierig finden,« erwiderte Clay, »denn der Kutscher sitzt auf dem ersten Pferde wie ein Postillon. Das Ganze ist eine Art von Tandemgespann ohne Zügel. Wir betrachten die Volante als eines der stolzesten Landeserzeugnisse.«

Demnach ließ Clay den genannten Wagen vorfahren und setzte die Gesellschaft je zwei und zwei einander gegenüber in das offene Fuhrwerk. Er selbst kletterte auf den Bock, und von diesem hohen Sitze aus machte er die Insassen nach Art eines berufsmäßigen Führers auf die interessanten Dinge aufmerksam, woran man vorbeifuhr, und gab die nötigen Erklärungen. Es war ein warmer, schöner Nachmittag, und der leichte in der Luft schwebende Duft hob das satte Blau des Himmels, die auffallenden Farben der Häuser und die verschiedenen Töne des Grüns der Bäume und Gebüsche, die die Straße nach der Hauptstadt einfaßten, nur noch mehr hervor.

»Hier rechts,« sagte Clay über seine Schulter, »bemerken Sie ein Haus von Blech. Das ist die Wohnung des Betriebsdirektors der Bergwerksgesellschaft Valencia (m. b. H.) und seiner tüchtigen Helfer, der Herren Theodor Langham und Mc Williams. Das Gebäude an der äußersten Linken ist das Rundhaus, wo Mr. Mc Williams seine drei Lokomotiven untergestellt hat, und im entfernteren Mittelgrunde steht der genannte Herr selbst, damit beschäftigt, eine Zisterne auszubessern. Der Mann in dem blauen Anzug, das ist er; und da er sich bei solchen Anlässen einer sehr freien Sprache zu bedienen pflegt, wollen wir lieber rasch vorbeifahren, um ihn nicht in Verlegenheit zu setzen. Außerdem,« fügte der Ingenieur mit dem glücklichen Lachen eines Knaben hinzu, der einen unerwarteten Feiertag erhalten hat, »gebe ich ihm augenblicklich kein gutes Beispiel der Pflichttreue, wie er das von seinem Vorgesetzten erwarten sollte.«

Zwischen hohen Hecken von Agaven und Kakteen weiterfahrend, erreichte man bald die ersten mit Palmblättern gedeckten Lehmhütten, wo es von nackten, kleinen, braunhäutigen Kindern wimmelte, die die Fremden lachend und laut jauchzend begrüßten.

»Für den Pueblo ist das Land außerordentlich günstig,« bemerkte Clay dazu, »denn die verschiedenen Teile ein und desselben Baumes liefern den Leuten Nahrung, Unterkunft und Kleidung; die Sonne besorgt die Heizung, und die Regierung wechselt so häufig, daß es leicht ist, dem Steuererheber aus dem Wege zu gehen.«

Auf die Lehmhütten folgten besser gebaute einstöckige Häuser, deren Mauern in zwei kontrastierenden Farben gemalt waren, blau und rosa oder gelb. Ihre Dächer waren mit roten Ziegeln gedeckt, und über den Eingangsthüren standen die Namen, die ihnen beigelegt waren, in kräftigen schwarzen Buchstaben. Dann rasselte der Wagen über gepflasterte Straßen, die mit zweistöckigen, geschmackvollen, in rosa und blau gemalten Häusern bebaut waren. Die mit schweren, aber hübsch gearbeiteten schmiedeeisernen Gittern verwahrten und mit allerhand Schnörkelwerk in Stuck verzierten Fenster standen weit offen. In den Hauptstraßen waren Läden und Cafés, die alle nach dem Bürgersteig zu weit geöffnet und gegen die Sonne durch bunt gestreifte Markisen geschützt waren, während zahlreiche Flaggen und Wimpel in den Nationalfarben von Olancho dem Ganzen ein freundliches und heiteres Ansehen verliehen. Vor den Cafés saßen Offiziere in Uniform und dunkelhäutige Stutzer in weißen Leinenanzügen und Panamahüten, die mit Spazierstöcken von Schildpatt spielten, die bei eintretendem Bedarf leicht in Toledoklingen verwandelt werden konnten. Priester, barbeinige Maultiertreiber, zerlumpte Viehknechte mit langen, ihnen bis auf die Sandalen reichenden Mänteln, deren rote Kapuzen auf dem Rücken hingen, und Lotterielose verkaufende Negerweiber mit nackten Schultern und großen Zigarren zwischen den Lippen bevölkerten die Straßen. Für Clay und King war das alles eine alte Geschichte, aber von den andern war keines noch jemals in einer spanisch-amerikanischen Stadt gewesen. Den fernen Osten und das Mittelländische Meer kannten sie wohl, aber mit den heißen Tropen ihres eigenen Erdteils waren sie nicht bekannt; deshalb waren sie Aug' und Ohr und machten sich beständig durch leise Ausrufe der Verwunderung auf neue Merkwürdigkeiten aufmerksam.

Aber auch sie entgingen der Beobachtung und Bemerkungen nicht. Die beiden Schwestern würden überall Aufsehen erregt haben, bei der Galacour einer Königin ebenso als im Wigwam eines Indianers. Ihre Erscheinung war von einer Art, wie sie die Caballeros und die Sennoritas noch nicht kannten. Bei diesen gehörte dunkles Haar zu einer dunklen Hautfarbe, deren warmer Ton übrigens stets durch eine Lage Puder verdorben wird, aber dieser schöne rosigweiß schimmernde Teint unter Massen von schwarzem Haare war ihnen etwas seltsam Neues, so daß die wenigen Damen, die unseren Freunden auf den Straßen begegneten, stehen blieben und dem Wagen nachsahen, während die Amerikanerinnen die Mantillen der einheimischen Damen bewunderten und dabei den Eindruck hatten, daß die Matrosenhüte von Stroh, die sie selbst trugen, plump und unweiblich seien.

Clay machte es großes Vergnügen, sie auf vieles aufmerksam machen zu können, was malerisch und charakteristisch war, denn fast jede Straße, in die zu fahren er dem Kutscher befahl, hatte irgend ein Gebäude oder ein Denkmal von besonderem Interesse aufzuweisen. Daß er den Plan zu dieser Fahrt schon lange vorher entworfen und daß er sie über einen Weg führte, den er in seiner Einbildung schon häufig mit ihnen zurückgelegt hatte, wußten sie natürlich nicht. Welchen Eindruck die Hauptstadt machen werde, hatte King vorausgesehen, noch ehe er sie betreten, denn er hatte reiche Erfahrungen über südamerikanische Städte, aber auch er that so, als ob auch ihm alles neu sei, und gestattete Clay, alles zu erklären und die Gründe für die ungewöhnlichen und bemerkenswerten Erscheinungen anzuführen. Clay entging das nicht, und er wandte sich von Zeit zu Zeit an ihn, wenn er über irgend etwas im Zweifel war, aber dann schüttelte King lächelnd den Kopf, als ob er sagen wollte: »Dies ist Ihre Stadt; die Damen hören das alles lieber von Ihnen.«

Clay führte seine Schutzbefohlenen in die besten Läden, wo die beiden Mädchen geflüsterte Beratungen über Spitzenmantillen abhielten, die zu tragen sie alsbald beschlossen hatten, und prächtige Papierfächer kauften, worauf Stierkämpfer in silberstrotzenden Kostümen abgebildet waren. Nachdem sie eine Anzahl dieser offenen Läden besucht hatten, führte er sie in ein schmutziges kleines Gewölbe, wo alte Silbersachen und kostbare, mit der Hand gemalte Fächer von Perlmutter zu haben waren, die Familien verpfändet haben mochten, welche bei irgend einer Revolution ihr Alles aufs Spiel gesetzt und verloren hatten. Von da ging es in einen andern Laden, wo zwei unverheiratete alte Damen eine besonders gute Guajavalimonade feilhielten, und dann in ein Tabakgeschäft, wo sich die Herren ein paar von den im Lande gemachten Zigarren kauften, die infolge des Tabaksmonopols so schlecht waren, als es Erzeugnisse eines Monopols zu sein pflegen.

In Clay erwachte eine plötzliche Liebe für die Stadt, so erkenntlich war er dafür, daß sie Miß Langham gut unterhielt und sich ihr von der besten Seite zeigte. Er fühlte das Bedürfnis, dem unbekannten Baumeister dafür zu danken, daß er das wunderliche alte Kloster erbaut hatte, dessen gelben Wänden die Zeit einen orangefarbigen Ton gegeben hatte, der an einzelnen Stellen durch schwarze, von der Feuchtigkeit hervorgebrachte Flecken unterbrochen wurde, und für den mit grünem Moos bedeckten Springbrunnen, der vor der Klosterpforte stand, um den sich die Frauen und Mädchen der Nachbarschaft mit roten Wasserkrügen auf den Schultern und kleine Esel drängten, die unter der Last der ihnen aufgebürdeten großen Zuckerrohrbündel fast verschwanden, und für die Neger, die die grünen städtischen Wasserwagen fuhren, und die blauen Karren, worin das künstlich erzeugte Eis den Kunden zugeführt wurde. Gegen fünf Uhr beschloß man, den Rest des Tages in der Stadt zu bleiben, weshalb den beiden andern jungen Herren telephoniert wurde, die Gesellschaft in der »Venus«, der großen, feinen Restauration an der Plaza, zu treffen, wohin Clay seine Gäste zum Speisen eingeladen hatte.

Sein Vorschlag, die Zwischenzeit durch einen Besuch beim Präsidenten auszufüllen, wurde angenommen, und nachdem man längere Zeit in verschiedenen Taschen nach Besuchskarten gesucht hatte, fuhr man nach dem Regierungspalast, der an einem freien Platze im Herzen der Stadt lag.

Als man dort anlangte, waren der Präsident und seine Frau gerade im Begriffe, ihre gewöhnliche Nachmittagsspazierfahrt auf der Alameda, dem Sammelpunkte der vornehmen Welt, zu machen. Die Staatskarosse und eine Abteilung Reiterei kamen aus einem Seitenthor heraus, als die Gesellschaft am Haupteingang vorfuhr. Als sie Clay erblickten, traten General Alvarez und seine Frau ins Haus zurück und hießen die Gäste willkommen. Der Präsident führte sie in sein Empfangszimmer und bewirtete sie mit Champagner und mit Zigarren, die nicht in den Fabriken seiner Regierung erzeugt waren, während seine Frau die jungen Mädchen, nachdem sie ihnen den Staatsfestsaal gezeigt hatte, wo die Abendsonne gedämpft auf seltsame Bilder ermordeter Präsidenten, siegreicher Generale und die etwas überladene Pracht gelber Seidenmöbel schien, nach ihren eigenen Gemächern führte. Dort gab sie ihnen Thee nach Art der zivilisierten Welt und zeigte deutlich, wie erfreut sie war, einmal wieder mit Leuten aus ihren eigenen Kreisen verkehren zu können.

Während des größten Teils dieses kurzen Besuches sprach Madame Alvarez allein, indem sie zwar das Wort an Miß Langham richtete, aber Hope beständig ansah. Für diese war es etwas Ungewöhnliches, so ausgezeichnet zu werden, wenn Alice anwesend war, was auch beiden Schwestern auffiel, so daß sie nachher darüber sprachen.

»Für eine Spanierin war sie sehr geschmackvoll gekleidet,« bemerkte Alice später am Nachmittage, »aber alles, was sie trug, war gerade ein Jahr hinter der Mode, oder ›zwölf Dampfertage zurück‹, wie sich Mc Williams ausdrücken würde.«

»Sie erinnerte mich,« antwortete Hope, »an einen schwarzen Panther, den ich einmal in einem Zirkus gesehen habe.«

»Du meine Güte!« rief ihre Schwester. »Den Eindruck hat sie mir gar nicht gemacht. Warum?«

Sie wisse selbst nicht, warum, entgegnete Hope; es sei nicht ihre Art, ihre Empfindungen zu zergliedern oder ihnen auf den Grund zu gehen.

»Vielleicht weil der Panther so unglücklich aussah,« erklärte sie in zweifelndem Tone, »und die ganze Zeit rastlos auf und ab ging und mit dem Kopfe an die Stangen seines Käfigs stieß, als ob der Schmerz ihm wohlthue. Madame Alvarez machte mir denselben Eindruck – als ob sie sich eingeschlossen fühle und nach Freiheit lechze.«

Als Frau Alvarez und die beiden jungen Mädchen die Herren wieder aufgesucht hatten, begab sich die ganze Gesellschaft auf die Terrasse, und dort warteten die Besucher, bis der Präsident und seine Gattin abgefahren waren. An der Spitze der aus eingeborener Reiterei bestehenden Bedeckung bemerkte Hope einen jungen Mann mit nußbraunem Haar und heller Haut, der auf einem englischen Sattel saß. Die Augen des Offiziers waren blau, offen und anziehend, selbst jetzt, wo er, durch seine militärischen Pflichten in Anspruch genommen, gerade vor sich hinsah. Als ihn der Präsident anrief, kam plötzlich Leben in ihn; er lenkte sein Pferd an die Stufen und sprang ab. Alvarez stellte ihn vor als »Kapitän Stuart, der Befehlshaber meiner Leibwache, früher bei den Gordon Hochländern,« und legte dabei liebevoll seine Hand auf die Schulter des jungen Mannes. »Er behütet mein Leben und wacht über die Sicherheit meines Herdes und meiner Familie. Wenn er wollte, könnte er den Oberbefehl über das Heer erhalten, aber nein, er liebt mich und sagt mir, wir bedürften mehr des Schutzes vor unseren Freunden zu Hause, als vor den Feinden an der Grenze. Vielleicht weiß er es am besten. Ich traue ihm, Mr. Langham,« fügte der Präsident feierlich hinzu, »wie ich keinem andern Menschen hier im ganzen Lande traue.«

»Sehr erfreut, Kapitän Stuarts Bekanntschaft zu machen,« antwortete Mr. Langham lächelnd und vollkommen klar darüber, in welchem Maße die angeborene Zurückhaltung des Angelsachsen unter dem Lobe des Spaniers litt. In der That war Stuart so verlegen, daß er unter seiner Sonnenbräune errötete, während er, allen die Hand schüttelnd, Clay versicherte, er sei entzückt, ihn kennen zu lernen. Darüber lachten die anderen, was Stuart so weit zu sich selbst brachte, daß er in das Gelächter einstimmen und Clays Einladung, später mit ihnen zu speisen, annehmen konnte.

Als sie die Restauration erreichten, wo sie sich treffen wollten, waren Ted Langham und Mc Williams bereits dort angelangt, und alle stiegen zusammen die Treppe hinan auf den Balkon, den Clay für seine Gesellschaft belegt hatte.

In seiner Eigenschaft als Gastgeber zeigte sich der junge Ingenieur von seiner besten Seite. Das Bestreben, ein halbes Dutzend Leute zu unterhalten und zufriedenzustellen, stand ihm gut, und während Gang auf Gang folgte, die Weine wechselten und die Lichter, alles übrige im Dunkel lassend, nur den Tisch und die Gesichter der darum Sitzenden beleuchteten, wurden alle rasch noch munterer und die Unterhaltung traulicher.

Clay kannte die Art der Tischgespräche, woran Langhams gewöhnt waren, und benutzte die fremdartige Umgebung in einer Weise, daß die Unterhaltung ganz andere Bahnen einschlug. King verlockte er zu einer Schilderung der untergegangenen Städte, die er zuerst durchforscht und dann ihrer häßlichen Götzenbilder beraubt hatte; Mc Williams nötigte er, sorgfältig gesichtete Geschichten über das Leben in den Felsengebirgen zu erzählen, und selbst Stuart verlor seine Blödigkeit und entsann sich an »etwas Aehnliches, was er in Fort Nilt in Ober-Birma gesehen hatte«.

»Natürlich,« lautete Clays Erläuterung am Schlusse einer dieser Erzählungen, »da er ein Engländer ist, hat Stuart die Hauptsache in seiner Geschichte ausgelassen, nämlich, daß er die Thore des Forts mit Dynamit gesprengt hat. Dafür hat er das Verdienstkreuz erhalten.«

»Da er Engländer ist,« sagte Hope, indem sie den verlegenen Stuart mit einem ermutigenden Lächeln ansah, »war es ganz selbstverständlich, daß er das ausließ.«

Mr. Langham und seine Töchter waren dankbare Zuhörer. Noch nie zuvor hatten sie mit drei Männern an demselben Tische gesessen, die solche Erfahrungen gemacht hatten und darüber sprachen, als ob derartige Ereignisse im Leben anderer ebenso häufig vorkämen, als in ihrem eigenen, Männer, die beim Erzählen ihrer Geschichten Dinge übergingen, die den Stoff zu Schauerromanen hätten abgeben können, so daß die Erzähler ihre Zuhörer durch das, was sie ungesagt ließen, in noch größeres Erstaunen versetzten, als durch das, was in ihren Augen das Wichtigste war.

Wie alle Dinge, nahm auch das Diner ein Ende, und Mr. Langham schlug vor, hinunterzugehen und unter den Leuten auf der Plaza zu lustwandeln, allein seine beiden Töchter zogen es vor, als Zuschauer auf dem Balkon zu bleiben, und Clay und Stuart leisteten ihnen Gesellschaft.

»Endlich!« seufzte Clay leise, indem er an Miß Langhams Seite Platz nahm, die vorgebeugt und sich auf das Geländer stützend nach der Plaza hinabschaute. Zuerst verriet kein Zeichen, daß sie ihn gehört hatte; als indessen Hopes und Stuarts Stimmen am andern Ende des Balkons lauter wurden, wandte sie den Kopf und fragte: »Warum endlich?«

»Ach, das würden Sie doch nicht verstehen,« antwortete Clay lachend, »denn Sie haben nicht auf ein bestimmtes Ereignis gehofft und die Hoffnung erfüllt gesehen. Es ist die einzige Hoffnung, die mir je in Erfüllung gegangen ist, während ich fürchtete, das würde nie geschehen.«

»Sie geben sich keine große Mühe, mir begreiflich zu machen, was Sie meinen,« antwortete das junge Mädchen lächelnd, aber ohne ihre Augen von dem bewegten Schauspiel unter ihr abzuwenden. Clay nahm diese Herausforderung schweigend hin. Wie viel sie bei ihr bedeutete, wußte er nicht, und das Lächeln raubte ihr jede ernste Absicht: deshalb drehte auch er sich um und blickte auf den großen Platz hinab, ganz zufrieden damit, jetzt, wo sie mit ihm allein war, seine Zeit abzuwarten.

An einem Ende der Plaza spielte die Musik einheimische Walzer, deren Melodieen durch die Bäume drangen und das Rascheln der Gewänder der Sennoritas und das Klirren der Sporen der Offiziere übertönten, die in zwei konzentrischen Kreisen, aber in entgegengesetzter Richtung, um den mit kleinen viereckigen Platten gepflasterten Platz schlenderten. Ueber den diesen umgebenden Palmen erhob sich undeutlich die weiße Schauseite des Domes, vor dem die Bronzebildsäule Anduellas, des Befreiers von Olancho, stand, der dargestellt war, wie er als Antwort auf die stürmische Begrüßung einer Volksmasse den dreieckigen Hut erhob. Clays Anteil am Vergnügen des Abends war bis jetzt ziemlich bescheiden gewesen, allein er sah, daß die anderen befriedigt waren, und fühlte eine gewisse Genugthuung, daß selbst King ein solches Gastmahl nicht tadelloser hätte anordnen können. Clay hatte gezeigt, daß er kein Barbar war, und das gewährte ihm eine große Befriedigung, aber am liebsten erinnerte er sich daran, daß Alice, wenn er gesprochen hatte, stets eine seiner aufmerksamsten Zuhörerinnen gewesen war, selbst wenn sie den Kopf abgewandt und anscheinend einem andern gelauscht hatte. Nun quälte er sich mit der Frage, ob sie das nur gethan habe, weil er eine neue und seltsame Erscheinung in ihrem Leben war, oder weil sie fühlte, wie wichtig ihm ihr Beifall war. Zum erstenmal in seinem Leben überraschte er sich dabei, daß er überlegte, was er sagen und wie er seine Worte setzen solle, so daß sie ihr gefielen. Zum mindesten war es befriedigend, daß sie ihn, wenn auch nur für den Augenblick, ihres besondern Interesses für wert hielt, und er gelobte sich, daß nicht an ihm die Schuld liegen solle, wenn dieses Interesse jemals abnähme. Von jetzt an betrachtete er sich nicht mehr als einen Mann, der nicht zu ihren Kreisen gehörte.

Nun erhob sich Stuarts Stimme vom andern Ende des Balkons, wo die weiße Gestalt Hopes in der Dunkelheit undeutlich sichtbar war.

»Die beiden da drüben sprechen über Sie,« sagte Miß Langham, sich Clay zuwendend.

»Nun, das mögen sie thun,« antwortete dieser, »so lange sie nur ›da drüben‹ über mich sprechen.«

»Sie sind sehr offen und keck,« entgegnete Alice kopfschüttelnd und mit etwas zweifelhaftem Tone, »aber das ist zur Abwechselung einmal ganz anziehend.«

»Ich nenne es nicht keck, wenn ich sage, daß ich nicht gerne gestört werden möchte, solange ich mit Ihnen spreche. Sind denn die Herren, mit denen Sie verkehren, in der Regel nicht keck?« fragte er. »Aber ich kann wohl begreifen, warum sie es nicht sind,« fuhr er fort. »Sie schüchtern sie ein.«

»Ich kann mir nicht vorstellen, daß das eine angenehme Art wäre, auf die Leute einzuwirken,« widersprach Miß Langham nach einer Pause. »Sie schüchtere ich doch nicht ein, wie?«

»O, Sie beeinflussen mich auf mancherlei Art,« erwiderte Clay munter. »Manchmal habe ich große Angst vor Ihnen, und manchmal sind meine Gefühle wieder die einer unbegrenzten Bewunderung.«

»Da haben wir's schon wieder! Habe ich es Ihnen nicht gesagt?« erwiderte Miß Langham.

»Ja, sehen Sie, das kann ich nun einmal nicht lassen,« versetzte Clay. »Eines der wenigen Vorrechte, deren sich ein Mann in meiner Lage erfreut, ist, daß gar nichts darauf ankommt, was er sagt. Das ist der Vorteil, wenn man unbedeutend und hoffnungslos unmöglich ist. Die ›möglichen‹ Männer in der Welt, sehen Sie, die müssen sehr vorsichtig sein. Ein Premierminister, zum Beispiel, kann nicht sprechen, wie er will, und schimpfen, wenn er die Lust dazu verspürt. Was er auch sagen mag, ist so wichtig, gerade weil es von ihm kommt, daß er sehr vorsichtig sein muß. Ich dagegen bin so unbedeutend, daß sich niemand um das kümmert, was ich spreche, und deshalb nehme ich kein Blatt vor den Mund. Das ist die einzige Entschädigung, die ich habe.«

»Ist es Ihre Gewohnheit, um die Welt zu reisen und alles, was Ihnen in den Kopf kommt, jeder Frau zu sagen, die Sie zufällig – zufällig ...«

»Die ich zufällig sehr bewundere?« fiel ihr Clay ins Wort.

»... treffen,« verbesserte Miß Langham, »denn wenn das der Fall ist, so ist das eine sehr gefährliche und selbstsüchtige Gewohnheit, und Ihre Theorie der Unverantwortlichkeit ist geradezu verwerflich.«

»Nun, einem Kinde würde ich nicht gerade alles sagen,« entgegnete Clay nachdenklich, »aber einer Dame, die es schon so oft gehört haben muß ...«

»Und die, wie Sie meinen, es vielleicht gern wieder hört,« unterbrach ihn Miß Langham.

»Nein, das meine ich gar nicht,« antwortete Clay. »Ich sage es nicht, um ihr ein Vergnügen zu machen, sondern weil es mir Vergnügen macht, auszusprechen, was ich denke.«

»Wenn wir gute Freunde bleiben sollen, Mr. Clay,« sagte Miß Langham in bestimmtem Tone, »müssen sich unsere Beziehungen mehr auf eine gesellschaftliche als eine persönliche Grundlage stellen. An dem Abend, wo ich Sie zuerst traf, war das recht hübsch,« fuhr sie freundlicher fort. »Sie überfielen mich gewissermaßen und brachten es durch eine tour de force dahin, daß ich viel über mich und auch über Sie nachdachte. Ihre Geschichten von heimlich aufbewahrten Photographieen und so weiter waren ja recht interessant, aber wenn wir jetzt, wo wir sehr viel zusammenkommen werden, die ganze Zeit über uns selbst sprechen wollten, so würde ich wenigstens der Sache sehr bald herzlich überdrüssig werden. Thatsächlich wissen Sie gar nicht, was Ihre Empfindungen für mich sind, und bis Sie das wissen, wollen wir weniger darüber reden und mehr über Dinge, deren Sie sicher sind. Wann wollen Sie uns zum Beispiel in die Bergwerke führen? Und wer war Anduella, der Befreier von Olancho, der da drüben steht? Ist das nicht viel lehrreicher?«

Clay lächelte verdrossen und gab keine Antwort, sondern schaute mit gerunzelter Stirn über die Bäume der Plaza. Sein Gesicht war so ernst, und er war anscheinend in so tiefe Gedanken über das versunken, was sie gesagt hatte, daß Miß Langham eine unbehagliche Empfindung der Reue überkam. Ueberdies war das Profil des jungen Mannes, der sich jetzt von ihr abgewandt hatte, so fein und der Kopf so schön geformt, wie der einer Athenischen Büste, daß Miß Langham, die für Schönheit jeder Art nicht unempfänglich war, dieses Profil etwas betroffen und mit weicher werdender Empfindung betrachtete.

»Sie verstehen mich,« sagte sie ernst, obgleich sie ganz sicher wußte, daß sie diesen einer ihr bisher unbekannten Gattung angehörigen jungen Mann selbst nicht verstand. »Sie sind mir doch nicht böse?«

Clay wandte sich um und runzelte die Stirn. Dann lächelte er ratlos und streckte die Hand nach dem Reiterstandbild auf der Plaza aus.

»Andulla oder Anduella, der Vertragsschließer, wie er genannt wird, wurde im Jahre 1700 geboren,« sagte er. »Er war ein romantischer Mensch und befreite sein Vaterland vom spanischen Joche. Eine der Geschichten, die über ihn erzählt werden, wirft ein helles Licht auf seinen Charakter.«

Ohne einen Wechsel im Ausdruck und ohne auf das zurückzukommen, was soeben zwischen ihnen vorgegangen war, fuhr Clay während des Restes ihres Aufenthaltes auf dem Balkon in dieser Weise fort, in humoristischer und lebendiger Art die Geschichte von Olancho, seinen Helden und seinen Revolutionen, von den Freibeutern und Seeräubern der alten Zeiten und den Schwindlern und Flibustiern der Gegenwart zu erzählen. Ehe Miß Langham im stande war, ihm ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken, verging einige Zeit, denn sie dachte darüber nach, ob er wohl so thöricht sei, das, was sie vorhin gesagt hatte, übel zu nehmen, und ob nicht schließlich eine persönliche Grundlage der Unterhaltung doch anziehender sei, als die Geschichte von den Siegen und Heldenthaten toter und begrabener Spanier. –

»Dieser Kapitän Stuart,« sagte Hope zu ihrer Schwester, als sie im Mondschein nach Hause fuhren, »gefällt mir recht gut. Er scheint eine so einfache Ansicht über das zu haben, was recht und gut ist, und spricht gerade wie ein Kind. Außer an Jahren bin ich in Wirklichkeit viel älter als er – – wie kommt das nur?«

»Das wird wohl daher kommen, daß wir in deiner Gegenwart immer so sprechen, als ob du schon erwachsen wärst,« antwortete ihre Schwester. »Aber in Hinsicht auf Kapitän Stuart stimme ich dir bei; nur eines begreife ich nicht: weshalb ist er hier? Wenn er ein Ehrenmann ist, warum dient er nicht im Heere seines Vaterlandes? Hat er es am Ende gar unfreiwillig verlassen müssen?«

»O, er scheint hier eine sehr gute Stellung zu haben,« warf Mr. Langham dazwischen. »In England wäre ein Mann seines Alters höchstens Leutnant. Erinnert ihr euch nicht, wie der Präsident sagte, er würde ihn mit dem Oberbefehl über das Heer betrauen? Das ist doch gewiß eine verantwortliche Stellung und ein Beweis, daß er großes Vertrauen zu ihm hat.«

»Dieses Vertrauen wäre meines Erachtens nicht so groß, als das, was er ihm dadurch bezeigt, daß er ihn zum Beschützer seines Hauses und Herdes macht,« sagte King heiter. »Haben Sie gehört, was er heute sagte? ›Er beschützt mein Leben und wacht über die Sicherheit meines Herdes und meiner Familie.‹ Meiner Ansicht nach gehören Haus und Familie eines Mannes zu den Dingen, die er nicht der Obhut eines zufällig hier anwesenden englischen Leutnants anvertrauen dürfte. Nach allem, was ich höre, thäte Präsident Alvarez besser, weniger Ränke zu schmieden und sein Haus selbst zu behüten.«

»Der junge Offizier hat mir nicht den Eindruck gemacht, als ob er ein Mensch wäre, der den Mann hintergehen würde, welcher ihm sein täglich Brot und sein Heim gibt, und dessen Uniform er trägt,« entgegnete Mr. Langham warm. »Ich glaube nicht, daß das Haus des Präsidenten von einer Gefahr von innen bedroht wird. Madame Alvarez ...«

Bei diesen Worten wandte sich Clay plötzlich auf dem Bocke um, wo er bisher schweigend und wie eine im Mondschein undeutlich sichtbare Bildsäule gesessen hatte, und schaute auf die im Wagen hinter ihm Sitzenden hernieder.

»Madame Alvarez bedarf des Schutzes nicht, wie Sie sehr richtig zu sagen im Begriffe waren, Mr. Langham,« fiel er diesem rasch ins Wort. »Diejenigen Leute, welche sie kennen, sind nicht im stande, etwas gegen sie vorzubringen, und die, die sie nicht kennen, werden sich nicht so weit vergessen, es zu thun. – Haben Sie die Wirkung des Mondscheins auf den Mauern des Klosters bemerkt?« fuhr er gelassen fort. »Sie erscheinen darin ganz schneeweiß.«

»Nein,« riefen King und Mr. Langham rasch aus, indem sie sich beide umwandten und mit alles andere ausschließendem Interesse nach dem auf einer Anhöhe liegenden Kloster schauten.

Bevor die Schwestern an diesem Abend zu Bett gingen, kam Hope in Alices Zimmer und sah dieser bewundernd zu, wie sie vor dem Spiegel saß und ihr Haar ausbürstete.

»Ich glaube, es wird reizend hier unten werden; meinst du nicht, Alice?« fragte sie. »Alles ist so ganz anders als zu Hause und so schön – und die Herren, die wir hier treffen, gefallen mir. Ist dieser Mr. Mc Williams nicht gelungen – und so steif? Und Kapitän Stuart – nur schade, daß er so blöde ist. Der einzige Gesprächsstoff, der ihm geläufig zu sein scheint, ist Mr. Clay. Diesen betet er aber geradezu an!«

»Ja,« stimmte ihre Schwester zu; »ich habe auf dem Balkon bemerkt, daß du ein Mittel gefunden haben mußt, ihn zum Reden zu bringen.«

»Ja, das war's eben. Er spricht gern über Mr. Clay, und mir machte es Spaß, ihm zuzuhören. O, das ist einer! Er hat die erstaunlichsten Dinge vollbracht ...«

»Wer? Kapitän Stuart?«

»Nein, Mr. Clay. Er hat drei wirkliche große Kriege mitgemacht und etwa ein Dutzend kleine, und er hat Tausende von Meilen Eisenbahnen gebaut – ich weiß nicht, wie viele Tausende, aber Kapitän Stuart weiß es, und er hat die höchste Brücke in Peru errichtet. Sie führt durch die Luft über einen Abgrund, und wenn der Wind weht, schaukelt sie. Du hast gut lachen, ich aber bin der Ansicht, daß das sehr hübsch ist, und Ted denkt gerade so,« fügte Hope hinzu, wobei sie ein Gesicht machte wie jemand, der einen Beweisgrund vorbringt, wogegen sich weiter nichts einwenden läßt.

»O, ich bitte um Verzeihung,« entgegnete Alice lachend, »freilich, wenn Ted zustimmt, dann müssen wir alle auf die Kniee sinken und anbeten.«

»Vater stimmt ebenfalls zu,« fuhr Hope fort. »Er sagte, Mr. Clay sei für seine Jahre einer der bedeutendsten Menschen, dem er jemals begegnet sei.«

Miß Langhams Augen waren durch die Masse ihrer schwarzen Haare verborgen, die sie sich ins Gesicht geschüttelt hatte, und sie antwortete nichts.

»Und die Art, wie er Reggie King zum Schweigen brachte, hat mir auch sehr gut gefallen,« fuhr Hope fort, »als er und Vater so komisch über Madame Alvarez sprachen.«

»Ja, ich muß sagen,« rief ihre Schwester aus, indem sie ihr Haar ungeduldig über die Schulter warf, »ich sehe wirklich nicht ein, daß Madame Alvarez eines Beschützers bedarf. Mir kam es vor, als ob Mr. Clay dadurch, daß er so dazwischen fuhr, die Sache viel schlimmer gemacht hätte. Wie kann er sich herausnehmen, einen Mann, der so alt ist als Vater, zurechtzuweisen?«

»Wahrscheinlich hat er das gethan, weil Madame Alvarez seine Freundin ist,« antwortete Hope.

»Mein liebes Kind, eine schöne Frau findet stets einen Mann, der für sie eintritt,« entgegnete Miß Langham, »aber ich zweifle nicht daran, daß er so ist, wie ihn Kapitän Stuart dir geschildert hat,« fügte sie hinzu, indem sie sich erhob und ihrer Schwester einen Gutenachtkuß gab, »aber er soll uns jetzt nicht länger wach halten, selbst wenn er so wacker für alte Damen eintritt.«

»Alte Damen!« rief Hope höchst erstaunt. »Wie kannst du nur so reden, Alice?«

Allein ihre Schwester lachte nur und winkte ihr zu, sich zu entfernen, worauf Hope mit gerunzelter Stirn und sehr betroffen ihr Zimmer aufsuchte.

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