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Serapis

Georg Ebers: Serapis - Kapitel 28
Quellenangabe
typefiction
booktitleSerapis
authorGeorg Ebers
firstpub1885
year1885
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleSerapis
pages1-450
created20070305
sendergerd.bouillon
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Achtundzwanzigstes Kapitel.

Auch in dem großen Hause in der kanopischen Straße kam man heut spät zur Ruhe. Selbst der Landmann Demetrius war seiner Gewohnheit, zeitig zur Ruhe zu gehen, trotz seiner Ermüdung untreu geworden; er mußte das Korn reifen sehen, das er für seinen Bruder gesät hatte.

Es war keine leichte Aufgabe gewesen, Maria seinen Wünschen geneigt zu machen, aber er hatte sie dennoch zu seiner Zufriedenheit gelös't.

Freilich war er übel angelassen worden, als er mit Dada's Lobe begonnen und seinen Wunsch, sie mit Marcus vermählt zu sehen, ausgesprochen hatte, aber er war in aller Ruhe Schritt für Schritt auf sein Ziel losgegangen, und nachdem er ihr eröffnet, daß es in seiner Macht stehe, ihrem verstorbenen Gatten die Märtyrerkrone zu verschaffen, war es zu Verdächtigungen und Ausfällen von ihrer Seite gekommen, waren ihm Eide abverlangt und ihm himmlische und irdische Strafen angedroht worden; er aber hatte Alles still über sich ergehen lassen, hatte geschworen und außer dem Heil seiner Seele auch seine Güter in dieser Welt als Pfand angeboten, bis sie, überzeugt von seiner Macht, ihr das zu verschaffen, wonach ihr Herz am meisten begehrte, ihm näher gekommen war und eine veränderte Haltung angenommen hatte.

Dann aber war er ihr bei ihrem Schwanken und ihrer Verwirrung mit keinem Worte zu Hülfe gekommen und hatte dem schweren Kampfe, welchen sie innerlich durchrang, nicht ohne Schadenfreude, aber auch nicht frei von Besorgniß zugeschaut, bis die erste entscheidende Frage an ihn gerichtet worden war.

Sie hatte sich auf seine frühere Mittheilung von Dada's Entschluß, die Taufe zu empfangen, bezogen, und nachdem sie durch seine Antwort vergewissert worden war, daß das Mädchen geneigt sei, Christin zu werden, hatte sie weiter gefragt: »Und Marcus hat sie für den Glauben gewonnen?«

»Er, er allein.«

»Und Du schwörst, daß Du sie für ein reines und sittsames Mädchen hältst?«

»Gern und aus voller Überzeugung!«

»Ich habe sie in der Arena gesehen. Schön ist sie, von ungewöhnlicher Anmuth; und Marcus?«

»Er hat sein ganzes Herz an die Jungfrau gehängt, und ich weiß, daß sie seine Leidenschaft aufrichtig und uneigennützig theilt. Und dann, ich brauche Dich kaum zu erinnern, daß in dieser Stadt unter den vornehmsten Frauen unserer Verwandtschaft viele sind, deren Herkunft weit zweifelhafter erscheint als die der Freundin Deines Sohnes, denn sie gehört zu einem freien, unbescholtenen Geschlecht. Die Sippe ihres Oheims gehört zu den ersten in ganz Sicilien; doch das braucht uns wenig zu kümmern, denn der Gattin eines Enkels des Philipp wird Achtung gezollt, und wenn sie auch nur eine Freigelassene wäre.«

»Ich weiß,« hatte Maria gemurmelt, als habe das Alles für sie in der That geringe Bedeutung; dann aber war sie lange still geblieben, um endlich die Augen langsam aufzuschlagen und mit einer Stimme, in welcher der Seelenkampf nachklang, den sie noch immer nicht völlig ausgerungen, zu rufen: »Was will ich denn mehr als das Glück meines Kindes? Vor dem Herrn sind wir ja Alle gleich – Geringe und Große; aber ich bin nur ein schwaches Weib und immer noch voll Makel und Schwächen; und ich hätte darum dem einzigen Sohne eines edlen Hauses eine andere Gefährtin gewünscht als diese. So sage ich nun: ich betrachte diesen Bund wie eine Demüthigung, welche der Höchste mir auferlegt, aber ich segne ihn, und ich thu' es aus vollem Herzen, wenn die Braut meinem Sohne als Heirathsgut das Eine mitbringt, was für mich wie für ihn das letzte Ziel aller Wünsche sein muß: das ewige Heil des Apelles. Die Märtyrerkrone öffnet ihm, der ja auch Dein Vater gewesen, die Pforte des Himmels. Schaffe sie ihm, und ich führe die Sängerin selbst dem Sohn in die Arme!«

»Das soll ein Wort sein!« hatte der Landmann gerufen, und bald nach Mitternacht war er endlich zur Ruhe gekommen; denn in seiner Gegenwart hatte Maria die Sängerin dem Sohne zugeführt und den Verlobten ihren mütterlichen Segen ertheilt.

Nachdem wenige Wochen später Dada zugleich mit Gorgo die Taufe empfangen und bei derselben den Namen Cäcilie angenommen hatte, ward das junge Paar auf Wunsch der Maria von dem Bischof Theophilus selbst mit allem Pomp feierlich getraut.

Trotz der verschwenderischen Beweise einer mehr als mütterlichen Zärtlichkeit, mit der die Wittwe ihre Schwiegertochter überschüttete, fühlte sich Dada fremd und befangen in ihrer Nähe und in dem großen Haus in der kanopischen Straße.

Als Demetrius einige Wochen nach ihrer Vermählung ihrem Gatten in ihrer Gegenwart den Vorschlag machte, die Verwaltung des Familiengutes in der Cyrenaica zu übernehmen, nahm sie denselben mit Begeisterung auf, und Marcus entschloß sich rasch, ihm beizupflichten, nachdem der Landmann ihm versprochen hatte, mit ihm zu kommen und ihm in den ersten Jahren mit Rath und That zur Seite zu stehen.

Ihre Furcht, die Mutter werde gegen diesen Plan ernstlichen Widerstand leisten, war umsonst gewesen, denn wenn Maria auch versicherte, sie werde ohne sie, ihre Kinder, das Leben nur schwer ertragen, so fügte sie sich doch schnell dem Verlangen des Sohnes und nannte es gut und verständig.

Sie fürchtete die Einsamkeit nicht; denn als Wittwe des Märtyrers Apelles stand sie jetzt an der Spitze der christlichen Frauen der Stadt und zog es vor, in weiteren Kreisen als denen der Familie zu wirken. Zu den Besuchern sprach sie stets mit Begeisterung von ihrer Schwiegertochter Cäcilie, von ihrer Schönheit, Frömmigkeit und Güte, ja, sie gab sich das Ansehen, als habe sie Dada selbst als Gattin für ihren Marcus erwählt. Aber Maria hielt »die geliebte Tochter« doch nicht in Alexandria zurück; denn der bevorzugte Platz auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens kam der vornehmen Wittwe eines Blutzeugen doch mit unbestreitbarerer Sicherheit zu ohne die frühere Sängerin als mit ihr.

Das junge Paar zog in die Cyrenaica. Dada lernte auf den großen Gütern ihres Gatten mit gesundem und heiterem Sinne walten. Aus der muntern Sängerin ward eine wackere Hausfrau, aus dem müßigen Pferdeliebhaber Marcus ein fleißiger Landmann. Sein Bruder Demetrius war drei Jahre lang als Berather und Lehrer bei ihm geblieben, und wenn er ihn später – und er that es oft und auf Monate – besuchte, pflegte er dem glücklichen Marcus zu sagen: »In Alexandria bin ich Heide von ganzem Herzen, aber im Haus Deiner Cäcilie ist man mit Vergnügen ein Christ.«

Vor ihrem Aufbruch hatte den greisen Diakonus Eusebius ein schwerer Schlag getroffen. Die Predigt, welche er vor dem Sturz des Serapis gehalten, um seine Gemeinde zu beruhigen und ihr den rechten Weg zu weisen, war dem Bischof von zelotischen Geistlichen, welche ihr beigewohnt hatten, als heidenfreundlich und gotteslästerlich bezeichnet worden, und Theophilus hatte seinen eifrigen Neffen und spätern Nachfolger Cyrillus mit der Prüfung dieser Angelegenheit und der Rechtgläubigkeit des Diakonus betraut. Dabei war denn auch zu Tage gekommen, daß er die Arianerin Agne nicht nur bei sich beherbergt, sondern sie auch mit der Pflege rechtgläubiger Kranken betraut hatte, und so wurden dem Greise von dem jungen Cyrill schwere Bußen auferlegt; Theophilus aber bestimmte, daß er seines geistlichen Amtes in der Stadt, »wo man stärkerer Geister bedürfe«, enthoben und nur noch mit der Seelsorge einer ländlichen Gemeinde betraut werden solle.

Es ward dem greisen Paare schwer, das Haus und Gärtchen zu verlassen, wo sie ein Menschenalter glücklich gewesen; aber es wurde ihnen bald ein schöner Ersatz geboten, denn Marcus berief den würdigen Lehrer als Priester auf seine Güter. Die Kirchen, welche er hier in seinen Dörfern gebaut hatte, wurden vom alten Eusebius eingeweiht, und seine milde Lehre und freundliche Seelsorge veranlaßte viele Bauern und Sklaven, die Taufe anzunehmen und ihm in die Gotteshäuser zu folgen. Aber noch größern Einfluß fast als seine Predigt übte der jungen Gutsherrin Zuspruch und Beispiel. Mann und Weib, Freie und Unfreie liebten sie, verehrten sie, und was sie that, nachzuahmen, konnte nur Ehre bringen, konnte gewiß nur wohlthätig und gut sein.

So wurden denn die Tempel und Heiligthümer auf dem Gebiet des Märtyrersohnes ohne Gewalt und Drohung freiwillig verlassen, verfielen und giengen zu Grunde. Und wie auf den Gütern des Marcus, so geschah es auch auf denen des Präfekten Konstantin. Diese waren nur eine Tagereise von der Herrschaft des Marcus entfernt, und ihre Besitzer hielten Freundschaft und gute Nachbarschaft mit einander. Was Konstantin sein nannte, hatte dem Libyer Barkas gehört, demselben, welcher mit seinen Entsatztruppen vergebens im Serapeum erwartet worden war. Der Staat hatte diesen ausgedehnten und werthvollen Besitz mit Beschlag belegt, und der junge Präfekt hatte ihn, nachdem er aus dem Kriegsdienst getreten, von dem großen Vermögen gekauft, welches die alte Damia ihrer Enkelin Gorgo hinterlassen.

Des Kaufherrn Porphyrius Söhne waren dem Gemetzel in Thessalonica glücklich entronnen, und da sie Christen waren und fromm zur Kirche hielten, übertrug er ihnen schon bei Lebzeiten das Geschäft und einen großen Theil seines Reichthums, um ohne Sorge um sein Testament von nun an der christlichen Kirche gänzlich fern zu bleiben und den alten Göttern dienen zu können. Die schönen Kunstschätze, welche Konstantin und Gorgo im Hause des Barkas fanden, wurden sorgsam erhalten, und doch gab es auch in dieser Gegend, früher dem Herde vieler Aufstände zu Gunsten der alten Götter, bald nur noch wenige Heiden.

Der kleine Papias wurde mit Dada-Cäciliens Kindern auf den Gütern des Marcus und fern von seiner Schwester erzogen; denn Agne hatte, nachdem ihr die Sorge um ihr Brüderchen abgenommen worden war, eigene Wege gesucht und gefunden.

Nach dem Tode seiner Eltern im Kampf für den Serapis war der schwer verwundete Orpheus in das Krankenhaus gebracht worden, dem Eusebius als Seelsorger vorstand.

Agne hatte seine Pflege übernommen und wachte Tag und Nacht an seinem Lager. Dahin waren denn auch Dada und der kleine Papias von Eusebius geführt worden, und diese hatte jener in des Marcus Namen die Zusicherung ertheilt, daß für sie und ihren Bruder auch nach des Diakonus Tode auf's Beste gesorgt werden solle. Für's Erste war dem Greise die Erziehung des Kindes übergeben worden, und er erfreute Agne täglich, indem er ihr von den guten Eigenschaften erzählte, welche er an dem Knaben neu entdeckt zu haben meinte. Was diesen angieng, so fühlte er sich sehr wohl bei dem alten Paare, und so sehr es ihn auch freute, Agne wiederzusehen, sprang er doch nach dem Abschied von der Schwester froh und glücklich mit Eusebius und seiner Dada von dannen.

Orpheus erkannte weder das Mädchen noch das Kind, und nachdem der Besuch das Krankenzimmer verlassen, sprach der Fiebernde lauter als sonst von dem großen Apollo und anderen heidnischen Göttern. Dann sah er sich im Kampfe für den Serapis und metzelte in seiner Phantasie christliche Widersacher zu Tausenden nieder.

Bei solchen Wuthanfällen redete ihm Agne, die er nur selten erkannte, freundlich zu und versuchte es auch, von ihrem Heiland und einem ewigen Leben zu reden; er aber begann dann immer sündhafte Reden zu führen und sie zu verwünschen.

So tiefes Leid wie an diesem Lager hatte sie noch nirgends empfunden, und doch mußte sie ihm immerfort in's Antlitz schauen, und wenn sie sich sagte, daß er bald aufgehört haben werde zu sein und daß ihr der Blick seines Auges nie mehr begegnen werde, war es ihr, als solle das Licht der Sonne für sie verlöschen und in Zukunft Alles dunkel werden auf Erden. Aber seine gesunde Lebenskraft ließ ihn noch mehrere Tage und Nächte überdauern. An seinem letzten Abend hielt er Agne für eine Muse, rief sie an und sank dann besinnungslos mit seiner Hand in der ihren auf das Lager zurück, um sich nicht mehr zu regen; sie aber hörte, während sie Minute für Minute angstvoll erwartete, seine Hand werde in der ihren erkalten, dem Gespräche zweier Diakonissinnen zu, welche am Lager schlummernder Kranken wachten.

Die eine erzählte der andern, daß der Mann ihrer Schwester, ein Steinmetz, als arger Feind der Christen und hartnäckiger Heide gestorben sei. Da habe Dorothea, ihre Schwester, es sich zur Aufgabe gestellt, seine Seele zu retten. Sie sei von ihren Kindern weggeflohen, habe sie der Barmherzigkeit der Gemeinde überlassen und sich in ein Kloster begeben, um dort in der Stille für die Erlösung der Seele ihres verstorbenen Gatten zu beten.

Anfänglich sei ihr derselbe mit zornigen Geberden unter lauter Centauren und bocksfüßigen Gestalten im Traum erschienen und habe ihr befohlen, zu den Kindern zurückzukehren und seine Seele in Frieden zu lassen, denn sie befinde sich ganz wohl unter den lustigen Dämonen; aber bald darauf sei er mit versengten Gliedern vor sie getreten und habe sie angefleht, recht brünstig für ihn um Gnade zu bitten, denn man quäle ihn in der Hölle mit grausamen Martern.

Da sei Dorothea in die Wüste bei Kolzum gewandert, und hause dort noch immer in einer Höhle und nähre sich von Kräutern, Wurzeln und Muscheln, die das Meer an den Strand werfe. Sie habe sich den Schlaf abgewöhnt und bete Tag und Nacht für die Seele ihres Gatten, und es sei ihr die Kraft geworden, nur noch an ihr und ihres Gatten ewiges Theil und gar nicht mehr an die Kinder zu denken. Solcher brünstigen Hingabe sei endlich der schönste Lohn gefolgt; denn seit einiger Zeit erscheine ihr der Verstorbene in einem weißen Lichtgewande, und oft werde er von schönen Engeln begleitet.

Agne hatte kein Wort von dieser Erzählung verloren, und als sie am folgenden Tage Orpheus erkalten fühlte und in das schmerzlich verzogene Gesicht des Verstorbenen blickte, überliefen sie kalte Schauer; denn sie sagte sich, daß dieser Tote, wie der Gatte der Dorothea, viele Höllenqualen zu erdulden haben werde. Als man sie dann mit ihm allein ließ, beugte sie sich zu ihm nieder, küßte leicht seine erblichenen Lippen und gelobte sich, seine Seele zu retten.

Am selben Abend kehrte sie zu Eusebius zurück und eröffnete ihm ihren Wunsch, in die Einöde bei Kolzum zu gehen und sich dort an andere Einsiedlerinnen anzuschließen.

Der Greis bat sie, bei ihm zu bleiben, ihr Brüderchen zu hüten und ihn und seine alte Gefährtin nicht allein zu lassen; denn es sei doch eine schöne Pflicht des Christen, Barmherzigkeit zu üben und schwache Freunde in ihrem Alter zu pflegen. Die Gattin des Diakonus vereinte ihre Bitten unter Thränen mit den seinen; aber es war plötzlich eine seltsame Herzenskälte über Agne gekommen: trockenen Auges bestand sie auf ihrem Willen, nahm sie von den Wohlthätern und von Papias Abschied. Zu Fuß und bettelnd wanderte sie gen Südosten und gelangte an das Ufer des Rothen Meeres. Dort fand sie des Steinmetzen Wittwe mit verfilztem Haar, abgemagert und dem Tode nahe. Sie blieb bei ihr, schloß ihr die Augen, setzte in der Höhle der Verstorbenen das Leben fort, welches Dorothea geführt hatte, und der Ruf ihrer Heiligkeit drang allmälig weit über die Grenzen Ägyptens hinaus.

Papias suchte sie als Mann und Verwalter der Güter des alternden Demetrius mehrmals auf, um sie zu bewegen, ihm in seine neue Heimat zu folgen, aber sie that ihm nicht den Willen, sondern blieb in ihrer einsamen Klause. Sie hätte diese mit keinem Königspalast vertauscht; denn Orpheus erschien ihr schon längst in jeder Nacht, von himmlischem Licht umflossen, und es nahte die Zeit, in der sie ihn wiederzufinden hoffte.

Die Wittwe Maria unternahm in ihren späteren Jahren manche Pilgerfahrt nach geweihten Stätten, zu heiligen Personen und so auch zu der Einsiedlerin Agne; aber die Cyrenaica, wohin ihre Kinder und Enkel sie häufig luden, besuchte sie niemals; denn es bedurfte stärkerer Reize, um sie zu bestimmen, die Unbequemlichkeiten einer Reise auf sich zu nehmen.

Vor ihrem Ende war das Heidenthum aus der alten Griechenstadt verschwunden. Mit ihm erlosch ihr Glanz und versank ihre Größe, und von allen Herrlichkeiten des zweiten Ortes der Welt, der Stadt des Serapis, ist nichts übrig geblieben als eine gewaltige, heute noch zum Himmel aufragende Säule, welche zu dem hehren Tempel jenes Götterfürsten gehört hat, dessen Sturz das Ende eines großen Abschnitts im geistigen Leben der Menschheit bezeichnet. Wie diese Säule, so ist der Schein, ist die Formenschönheit des Heidenthums nicht verloren gegangen. Wir sehen zu beiden empor, und wo das lebendige Sein des Christenthums diesen Schein mit seinem Licht erfüllt und durchdringt, da hat sich die schönste Hoffnung des alten Eusebius erfüllt. In der christlichen Kunst haben beide ihre Vermählung gefeiert.

 
Ende.
 

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