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Serapis

Georg Ebers: Serapis - Kapitel 16
Quellenangabe
typefiction
booktitleSerapis
authorGeorg Ebers
firstpub1885
year1885
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleSerapis
pages1-450
created20070305
sendergerd.bouillon
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Sechzehntes Kapitel.

Der Tag war Dada im Hause des Medius schnell genug vergangen; denn es hatte da allerlei Kostüme und Coulissenstücke von ausgesuchter Wunderlichkeit zu sehen gegeben, die Kinder waren munter und zutraulich gewesen und das Spiel mit ihnen hatte ihr besonders gefallen, da all ihre Possen und Liedchen, welche dem kleinen Papias längst bekannt waren, große Wirkung auf sie übten.

Es unterhielt sie auch, zuzusehen, worin die häuslichen Leiden bestanden, als deren Opfer sich der Sänger ihren Pflegeeltern dargestellt hatte.

Medius war einer von denen, die Alles kaufen, was ihnen besonders billig zu sein scheint, und so hatte er an diesem Morgen beim Hafen Kibotus einer Versteigerung von Häringen zufällig beigewohnt und eine große Tonne voll gesalzener Fische für »einen Spottpreis« erstanden. Als diese Waare nun abgeliefert wurde, gerieth seine Frau in großen Zorn und ließ denselben zuerst an dem unschuldigen Fuhrknecht und dann an dem schuldigen Einkäufer aus. Jedes von ihnen, so rechnete sie, mußte hundert Jahre alt werden, bevor der Boden der Tonne zu sehen und der letzte Häring aufgegessen sein werde.

Der Sänger wies ihr dagegen die ungeheure Fehlerhaftigkeit dieses Resultates nach und betonte dann eifrig, daß die sehr gesunde Nahrung, welche diese vortrefflichen Fische böten, allerdings geeignet sei, die Lebensjahre der ganzen Familie auf eine ungewöhnliche Höhe zu bringen.

Diese Verhandlung, welche durchaus nicht scherzhaft gemeint war, ergötzte Dada weit mehr als die mit Zahlen und kabbalistischen Zeichen bedeckten Tafeln, Cylinder und Kugeln, auf welche Medius ihre Aufmerksamkeit zu lenken versuchte. Mitten in seinen eifrigen Auseinandersetzungen lief sie ihm davon und machte dann seinen Großkindern vor, wie die Kaninchen schnüffeln, wenn man ihnen ein Kohlblatt vorhält, und wie sie die »Löffel« bewegen.

Die Kunde von den Ereignissen vor der Präfektur, welche am Nachmittag zu Medius gelangte, versetzte ihn in große Unruhe und trieb ihn sogleich in die Stadt.

Gegen Abend kehrte er heim, und zwar als ein veränderter Mann. Er mußte etwas Schreckliches erfahren haben, denn sein Antlitz war erdfahl und die gemeine Sicherheit seines Wesens hatte einer ängstlichen Beklommenheit Platz gemacht.

Bald gieng er stöhnend auf und nieder, bald warf er sich auf das Polster und schaute starr an die Decke, bald lief er in das Atrium und blickte von dort aus behutsam auf die Straße.

Dada's Anwesenheit schien ihm auf einmal unbequem geworden zu sein, und das feinfühlige Mädchen bemerkte dies sogleich und erklärte ihm ohne Umschweife, daß sie je eher desto lieber zu den Ihren zurückkehren wolle. Da zuckte er die Achseln und seufzte: »Thu', was Du willst. Meinetwegen kannst Du auch bleiben; es ist doch Alles eins!«

Bis dahin hatte sein Weib ihn gewähren lassen, denn er geberdete sich stets wunderlich und heftig, wenn ihm Widriges begegnet war; jetzt aber verlangte sie polternd zu wissen, was über ihn gekommen, und er entsprach sogleich ihrem Wunsche. Er hatte die Frauen nur nicht vorzeitig ängstigen wollen, aber einmal mußte es doch gesagt sein: Cynegius war gekommen, um das Bild des Serapis zu zerstören, und was dann kommen werde, das wüßten sie selbst. »Heute,« rief er, »leben wir noch; aber morgen – tausend gegen eins – morgen ist es aus mit der Freude, und die Erde verschluckt das alte Nest und uns Alle zusammen!«

Diese Worte fielen auf empfänglichen Boden. Die Frau und Tochter des Sängers erschraken heftig, und da es Medius gefiel, ihnen das nahende Verderben mit um so grelleren Farben zu schildern, je tiefer er seine Worte auf sie wirken sah, begannen sie bald erst zu wimmern und dann laut zu jammern. Als die Kinder, welche man in die Schlafkammer gebracht hatte, die Alten klagen hörten, machten sie es ihnen nach, und auch Dada wurde mit von dem Grauen der Anderen ergriffen. Was Medius angieng, so hatte er sich selbst bei der lebhaften Darstellung des drohenden Weltuntergangs so tief in die Angst hineingeredet, daß er den stolzen Ruhmestitel, ein »starker Geist« zu sein, und seinen Lieblingssatz, Alles, was Gott heiße, sei in trügerischer Absicht von Priestern und Fürsten für unwissende Menschen erfunden und ihnen aufgedrängt worden, um sie auszubeuten, völlig preisgab und endlich sogar Gebete murmelte und tief in den Beutel griff, als seine Frau ihn um Erlaubniß bat, morgen früh zusammen mit einer Nachbarfamilie ein schwarzes Lamm zu opfern.

Der Schlaf floh in dieser Nacht alle Augen. Dada fand es unausstehlich im Hause des Sängers. Vielleicht bildete Medius sich nur so schreckliche Dinge ein, aber wenn das Verderben wirklich nahte, wollte sie doch tausendmal lieber mit den Ihren als mit diesen Leuten, an denen ihr etwas – sie wußte selbst nicht, was – tief innerlich entgegen war, zu Grunde gehen. Das erklärte sie ihrem Gastfreunde denn auch am folgenden Morgen, und dieser war schnell bereit, sie zu Karnis zurückzubegleiten.

Was er mit ihr vorgehabt hatte, ließ sich für's Erste keinenfalls ausführen. Er stand im Dienst des großen Magiers und Geisterbeschwörers Posidonius, zu dem halb Alexandria, Christ, Jude und Heide, lief, um mit Verstorbenen, Göttern und Dämonen zu verkehren, Mittel und Wege zu gewinnen, sich Herzen geneigt zu machen und Feinden zu schaden, die Kunst zu erlernen, sich unsichtbar zu machen und an seiner Hand Blicke in die Zukunft zu thun.

Dada hatte bei einer Vorstellung seines Meisters zuerst einer Matrone als verklärter Geist ihrer schönen verstorbenen Tochter erscheinen sollen; aber diese reiche Frau war wegen der Unruhen in der Stadt gestern Mittag auf's Land gezogen. Auch von den anderen Kunden seines Gebieters war nicht zu erwarten, daß sie sich, selbst wenn Alles besser verlief als zu erwarten stand, für's Erste bei Nacht auf die Straße wagen würden. Diese reichen Herrschaften waren so feige und voller Bedenken, und da der Kaiser außerdem neue und verschärfte Edikte gegen die Zauberei erlassen hatte, war es dem Magier selbst rathsam erschienen, die angesagten Sitzungen abzubestellen.

Medius konnte das Mädchen gerade jetzt nicht brauchen, gab sich jedoch das Ansehen, als gehe er nur so willig auf ihren Wunsch ein, um seinen Freund Karnis bald von der Besorgniß um sie zu erlösen.

Der Morgen war hell und heiß und die Stadt trotz der frühen Stunde voll erregter Menschen. Angst, Neugier, Trotz malten sich auf allen Gesichtern, aber Medius gelangte doch mit seiner Begleiterin unangefochten bis an den Isistempel am mareotischen See. Die Thore des Heiligthums waren eingeschlagen und wurden von Soldaten bewacht, aber an seiner südlichen und westlichen Umfassungsmauer drängten sich tausend und abertausend Heiden. Viele von ihnen hatten hier im Gebet und in Erwartung der Schrecknisse, welche nicht ausbleiben konnten, die Nacht durchwacht und lagen nun gruppenweise auf den Knieen und wimmerten, weinten, fluchten oder starrten in dumpfer Ergebenheit, übermüdet, gebrochen, hoffnungslos zu Boden.

Sie boten einen herzergreifenden Anblick, und weder Dada, welche sich übrigens auf dem Wege hieher weit mehr vor Frau Herse's Schelten als vor dem Untergang der Welt gefürchtet hatte, noch ihr Begleiter konnten sich dem von so Vielen getheilten Jammer entziehen.

Medius warf sich laut stöhnend auf die Kniee und zog das Mädchen mit sich zu Boden, denn auf der Umfassungsmauer des Tempels hatte sich eben ein Priester der Göttin gezeigt, und nachdem er das heilige Sistrum der Isis hochgehoben und unverständliche Gebete und Beschwörungen gemurmelt, zu reden begonnen.

Es war ein kleiner, starker Mann, dem der Schweiß strömlings von der Stirn lief, während er mitten in der Glut der höher steigenden Sonne eine furchtbare Schilderung der ungeheuren Schrecknisse entwarf, welche über die Stadt und ihre Bürger hereinbrechen würden.

Er sprach mit schwülstigem Bombast und überlauter, kreischender Stimme. Dazwischen trocknete er die triefenden Wangen mit dem weißen, linnenen Priestergewande oder schnappte, wenn ihm der Athem ausgieng, nach Luft wie ein Fisch auf dem Sande.

Das Alles störte die Menge nicht, denn der Haß, mit dem seine Rede getränkt war, und die Angst vor der nächsten Zukunft, welche sich in jedem seiner Worte spiegelte, entsprach vollkommen ihren eigenen Empfindungen; nur Dada wurde immer munterer, je länger sie ihm zusah, und weil der Tag so hell war, weil auf der Mauer dicht neben dem Priester ein Tauber mit gerade so drolligen Halsbewegungen seinem Liebchen nachtrippelte wie sonst und überall, und vorzüglich wohl, weil ihr Herz so frisch und jugendfroh schlug, als sei Alles hienieden auf's Beste bestellt, kam ihr die Welt, trotz der bösen Verheißungen des eifrigen Alten da oben, wie ein recht schöner und nicht sonderlich unsicherer Aufenthaltsort vor. Am Vorabend ihres Untergangs mußte die Erde doch wohl anders aussehen als heute, und es wollte ihr dazu sehr unwahrscheinlich vorkommen, daß die Götter ihre Pläne solch einem komischen Polterer eher geoffenbart haben sollten als anderen Menschen. Gerade weil dieser dicke Mann das Entsetzliche so sicher voraussagte, mochte sie's nicht glauben, und wie nun gar einige Helmbüsche hinter dem Redner aufstiegen und zwei kräftige Soldatenhände sich um jeden seiner plumpen Knöchel schlossen und ihn von seinem erhabenen Standpunkte gewaltsam in den Tempelhof zogen, konnte sie nur mühsam das Lachen verbeißen.

Indessen zeigte sich bald ernstlicher Grund zur Besorgniß, denn Tubaruf erklang, ein Manipel der zweiundzwanzigsten Legion rückte geschlossen gegen die klagende Menge vor und trieb sie auseinander.

Medius war unter den Fliehenden einer der Ersten. Dada hielt sich an seiner Seite, und wenn er aus Furcht den Schritt beschleunigte, so that sie es, weil sie, trotz des bösen Empfangs, auf den sie gefaßt war, je eher desto lieber mit den Ihren vereint zu sein wünschte.

So lebhaft hatte sie noch nie empfunden, wie lieb ihr dieselben waren. Herse mochte nur schelten. Ihre bösesten Worte waren doch besser gemeint als die süßesten Schmeicheleien des Medius. Sie freute sich auf jedes Einzelne, auch auf Agne und den kleinen Papias, und es kam ihr vor, als gehe sie nach jahrelanger Trennung einem Wiedersehen entgegen.

Jetzt kamen sie an die Werft, welche von dem Tempelhaine nur durch eine Gasse getrennt war; jetzt näherten sie sich dem Schiffe. Sie zog sich den Schleier vom Haupte und winkte; aber ihr Gruß blieb unerwidert. Sie mußten wohl bei Porphyrius sein, denn eben zogen einige Männer die Brücke, welche das Fahrzeug mit dem Lande verband, an's Ufer. Nun eilte sie Medius schnellfüßig voraus und holte auch den Hausmeister, von dem die Arbeit einiger Sklaven auf dem Schiffe geleitet worden war, glücklich ein, bevor er den Garten seines Herrn erreicht hatte.

Der alte Beamte war erfreut, sie zu sehen und theilte ihr sogleich mit, daß seine greise Herrin Frau Herse versprochen habe, sie, falls sie sich wieder einfinden sollte, bei sich aufzunehmen.

Aber Dada hatte auch ihren Stolz. Sie fühlte sich weder der Gorgo noch ihrer Großmutter geneigt, und als Medius sie keuchend erreichte, war die Einladung der Greisin schon sehr bestimmt von ihr abgelehnt worden.

Das Schiff stand wiederum leer.

Karnis, so berichtete der Hausmeister, hatte sich mit seinem Sohn in den Serapistempel begeben, um an der Vertheidigung desselben theilzunehmen, und Herse war ihnen gefolgt, weil sich auch Frauen – Olympius hatte es gesagt – in dem gefährdeten Heiligthum bei der Speisung der Kämpfer und als Pflegerinnen der Verwundeten nützlich machen konnten.

Enttäuscht und niedergeschlagen schaute Dada auf die verlassene, schwimmende Wohnung.

Am liebsten wäre sie den Ihren in den belagerten Tempel gefolgt, aber wie hätte sie dahin gelangen, wie sich dort nützlich machen können? Sie war auch keine Heldin, und vor Blut hatte es ihr von Kind an besonders gegraut. Es blieb ihr doch nichts übrig, als sich von Medius in sein Haus zurückführen zu lassen.

Genügende Zeit, sich zu besinnen, ließ ihr der Sänger, denn er hatte sich mit dem Hausmeister in den Schatten einer Sykomore gestellt, und dort bewiesen sie einander mit allen Gründen, welche sie in den letzten Tagen und Stunden aufgelesen, wie unabwendbar der Untergang der Welt sei, wenn das Bild des Serapis zu Falle komme.

Bei diesem lebhaften Gespräche gaben Beide nicht Acht auf das Mädchen, welches auf einer umgestürzten Herme am Wege ausruhte. Träumen, Grübeln, Schlafen am hellen Mittag war ihrer wachen und gesunden Natur zuwider, aber Hitze und gemüthliche Erregung hatten sie heute abgespannt, und so wurde sie bald von einem leisen Halbschlummer übermannt.

So oft das müde Haupt ihr auf die Brust sank, war es ihr, als stürze der Serapistempel zusammen, wenn sie es wieder erhob, wurde es ihr bewußt, daß es heiß sei, daß sie den Zusammenhang mit den Ihren verloren habe und gegen ihre Neigung zu Medius zurückkehren müsse. Endlich schlossen ihre Lider sich fester, und weil sie mitten in der Sonne saß, war es ihr ganz licht und rosenroth vor den Augen, und sie hatte dabei ein wunderliches Gesicht: Marcus, der Sohn der Maria, nahm der Bildsäule des Serapis den Modius, das Getreidemaß, welches sie auf dem Kopfe jeder Statue dieses Gottes gesehen hatte, vom Haupte und reichte es ihr. Es war ganz voll von Veilchen und Lilien und Rosen, und sie freute sich an den Blumen, und wie er den Modius vor sie hingestellt hatte, dankte sie ihm. Da streckte er ihr ruhig und freundlich die Hände entgegen; sie aber überließ ihm die ihren, und es wurde ihr sehr wohl bei dem stillen und mitleidigen Blick der großen Augen, die sie auf dem Schiffe oft minutenlang angeschaut hatten. Sie hätte ihm gern etwas sagen mögen, aber sie konnte es nicht, und sie sah es auch ruhig und ohne Besorgniß geschehen, daß Flammen das Bild des Gottes und den weiten Raum, wo es stand, ergriffen. Kein Rauch mischte sich in dies helle, freundliche Feuer, aber es zwang sie, die geblendeten Augen zu schützen, und als sie die Hand zu denselben in die Höhe führte und dann erwachend die Lider aufschlug, stand vor ihr in der Sonne Medius und gebot ihr, mit ihm nach Hause zu gehen.

Sie gehorchte und hörte seine Versicherung, daß des alten Karnis und seines Sohnes Leben keinen Sesterz werth sei, wenn sie den römischen Truppen in die Hände gefallen seien, schweigend mit an.

Niedergeschlagen und unfroh wie nie zuvor war sie an den halbvollendeten Schiffskörpern auf der Werft, deren Bau heute von keinem Arbeiter gefördert wurde, vorübergegangen, da trat aus dem Gäßchen, welches die Werkstätte von dem Isistempel schied, ein älterer Mann mit einem Knaben, und dieser letztere – sie behielt keine Zeit, sich zu fragen, ob sie recht gesehen habe oder sich täusche – dieser riß sich, sobald er sie wahrgenommen, von der Hand seines Führers los und rief ihr ihren Namen entgegen.

Eine Minute später war ihr der kleine Papias jubelnd in die Arme geflogen, hatte sich von ihr aufheben lassen und die Hände so fest um ihren Hals geschlungen, als wolle er sich nie mehr von ihr trennen; sie aber herzte und küßte ihn und fühlte wie die Augen ihr naß wurden vor Freude. Im Nu war aus dem betrübten, tief beklommenen Mädchen wieder die muntere Dada geworden.

Der Mann, welcher den Knaben hiehergeführt hatte, wurde sogleich mit tausend Fragen bestürmt, und aus seinen freundlichen Antworten gieng hervor, daß er den Buben gestern Abend weinend an einer Straßenecke gefunden, daß er ihn mit sich nach Hause genommen und nicht ohne Mühe von ihm herausgeforscht habe, daß er zu Leuten gehöre, welche auf einem Schiffe neben einer Werft Unterkunft gefunden. Trotz der Unruhen bringe er den Knaben schon jetzt zurück, weil er sich denken könne, wie groß die Besorgniß der Seinen gewesen sei.

Dada dankte dem freundlichen Handwerker mit aller Wärme, und als dieser bemerkte, wie glücklich Mädchen und Kind waren, einander wieder zu haben, freute er sich dieses Anblicks und entfernte sich heiter.

Medius hatte dies Alles stillschweigend geschehen lassen und sich begnügt, den schönen Buben in's Auge zu fassen. Wenn die Erde nicht aus den Fugen gieng, so war er vortrefflich zu brauchen, und als das Mädchen ihn fröhlich bat, auch dem Knaben ein Plätzchen in seinem Hause zu gönnen, wies er zwar bedenklich auf seinen spärlichen Erwerb und den beschränkten Raum seiner Wohnung, willigte aber zaudernd ein, nachdem sie ihm ihre goldenen Spangen als Kostgeld angeboten hatte.

Auf dem weitern Wege sah sie den Knaben fortwährend glückselig an. Sie hatte ihn so lieb, und er kam ihr vor wie eine Brücke, welche sie mit den Ihren verband.

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