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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 98
Quellenangabe
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typefairy
authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
projectidb44bb671
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Die Büffellegende

Felszeichnung

Ein Mann hatte viele Mahussu (= Raphia vinifera, d. h. Palmen, von denen Wein und Webfaser gewonnen wird). Er befestigte alle Tage Kalebassen in den Kronen und zapfte Palmwein. Eines Tages fehlte eine seiner Mahussu. Am andern fehlte eine zweite Mahussu. Jeden Tag fehlte eine weitere Mahussu. Dann war nur noch eine Mahussu da und am nächsten Tage war auch diese verschwunden. Der Mann sagte: »Jetzt möchte ich doch wissen, wer alle meine Mahussu stiehlt. Es ist hier nur die Spur eines Pakassa (Büffels). Ich will der Pakassaspur folgen.«

Der Mann ging der Pakassaspur nach. Da kam er an eine Stelle, da stand eine Mahussu. Der Mann sah, es war seine Mahussu. Er sah einen Mann hinaufklimmen. Er sah, es war sein Vater, der lange gestorben war. Er rief: »Oaa, der Dieb meiner Mahussu ist mein Vater.« Der Vater war ganz erstaunt. Er sagte: »Wie kommst du hierher?« Der Sohn sagte: »Alle meine Mahussu wurden mir gestohlen; da folgte ich der Büffelspur.« Der Vater sagte: »Du bist hier, komm, ich will dir unser Dorf zeigen. Du wirst sehen, daß wir die Mahussu brauchen.« Der Vater legte Buanga (Zaubermittel) auf seinen Leib; da war er ein Pakassa. Der Vater legte Buanga auf den Leib seines Sohnes. Da wurde er auch ein Pakassa. Beide Pakassa liefen weit weg.

Sie kamen an einen Platz, da war ein sehr schönes Dorf; da waren sehr viele Mahussu. Es waren die genommenen Mahussu. Es waren viele Menschen da. Es waren die verstorbenen Verwandten und Freunde des Sohnes. Der Vater legte Buanga auf sie. Sie waren wieder Menschen. Der Vater sagte: »Siehst du, wir haben die Mahussu nötig für unseren Wein und für die Stoffweberei. Bleib zunächst bei uns.« Der Sohn blieb zwei Jahre im Pakassadorf. Dann sagte der Vater: »Nun geh wieder.« Er schenkte dem Sohne Kakula (rote Farbe), eine Ziege, ein ganz weißes Huhn. Er sagte: »Das Huhn legt jeden Tag ein Ei. Du mußt es essen; denn wenn du es nicht ißt, und ein Kücken auskriecht, so wirst du krank. Iß in Zukunft nur Ziegen, Hühner usw: Iß kein Fleisch vom Pakassa, denn sowie du davon ißt, stirbst du und wirst auch ein Pakassa. Sprich nicht von deinen Erlebnissen hier; denn sowie du davon sprichst, mußt du sterben und als Pakassa zu uns kommen.«

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