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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 94
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Die menschenfressenden Mädchen

Felszeichnung

Alle Mädchen eines Dorfes wohnten zusammen in einem Haus. Die Leute glaubten, es seien gute Mädchen, die in dem Hause wohnten. Das Mädchen Tschidibi wohnte auch in dem Hause. Lutumba, ein Jüngling, sah Tschidibi. Er sagte zu Tschidibi: »Wo wohnst du?« Tschidibi sagte: »Ich wohne in dem Haus, wo die andern Mädchen wohnen.« Lutumba sagte: »Ich möchte dich des Nachts besuchen.« Tschidibi sagte: »Du kannst kommen. Komm aber nicht, wenn es regnet. Wenn es regnet, sind wir nicht im Hause. Komm, wenn es nicht regnet und verstecke dich im Stroh der Hauswand.« Lutumba sagte: »Es ist gut.« Tschidibi sagte nicht, daß alle Mädchen im Hause Muloschi (Zauberfrucht, die auf dem Muloschibaum wächst) aßen.

Lutumba kam mehrmals, wenn es nicht regnete, in das Haus der Mädchen und schlief bei Tschidibi. Einmal kam er in das Haus, als es regnete. Die Mädchen waren nicht da. Lutumba versteckte sich im Stroh der Hauswand. Beim ersten Hahnenschrei kamen alle Mädchen von der Menschenjagd zurück. Sie ließen sich im Haus zum Essen nieder. Die Mädchen kochten das Fleisch in einem Topf, der war ganz durchlöchert. Er war wie ein Sieb. Das Essen war bereitet.

Als das Essen bereitet war, nahm eines der Mädchen zwei hölzerne Lupingu (Menschenfiguren) aus dem Dache. Sie steckte die beiden Lupingu neben sich am Feuer in die Erde. Das Mädchen reichte dem einen Lupingu ein Menschenherz mit Biddia (Hirsebrei). Der Lupingu sagte: »Ich esse nicht, ein Mensch sieht mir zu.« Die Mädchen suchten in allen Ecken. Sie konnten aber keinen Menschen entdecken. Das Mädchen reichte nun dem andern Lupingu das Menschenherz mit Biddia. Der andere Lupingu sagte: »Der Mensch ist in der Hauswand.« Die Mädchen untersuchten die Hauswand. Sie fanden Lutumba. Die Mädchen zogen Lutumba heraus. Sie schlugen Lutumba. Lutumba floh. Die Mädchen liefen hinter ihm her und schlugen ihn. Lutumba floh. Die Mädchen schlugen ihn. Er lief in sein Haus.

Lutumba war sehr krank. Lutumba rief am andern Tage Leute. Er erzählte den Leuten alles. Lutumba starb. Die Leute sagten: »Wir dachten, die Mädchen in dem Haus dort wären gute Mädchen. Es sind Baloschi.« Sie zogen alle Mädchen aus dem Haus. Die Mädchen wurden an den großen Baum auf den großen Marktplatz gebracht. Die Mädchen wurden am Baum hochgezogen. Die Mädchen wurden an dem Baum erhängt. Als sie tot waren, schleuderte man sie an die Erde.

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