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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 86
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Mwilles Falle

Felszeichnung

Kampao, ein Mann, hatte keine Frau. Aber alle Frauen machten für ihn Essen. Eines Tages kam die Tochter Nges. Die Tochter Nges sagte: »Ich will dich heiraten.« Kampao sagte: »Es ist gut.« Die Frauen des Dorfes sagten zu Kampao: »Heirate sie nicht, denn sie kann kein Essen bereiten!« Kampao heiratete die Tochter Nges. Die Frau Kampaos (die Tochter Nges) ging alle Tage zu ihrem Vater und aß dort. Aber Kampao brachte sie nichts. Kampao hatte nichts zu essen. Er schalt seine Frau.

Eines Tages war die Tochter Nges auf dem Wege zu ihrem Vater. Sie traf an einem Kreuzweg Mununu und Mwille (Gott). Die Tochter Nges sagte zu Mwille: »Ich bin die Tochter Nges. Ich habe Kampao geheiratet. Gib mir eine Falle, damit ich für meinen Mann Essen fangen kann.« Mwille nahm einen Stock und bog ihn krumm. Dann machte er ein Loch unter der Spitze des Stockes. Er machte aber keine Schlingen. Mwille sagte: »Hier wirst du immer Tiere fangen. Wenn du aber einmal ein Tier fängst, das auf der einen Backe schwarz und weiß ist, so gib ihm einen Klaps und sage: »Lauf!« Du darfst es nicht an dich nehmen. Und bringe nie deine Hand in die Grube der Falle!« Nges Tochter sagte: »Es ist gut!«

Nges Tochter fing am andern Tage ein Tier. Sie fing alle Tage Tiere. Es ging alles ausgezeichnet. Eines Tages wollte sie zu ihrem Vater gehen. Sie rief einen Pibua (Jäger) des Dorfes und sagte: »Ich gehe für mehrere Tage in das Dorf meines Vaters. Nimm du für mich die Tiere aus der Falle. Wenn du aber einmal ein Tier fängst, das auf einer Seite schwarz und weiß ist, so gib ihm einen Klaps und sage: »Lauf!« Du darfst es nicht an dich nehmen und bringe nie deine Hand in die Grube der Falle!« Der Pibua sagte: »Es ist gut!«

Der Pibua fand am andern Tage eine Luschia (Antilope). Der Pibua fand am andern (dritten) Tage eine Luschia. Der Pibua sagte: »Weshalb soll ich wohl meine Hand nicht in die Fallengrube stecken? Ich möchte doch einmal sehen, was wird!« Der Pibua steckte die Hand hinein. Die Hand saß sogleich fest. Er wollte sie zurückziehen, die Hand war fest und wurde stark nach unten gezogen. Der Pibua rief einen Mann herbei, der in der Nähe Holz schlug. Der Pibua sagte: »Es ist besser, ich verliere nur die eine Hand und nicht den ganzen Körper. Schlag mir die Hand ab!« Der andere schlug die Hand ab. Der Pibua ging ohne die Hand ins Dorf zurück. Nges Tochter kam. Der Pibua sagte: »Zahle mir zur Sühne für meine Hand.« Nges Tochter sagte: »Ich habe dich ja gewarnt! Habe ich dir nicht gesagt: ›Bringe nie deine Hand in die Grube der Falle!?‹«

Am andern Tage ging Nges Tochter zur Falle. Sie fand darin ein Tier, das auf der einen Seite schwarz und weiß war. Sie hatte die Warnung Mwilles vergessen. Sie ließ das Tier nicht laufen. Sie nahm das Tier aus der Falle und versuchte es zu sich zu ziehen. Da fiel der rechte Fuß des Tieres zur Seite. Da fiel ihr rechter Fuß zur Seite. Da fiel der linke Fuß des Tieres zur Seite. Da fiel ihr linker Fuß zur Seite. Da fiel der rechte Arm des Tieres zur Seite. Da fiel ihr rechter Arm zur Seite. Da fiel der linke Arm des Tieres zur Seite. Da fiel ihr linker Arm zur Seite. Der Kopf des Tieres fiel. Ihr Kopf fiel.

Die Tochter Nges kam nicht zu Kampao zurück. Kampao sagte: »Ich muß sehen, wo meine Frau bleibt.« Er ging zur Falle. Da sah er alle Glieder herumliegen. Er wollte die Leichenteile seiner Frau in die Grube legen. Da sagte der Kopf des Tieres: »Wenn du deine Frau hier in die Grube wirfst, so wirf mich dazu.« Da lief Kampao fort und ließ alles liegen.

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