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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 80
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
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Bruderzwist

Felszeichnung

Es waren zwei Brüder. Der ältere Bruder konnte den jüngeren nicht leiden. Wenn der jüngere Bruder etwas tat, sagte der ältere Bruder: »Laß das! Du verstehst das nicht!« Wenn der jüngere Bruder etwas nicht tat, sagte der ältere: »Weshalb tust du das nicht? Du läßt mich alles allein machen!« Als der jüngere Bruder klein war, wurde er vom älteren geschlagen; als er größer war, wurde er vom älteren beschimpft; als er so groß war wie der ältere Bruder, konnte er ihm nichts recht machen. Der jüngere Bruder sagte (eines Tages) zum älteren Bruder: »Ich will in den Busch gehen; ich will mir ein eigenes Haus und eine eigene Farm anlegen.« Der ältere Bruder sagte: »Das ist deine eigene Sache.« Der jüngere Bruder ging mit seiner Frau in den Busch. Er baute sich im Busch ein Haus. Er legte sich eine Farm an. Er kam zu seinem älteren Bruder und sagte: »Gib mir deine Jtio (Deichsel)!« Der ältere Bruder gab ihm die Jtio und sagte ihm: »Bring sie mir aber wieder!« Der jüngere Bruder ging mit seiner Jtio zurück in sein Haus im Busch.

Am anderen Tag ging der jüngere Bruder in den Busch, um mit der Jtio Palmbäume zu schlagen. Seine Frau blieb allein im Haus. Als der Jüngere eine Zeitlang fort war, kam ein Adengegua (muß eine Art von Buschgeist sein; sie werden ebenso wie die Djowa und Baku den Alledjenu der Haussa gleichgestellt) in das Haus des Jüngeren. Er traf die Frau des Jüngeren allein zu Hause und fragte sie: »Wo ist dein Mann?« Die Frau des Jüngeren sagte: »Mein Mann ist heute früh in den Busch gegangen. Er schlägt Palmbäume!« Adengegua sagte zu der Frau: »Dann bereite mir Berre« (ist ein Aufguß kochenden Wassers auf Sorghummehl, ein sehr bitteres Getränk). Die Frau sagte: »Du sollst es haben.«

Die Frau ging. Sie machte den Berretrank zurecht; aber sie beeilte sich nicht so sehr damit. Die Frau sagte (bei sich): »Mein Mann wird bald nach Hause kommen. Dann kann er den Burschen wegbringen!« Als der Adengegua merkte, daß die Frau sich gar nicht beeilte, kam der Adengegua zu der Frau, packte sie und biß sie überall in den Körper. Er biß sie oben; er biß sie unten; er biß sie hier; er biß sie da. Er biß sie überall. Danach nahm er Baumwolle, zerrupfte sie und drückte sie überall auf ihren Körper.

Einige Zeit später kam der Mann der Frau zurück aus dem Busch. Er warf den Palmbaum, den er geschlagen hatte, vor der Tür hin und rief: »Frau bring mir Wasser zum Trinken heraus.« Die Frau sagte zum Adengegua: »Höre! Das ist mein Mann!« Der Adengegua sagte: »Frau! Geh nicht hinaus! Bring ihm nichts zu trinken!« Die Frau sagte: »Weshalb soll ich meinem Mann nichts zu trinken geben? Willst du es mir verbieten?« Darauf schöpfte die Frau aus dem Wassertopf in eine Schale, und brachte sie ihrem Mann hinaus.

Die Frau kam zum Mann hinaus. Der Mann sah die weiße Baumwolle, die überall auf dem Körper der Frau war. Der Mann fragte: »Was ist das mit dir? Wie siehst du aus?« Die Frau antwortete: »Während du weg warst, kam ein Adengegua. Der fragte mich wo du wärst. Dann verlangte er Berre. Ich machte ihm die Berre nicht so sehr schnell, weil ich glaubte, du würdest kommen und ihn wegjagen. Da kam der Adengegua mir nach, und packte mich, und biß mich überall in den Körper. Er biß mich oben, er biß mich unten; er biß mich hier; er biß mich da; er biß mich überall. Danach nahm er Baumwolle, zerrupfte sie und drückte sie überall darauf. Daher kommt es, daß ich so aussehe.«

Der Mann fragte: »Wo ist jetzt der Adengegua?« Die Frau sagte: »Er ist noch nicht weggegangen; er ist noch im Haus!« Der Mann nahm darauf seine Jtio und ging damit ins Haus. Der Mann sah den Adengegua. Er sagte: »So, du bist also der Adengegua!« Damit hob er die Jtio hoch und schlug sie dem Adengegua in den Kopf.

Die Jtio saß so fest in dem Kopf des Adengegua, daß der Mann sie nicht mehr zurückziehen konnte. Adengegua hatte die Jtio im Kopf. Er lief mit der Jtio im Kopf von dannen in den Busch.

Der junge Mann sagte: »Nun habe ich die Jtio meines Bruders verloren. Nun muß ich eine neue Jtio herstellen.« Der junge Mann begann die Arbeit. Er machte eine neue Jtio. Er nahm die neue Jtio und brachte sie in den Ort. Er suchte seinen älteren Bruder auf und sagte zu ihm: »Mein älterer Bruder! Du hattest mir deine Jtio geliehen. Es kam ein Adengegua in mein Haus während ich im Busch war. Der biß meine Frau überall; hier und da, oben und unten. Ich kam aus dem Busch, während der Adengegua noch da war. Ich wollte ihm mit der Jtio den Kopf zerschlagen. Die Jtio blieb aber in seinem Kopf stecken, er lief damit fort. Ich kann dir also die alte Jtio nicht wieder geben. Ich habe aber eine neue gemacht, und diese habe ich dir für die alte wiedergebracht.«

Der ältere Bruder sagte zu dem jüngeren Bruder: »Ich brauche keine neue Jtio. Ich will meine alte Jtio wiederhaben. Nimm deine neue Jtio also wieder mit. Geh hin und bringe mir meine alte Jtio!« Der jüngere Bruder nahm hierauf seine neue Jtio. Er ging damit in sein Haus im Busch zu seiner Frau zurück.

Der Mann sagte zu seiner Frau: »Stampf mir eine gute Menge Sorghummehl, ich werde für einige Zeit weggehen.« Die Frau bereitete ihrem Mann Mehl. Der Mann füllte es in seinen Beutel. Der junge Mann sagte zu seiner Frau: »Mein Bruder will die neue Jtio nicht nehmen. Ich soll ihm seine alte Jtio wieder bringen. Ich werde also in den Busch gehen und nach dem Adengegua suchen, dem ich die Jtio in den Kopf geschlagen habe. Ich werde sehen, ob ich die Jtio zurückerhalten kann.«

Der junge Mann ging. Er ging weit in den Busch hinein. Er ging dahin, wohin er zuvor noch nie gekommen war. Er kam dahin, wo keine Menschen sind. Er kam in das Land der Adengegua (sagt ein erklärender alter Tiwi). Der junge Mann kam an einen Fluß. An dem Fluß saß eine Adengeguafrau, die wusch sich da. Die Frau war krank; sie hatte die Kweja (eine Pickelkrankheit; kann auch Krätze sein). Die Adengeguafrau sah den jungen Mann kommen. Die Adengeguafrau sagte zu dem jungen Mann: »Nimm die Rinde von dem Baum dort und wasch mich damit; wasch mir damit die Krankheit ab.« Der junge Mann sagte: »Weshalb soll ich Rinde nehmen? Was ist das für eine Sache, daß ich nicht meine Hände nehmen soll!?« Die Adengeguafrau sagte: »Gut; tu es auch so!«

Der junge Mann wusch die Adengeguafrau dann mit den Händen ab. Als er das getan hatte, fragte ihn die Frau: »Junger Mann, sag mir wohin du gehst!« Der junge Mann sagte: »Ich habe einen älteren Bruder, der war immer schlecht zu mir. Als ich klein war, hat er mich immer geschlagen. Als ich größer wurde, hat er mich immer beschimpft. Als ich groß war, konnte ich ihm nichts recht machen. Ich ging daher mit meiner Frau in den Busch und habe mir dort ein neues Haus und eine neue Farm angelegt. Ich lieh mir eines Tages meines Bruders Jtio. Ich ging damit weiter in den Busch, um einen Palmbaum zu schlagen. Als ich fort war, kam ein Adengegua in mein Haus, fragte meine Frau, wo ich wäre. Dann verlangte er Berre. Meine Frau machte das nicht schnell. Da kam der Adengegua hinter ihr her und packte sie. Er biß sie überall. Er biß sie oben, er biß sie unten. Er biß sie hier; er biß sie da. Er biß sie überall. Dann zupfte er Baumwolle und drückte sie überall darauf. Gleich danach kam ich nach Hause. Meine Frau sagte, was geschehen war. Der Adengegua war noch da. Ich nahm die Jtio meines älteren Bruders und schlug sie ihm in den Kopf. Sie saß darin so fest, daß ich sie nicht wieder zurückziehen konnte. Der Adengegua lief damit fort. So hatte ich meines Bruders Jtio verloren. Ich machte eine neue und brachte sie meinem älteren Bruder. Ich erzählte meinem älteren Bruder, wie ich die andere verloren hatte. Mein Bruder antwortete: »Ich brauche keine neue Jtio. Ich will meine alte Jtio wieder haben. Nimm deine neue Jtio also wieder mit; geh hin und bringe mir meine alte Jtio!« Ich habe mich also auf den Weg gemacht und suche die alte Jtio meines älteren Bruders.«

Die Adengeguafrau sagte: »Hast du ein Rasiermesser bei dir?« Der junge Mann sagte: »Ja, ich habe ein Rasiermesser bei mir.« Die Adengeguafrau sagte: »Das ist sehr gut. Wir spielen und tanzen morgen. Morgen ist das große Fest der Adengegua. Dazu will sich aber ein jeder die Haare schneiden lassen. Sei in der Nähe und mache deine Sache gut, dann kannst du den Adengegua sehen, in dessen Kopf die Jtio steckt.« Der junge Mann sagte: »Dies werde ich wohl ausführen können. Wo ist die Gegend, in der das Fest gefeiert wird?« Die Adengegua sagte: »Geh in jene Richtung!«

Der Bursche machte sich auf. Er ging in die Richtung. Nach einiger Zeit begegnete ihm ein kleiner Adengeguajunge, der weinte. Der junge Mann fragten den Jungen: »Was ist mit dir?« Der Adengeguajunge sagte: »Alle bereiten sich auf das große Fest vor. Alle haben geschorene Köpfe. Nur ich habe lange Haare. Ich habe niemand, der mir die Haare schneiden könnte.« Der junge Mann sagte: »Wenn es sonst nichts ist, was dir fehlt, so komm her. Ich will dir deine Haare schneiden!« Darauf zog der junge Mann sein Rasiermesser heraus und schor dem Adengeguajungen die Haare. Der Adengeguajunge lief von dannen, dahin wo die anderen Adengegua waren.

Als der kleine Junge zu den anderen Adengegua kam, riefen alle: »Wer hat dir die Haare geschoren? Du bist sehr schön geschoren. Wer hat dir die Haare geschoren?« Der kleine Junge sagte: »Ich ging weinend von hier fort, weil ich niemand hatte, der mir die Haare scheren wollte. Im Busch dort hinten traf ich einen Mann. Der Mann fragte mich, was mir sei. Ich sagte ihm, daß ich niemand hätte, der mir die Haare schneiden könne. Darauf zog der Mann sein Messer heraus und hat mich geschoren, wie ich bin.« Die anderen Adengegua fragten: »Wo ist der Mann? Wo ist der Mann!« Der Junge sagte: »Der Mann ist nicht weit weg von hier im Busch.«

Die Adengegua liefen sogleich alle zu dem jungen Mann. Sie trafen ihn am Wege. Sie baten: »Schere uns den Kopf, wie du ihn dem Jungen geschoren hast!« Der junge Mann sagte: »Ich will es tun. Ich will einem nach dem andern den Kopf scheren.« Der junge Mann schor den Adengegua den Kopf. – Zuletzt kam auch der Adengegua angelaufen, dem der junge Mann seine Jtio in den Kopf geschlagen hatte. Dieser Adengegua kam an. Er sah den jungen Mann. Er sagte: »Das ist der Mann, der mir seine Jtio in den Kopf geschlagen hat.« Die anderen Adengegua sagten: »Das ist nicht wahr! Das ist nicht wahr! Du willst nur Streit anfangen. Das ist ein Bursche, der eben erst hier angekommen ist und der uns allen die Köpfe geschoren hat. Das ist ein guter Bursche!« Der Adengegua mit der Jtio im Kopf sagte: »Dann soll es gut sein! Dann mag er mir auch die Haare schneiden!«

Der junge Mann begann seine Arbeit. Im Kopf des Adengegua stak seine Jtio. Er stieß einmal von der Seite gegen sie, um sie locker zu machen. Der Adengegua schrie laut auf, so schmerzte ihn das. Der junge Mann schor weiter. Nach einiger Zeit stieß er noch einmal von der andern Seite an die Jtio, um sie locker zu machen. Der Adengegua schrie laut auf, so schmerzte ihn das. Der junge Mann schor weiter. Von Zeit zu Zeit aber stieß er an die Jtio, um sie locker zu machen. Jedes Mal schrie der Adengegua auf vor Schmerz. Nach einiger Zeit war die Jtio locker. Als die Jtio locker war, ergriff der junge Mann sie und zog sie mit einem Ruck aus dem Kopf des Adengegua. Der Adengegua schrie laut auf. Der junge Mann rannte aber mit der Jtio, so schnell er konnte, von dannen.

Der junge Mann kam nach einiger Zeit an den Fluß. Am Fluß saß wieder die Adengeguafrau mit der Kwejakrankheit. Die Adengeguafrau fragte ihn: »Hast du deine Jtio wiedergewonnen?« Der junge Mann sagte: »Ja, ich habe sie wiedergewonnen, hier ist sie.« Die Adengeguafrau fragten den jungen Mann: »Willst du mich noch einmal waschen?« Der junge Mann sagte: »Was ist das für eine Sache, daß ich dich nicht noch einmal waschen sollte!?« Der junge Mann wusch darauf die Frau noch einmal mit den Händen.

Als er das getan hatte, gab die Frau ihm einen Ring aus Kupfer. Die Adengeguafrau sagte zu dem jungen Mann: »Wenn deine Frau einmal schwanger wird und ein Kind gebärt, soll sie diesen Ring dem Kind um den Hals legen. Danach soll sie ihn aber wieder abnehmen und zur Seite tun. Wird sie dann wieder schwanger und bekommt wieder ein Kind, soll sie dem zweiten Kind den Ring wieder um den Hals legen. Danach soll sie ihn aber wieder abnehmen und beiseite tun. Sie soll jedem Kind ihn um den Hals legen und ihn dann wieder abnehmen und in einem Topf aufbewahren.« Der junge Mann nahm den Ring und ging von dannen.

Der junge Mann ging weit im Busch hin, bis er an sein Haus kam. Der junge Mann traf seine Frau. Seine Frau sagte: »Hast du die Jtio deines älteren Bruders?« Der junge Mann sagte: »Ja, ich habe die Jtio meines älteren Bruders und dann habe ich noch einen Ring aus Kupfer, den legen wir in einen Topf, und jedesmal, wenn wir ein Kind haben, legen wir ihm den Ring um, danach sollen wir ihn aber wieder in einen Topf tun.« Die Frau sagte: »So wollen wir es machen.«

Der ältere Bruder hörte im Ort, daß sein jüngerer Bruder von den Adengegua wieder gekommen sei, daß er die alte Jtio und einen Kupferring mitgebracht habe. Der ältere Bruder sagte: »Ich muß nach meinem jüngeren Bruder sehen und muß meine Jtio wieder von ihm abholen.« Der ältere Bruder machte sich auf den Weg. Er kam zu dem jüngeren Bruder. Er sagte: »Du hast meine alte Jtio wieder mitgebracht?« Der jüngere Bruder sagte: »Ja, ich habe die alte Jtio wieder mitgebracht. Hier ist sie. Nimm sie nur mit.«

Der ältere Bruder nahm die Jtio. Dann sagte er: »Du hast noch einen Ring aus Kupfer mitgebracht, der Kindern gut ist?« Der jüngere Bruder sagte: »Ja, ich habe einen solchen Ring mitgebracht.« Der ältere Bruder sagte: »Meine Frau ist schwanger. Sie wird in den nächsten Tag ein Kind gebären. Leihe ihn mir, daß ich ihn dem Kind umlege.« Der jüngere Bruder sagte: »Es ist gut. Nimm ihn. Aber wenn ich ihn selbst brauche, muß ich ihn unbeschädigt zurückerhalten.« Der ältere Bruder sagte: »Dann wirst du ihn unbeschädigt zurückerhalten.« Der ältere Bruder nahm den Ring und ging mit ihm nach Hause.

Die Frau des älteren Bruders gebar bald darauf ein Mädchen. Der ältere Bruder legte dem Mädchen den Kupferring um, den er von seinem jüngeren Bruder geliehen hatte. Das Mädchen wuchs schnell heran. Der Hals des Mädchens wurde schnell dick. Der Ring war ganz fest. Kurze Zeit darauf kam der jüngere Bruder zum älteren Bruder und sagte: »Meine Frau ist schwanger; sie wird in den nächsten Tagen ein Kind gebären. Gib mir den Kupferring wieder, den ich dir geliehen habe.« Der ältere Bruder sagte: »Wart ein wenig; ich will gleich einen Schmied holen, der den Ring durchschneidet. Er ist sehr fest um den Hals meiner Tochter gewachsen.«

Der jüngere Bruder sagte: »Du darfst den Ring nicht durchschneiden lassen. Ich will ihn unbeschädigt zurückerhalten.« Der ältere Bruder sagte: »Wie soll ich dann aber den Ring vom Hals meiner Tochter herunterbekommen? Soll ich ihr etwa den Hals durchschneiden?« Der jüngere Bruder sagte: »Wie du den Ring vom Hals deiner Tochter nimmst, das kann mich nichts angehen. Ich will nur meinen unbeschädigten Ring wiederhaben, so wie du früher genau die alte Jtio wieder haben mußtest.« Der ältere Bruder mußte seiner Tochter den Hals durchschneiden, um den Kupferring abzunehmen. Der ältere Bruder gab dann dem jüngeren Bruder den Ring zurück. Der jüngere Bruder nahm ihn und sagte: »Nun ist die Sache erledigt!« – Der jüngere Bruder ging mit dem Kupferring heim. Seine Frau gebar ein Kind. Der jüngere Bruder legte dem Kind den Ring um. Nach einiger Zeit nahm er ihn wieder ab und legte ihn in einen Topf. Bald darauf war seine Frau wieder schwanger. Der jüngere Bruder hatte viele Kinder. Der ältere Bruder hatte keine Kinder.

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