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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 76
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Spinne und Salzstoff

Felszeichnung

Spinne hatte eine Frau aus einem anderen Dorf. Spinne wollte einmal deren Eltern besuchen. Aber Spinne hatte kein Kleid. Spinne kam zu einer Häuptlingsfrau und sagte: »Ich möchte einmal die Eltern meiner Frau in ihrem Dorf besuchen, aber ich habe kein Kleid anzuziehen. So wie ich bin, kann ich nicht gehen.« Die Häuptlingsfrau sagte: »Ich will dir behilflich sein und dir einen Stoff leihen, den du umhängen kannst. Aber du darfst den Stoff nicht im Freien tragen, wenn es regnet. Sobald es zu regnen beginnt, mußt du den Stoff mit andern Sachen bedecken.« Spinne sagte: »Es ist gut.« Die Häuptlingsfrau gab Spinne den Stoff.

Der Stoff der Häuptlingsfrau war aber von Salz. Spinne machte sich auf den Weg in das Dorf der Eltern seiner Frau. Alle Leute, die Spinne unterwegs sahen, sagten: »Was hat Spinne für ein schönes weißes Kleid!« Als Spinne in dem Dorf der Eltern seiner Frau ankam, sagten alle: »Was hat Spinne für ein schönes weißes Kleid! Es muß Spinne recht gut gehen, daß er so schöne Kleider haben kann.« Man setzte Spinne sogleich Essen und Trinken vor. Spinne blieb einige Tage fort. Nach einigen Tagen machte sich Spinne dann auf den Heimweg.

Als Spinne auf dem Weg nach Hause war, schlug der Wind ihm einen Zipfel seines Kleides in den Mund. Spinne schlug den Stoff zurück, aber er hatte den Salzgeschmack im Munde. Spinne sagte: »Der Stoff schmeckt nach Salz.«

Spinne leckte noch einmal daran. Spinne leckte wieder. Spinne leckte wieder. Spinne leckte zuletzt den ganzen Stoff auf, so ausgezeichnet schmeckte ihm der Stoff. Es blieb nichts von dem Stoff übrig. Als Spinne merkte, daß der Stoff ganz aufgeleckt war, bekam er einen Schrecken. Er lief nicht nach Hause, sondern versteckte sich anderweitig voller Angst.

Die Häuptlingsfrau sandte zu Spinnes Haus und ließ fragen: »Wo ist mein Stoff?« Niemand konnte es sagen. Die Leute suchten Spinne und suchten den Stoff. Endlich machten sich die Häuptlingssöhne auf den Weg. Sie suchten Spinne und fanden Spinne. Die Leute fragten: »Wo ist der Stoff?« Spinne konnte es nicht sagen. Da schlugen die Häuptlingssöhne Spinne so, daß er platt wurde. Seitdem ist Spinne platt und versteckt sich in den Nischen und Löchern der Mauern. Auch versucht Spinne das Kleid wieder zurechtzuweben. Spinne spinnt und spinnt. Aber Spinne bekommt das Kleid nicht fertig.

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