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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 67
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Bassari, Tim und Tiwi

Felszeichnung

Längs der Oberguineaküste, zwischen Senegal und Benue (»Mutter der Gewässer«), liegt Frobenius' Atlantische Kultur mit ihrer durch Mythen, Symbole und Kulte sich zeigenden kosmischen Ordnung. Das Volk der Bassari im nördlichen, das der Tim im südöstlichen Togo rechnet er dazu, ebenso ein Nachbarvolk der Djukun, die Muntschi oder Tiwi, wie sie sich nennen. Die einen sind stark von der Eisenindustrie geprägt, die anderen durch Handelsmärkte, die dritten mehr durch bäuerlichen Habitus und ihre Nähe zu den Waldvölkern im Süden.

Diese Völker kennen keine Geheimbünde, da es an Beschneidungsriten, Männerorden, an Alters- oder Geschlechtertrennung fehlt. Sie sind den Ahnen verpflichtet (Manismus), glauben z. T. an Wanderungen der Totenseele, an Wiedergeburt. Vor allem ist der sudanische Schamanismus klar bei ihnen entwickelt.

Bei den Bassari bedient sich der Uboa, der Schamane oder Prophet, eines Stockorakels; der 1,20 m lange, mit drei Ringen und Hühnerblut versehene Stab gibt ihm die Kraft, alle an ihn gerichteten dringlichen Fragen im Gesprächszeremoniell zu beantworten. Die Zeremonie des Feuertanzes führt zur Entdeckung der in Funkenform sichtbaren kannibalischen Vampire (Usopu, Pl. Bussopobe).

Felszeichnung

Usopu ist man, ebenso wie ein Uboa, von Geburt an. Der Usopu zieht die Seele aus dem Körper des Opfers und verwandelt sie in ein vierfüßiges Tier. Dieses Seelentier schleppt er auf den Marktplatz, schlachtet es und verzehrt es mit anderen Vampiren. Er kann nur Mitglieder der eigenen Familie in seine Gewalt bringen. Und der Uboa kann nur helfen, solange das Tier nicht getötet ist. Er darf auf keinen Fall den Namen des Täters nennen, das besorgt der Uboa eines Nachbardorfes.

Bei den Tim heißt der Vampir Ivellu, pl. Ifella. Nachts streunt er als Hyäne umher; wenn man sie tötet, stirbt zur gleichen Stunde der Ivellu-Mann im Dorf. Der Teu (Schamane) der Tim befragt bei der Krankendiagnose ein Sandorakel. Im Kulthaus stehen neben den Lisassi (paarweisen Holzfiguren) zwei eiserne Schlangen, Songoiwa. Eine gilt als Mann und eine als Frau: Symbol göttlicher Fruchtbarkeit. Adam und Evas Sündenfall läßt sich durchaus anders verstehen . . .

Bei den Tiwi geht die Menschheit auf einen Mann und eine Frau zurück. Die beiden waren verheiratet und hatten erst nichts zu essen außer drei Nüssen von Bäumen. Die Frau suchte im Busch weiter, der Mann blieb zuhause.

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