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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 55
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
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Die fünf Sklaven

Felszeichnung

Ein Mann heiratete ein junges Mädchen. Die junge Frau wurde nicht schwanger. Die Frau wurde ganz alt. Der Mann schlief noch einmal bei ihr. Da wurde sie schwanger. Ihr Knie schwoll an. Das Knie schwoll mehr und mehr an. Der Mann sagte: »Bisher hat die Frau mir kein Kind gegeben. Gott (Soko) wolle mir helfen, wenn das Kind schlecht ist!«

Am anderen Tage schwoll das Knie der Frau noch mehr an. Der Vater nahm seine Hacke und ging auf die Farm. Die Frau nahm einen Topf und ging zum Fluß hinab. Sie schöpfte den Topf voll Wasser. Sie trug ihn heim. Sie wollte den Topf absetzen. Sie stützte ihn gegen das geschwollene Knie. Das Knie platzte auf. Aus der Öffnung kam ein ganz kleines Kind heraus. In der einen Hand hatte das Kind einen Bogen und Pfeil, in der andern ein Messer. Die Mutter erschrak. Das Kind sagte: »Weshalb erschrickst du? Dein Mann hat gesagt, daß Gott ihm helfen solle, wenn ich ein schlechtes Kind wäre. Ich bin aber kein schlechtes Kind.« Dann lief der kleine Junge mit seinen Waffen hinaus in die Farm, in der der Vater arbeitete.

Der kleine Junge war ganz klein. Er war noch kleiner als andere Kinder, die eben geboren sind. Er lief mit den Waffen durch die Farm. Der Vater sah ihn kommen. Der Vater erschrak. Der Vater wollte weglaufen. Der kleine Knabe rief: »Weshalb willst du weglaufen? Ich bin das Kind, das aus dem Knie deiner Frau geboren ist. Ich bin dein eigener Sohn. Mein Name ist Mama.« Der Vater hörte das. Der Vater blieb stehen. Mama kam heran. Mama sagte zu seinem Vater: »Gib mir eine Hacke. Ich will deine Arbeit verrichten.« Der Vater gab Mama eine Hacke. Mama griff zu. Er hatte sogleich die ganze Arbeit gemacht. Mama sagte: »Jetzt bin ich durstig. Gib mir eine Kalebasse.« Der Vater sagte: »Warte, kleiner Mama, ich werde dir sogleich Wasser bringen.« Mama sagte: »Gib mir nur die Kalebasse her. Es gehört sich nicht, daß der Vater für den Sohn solche Arbeit verrichtet!« Der Vater gab Mama die Kalebasse. Dann sagte er: »Es ist gut! Geh selbst zum Bach. Achte aber darauf, daß du auf dieser Seite des Baches schöpfst und nicht auf der anderen. Denn auf der anderen ist eine ganz böse Schlange.« Mama sagte: »Es ist gut!« Dann ging Mama mit der Kalebasse zum Bach hinab. Er ging erst auf diese Seite und schöpfte Wasser. Dann ging er auf die andere Seite, wo die böse Schlange war. Er griff die böse Schlange. Er knotete sie zu einer Topfunterlage zusammen, legte sie auf den Kopf und hob die Kalebasse darauf. Mama kam zum Vater zurück. Er setzte die Kalebasse ab. Beide tranken. Mama sagte: »Ich bin hungrig. Nun muß ich essen. Wir wollen die Schlange rösten und verzehren.« Der Vater sagte: »Ich kann von der Schlange nicht essen, denn ich bin Maun (Mohammedaner).« Mama sagte: »Du mußt unbedingt von der Schlange essen, damit du noch lange lebst, wenn du auch alt bist.« Mama tötete die Schlange. Mama röstete die Schlange. Sie aßen beide von der Schlange. Der Vater wollte nicht von der Schlange essen. Mama zwang ihn, von der Schlange zu essen. Nachdem sie gegessen hatten, gingen Mama und sein Vater zusammen heim. Alle Leute des Ortes kamen zu Mamas Vater und wünschten ihm Glück zur Geburt eines Sohnes. Mama sagte zu seinem Vater: »Ich möchte arbeiten.« Der Vater sagte zu Mama: »Was möchtest du arbeiten?« Mama sagte: »Ich möchte nicht Bauer oder Hirte, sondern Wanderkaufmann werden. Gib mir dazu einiges Geld!« Der Vater sagte: »Das ist mir sehr recht.« Der Vater gab Mama 20 000 Kauri. Mama ging mit dem Geld auf den Markt. Er kaufte für 10 Kauri eine Taube. Er kaufte für 10 Kauri eine Ratte. Er kaufte für 15 Kauri einen Frosch. Er kaufte für 1000 Kauri einen Hund. Damit wollte er nach Hause gehen. Da sah er eine Katze. Er sagte: »Was soll die Katze kosten?« Die Leute sagten: »Die Katze soll 1000 Kauri kosten.« Mama betrachtete die Katze. Mama kaufte die Katze. Mama ging mit der Taube, mit der Ratte, mit dem Frosch, mit dem Hund, mit der Katze nach Hause. Er sagte: »Das sind meine fünf Sklaven.«

Der Vater und die Mutter kamen auf den Markt. Sie begrüßten Mama. Der Vater sagte zu Mama: »Bring mir alles, was du gekauft hast, und sage mir, was es nützen soll.« Mama sagte: »Das will ich gerne tun. Ich werde mit meinen Sklaven zu dir kommen.«

Mama brachte die Taube (Sukenji) zu seinem Vater und sagte: »Das ist mein erster Sklave.« Der Vater sagte: »Diese Taube soll dir als Sklave nützen?« Mama sagte: »Wenn ich morgens schlafe, soll sie mich rechtzeitig wecken.« Der Vater sagte: »Es ist recht. Was hast du sonst noch gekauft?«

Mama brachte die Ratte (Eru) zu seinem Vater und sagte: »Das ist mein zweiter Sklave.« Der Vater sagte: »Diese Ratte soll dir als Sklave nützen?« Mama sagte: »Wenn ich nur trockenen Brei habe, soll diese Ratte mir dazu Sumbala stehlen.« Der Vater sagte: »Es ist recht. Was hast du sonst noch gekauft?«

Mama brachte den Frosch (Tanquollo) zu seinem Vater und sagte: »Das ist mein dritter Sklave.« Der Vater sagte: »Dieser Frosch soll dir als Sklave nützen?« Mama sagte: »Wenn ich einmal nicht weiß, was gut ist, werde ich zu einem Magier oder Propheten gehen. Und wenn ich dann nicht weiß, womit ich zahlen soll, gebe ich ihm den Frosch.« Der Vater sagte: »Es ist recht. Was hast du sonst noch gekauft?«

Mama brachte seinen Hund (Eschegi) zu seinem Vater und sagte: »Das ist mein vierter Sklave.« Der Vater sagte: »Dieser Hund soll dir als Sklave nützen?« Mama sagte: »Wenn meine Mutter einmal auf der Farm ist, kann er das Haus hüten.« Der Vater sagte: »Es ist recht. Was hast du sonst noch gekauft?«

Mama brachte seine Katze zu seinem Vater und sagte: »Das ist mein fünfter Sklave.« Der Vater sagte: »Diese Katze soll dir als Sklave nützen?« Mama sagte: »Wenn meine Ratte nicht gehorcht, wird sie sie in Ordnung bringen.« Der Vater sagte: »Es ist recht. Fehlt dir nun noch etwas?«

Mama sagte: »Mein sechster Sklave ist die Gelegenheit, die kann ich nicht kaufen. Die wird mir von den anderen gebracht.«

Mama ging mit seinen fünf Sklaven nach Hause. Mama fragte seinen ersten Sklaven, die Taube: »Was wirst du machen?« Die Taube sagte: »Ich werde dich jeden Tag wecken.« Mama sagte: »Das ist es nicht, was ich am meisten brauche.« Mama fragte seinen zweiten Sklaven, die Ratte: »Was wirst du machen?« Die Ratte sagte: »Ich werde für dich Kula stehlen.« Mama sagte: »Das ist es nicht, was ich am meisten brauche.« Mama sagte seinen dritten Sklaven, den Frosch: »Was wirst du machen?« Der Frosch sagte: »Ich werde den ganzen Tag zu Soko beten, wie die Mallem (Mohammedaner in der Haussasprache).« Mama sagte: »Das ist es nicht, was ich am meisten brauche.« Mama fragte seinen vierten Sklaven, den Hund: »Was wirst du machen?« Der Hund sagte: »Ich werde für dich auf die Jagd gehen, werde für dich Eichhörnchen, Ratten, Kaninchen im Busch fangen.« Mama sagte: »Das ist es nicht, was ich am meisten brauche.«

Mama fragte seinen fünften Sklaven, die Katze: »Was willst du machen?« Die Katze sagte: »Komm mit mir in das Haus. Wir wollen allein sein!«

Mama ging mit der Katze in sein Haus. Die Katze sagte: »Schließ hinter mir die Tür zu.« Mama verschloß die Türe. Die Katze verwandelte sich in ein hübsches Mädchen. Das Mädchen sagte: »Bring mich nach Ebagi. In Ebagi wohnt mein Vater. Verkauf mich meinem Vater. Mein Vater wird dir Geld anbieten. Nimm das Geld nicht an. Mein Vater wird dir Stoffe anbieten. Nimm die Stoffe nicht an. Mein Vater hat eine rote Mütze. Das ist es, was du am meisten brauchst.« Mama sagte: »Das wollen wir machen!«

Mama ging mit dem hübschen jungen Mädchen fort. Sie gingen nach Ebagi. Sie kamen zu dem Haus des Vaters des jungen Mädchens. Mama ging zu ihm. Mama fragte ihn: »Willst du deine Tochter kaufen?« Der Alte sagte: »Ich will meine Tochter kaufen. Ich will dir 400 000 Kauri für sie bezahlen.« Mama sagte: »Das Geld will ich nicht. Das ist es nicht, was ich brauche.« Der Alte sagte: »Ich will meine Tochter kaufen. Ich will dir 200 Kleider geben.« Mama sagte: »Kleider will ich nicht. Das ist es nicht, was ich brauche.« Der Alte sagte: »Was willst du denn haben!« Mama sagte: »Ich will dir das Mädchen verkaufen. Du mußt mir aber die rote Mütze, die du da auf dem Kopf hast, dafür geben.« Der Alte sagte: »Diese rote Mütze willst du haben. Diese rote Mütze kann ich dir nicht geben. Diese rote Mütze hatte ich, ehe ich mein Gold, meine Kleider, meine Pferde, meine Waffen gewann. Die Mütze ist mehr wert als Geld. Die rote Mütze kann ich dir nicht geben.« Mama sagte: »Es ist recht.« Mama stand auf und ging hinaus.

Die Mutter des Mädchens kam zu dem Alten herein. Die Mutter sagte: »Gib dem Mann die Mütze. Das Mädchen ist mehr wert als die Mütze.« Der Alte rief Mama zurück. Der Alte sagte zu Mama: »Ich will das Mädchen kaufen. Ich will dir meine rote Mütze dafür geben.« Mama sagte: »Es ist recht.« Mama gab dem Alten das Mädchen. Der Alte gab Mama die Mütze. Mama ging mit der Mütze nach Hause. Als Mama wieder zu Hause war, verwandelte sich das Mädchen im Hause des Alten wieder in eine Katze. Die Katze lief auf ihren vier Füßen von dannen. Die Katze kam wieder bei Mama an. Die Katze blieb bei Mama.

Mama hatte die rote Mütze. Er tat die rote Mütze in einen Korb. Er versteckte den Korb. Wenn Mama nur zehn Kauri ausgab, nahm Mama 10 000 Kauri ein. Wenn er das Geld für ein Pferd fortgab, standen nachher 10 Pferde in seinem Gehöft. (Die letzten beiden Sätze sind mühsam aus den Leuten herausgeholt. Weder der Spielmann, der dieses Märchen vortrug, noch ein anderer hatten eine rechte Vorstellung davon, wie es kommen könne, daß der Besitz der Mütze den Mama reich machte. Von Zauberkraft sprachen nur einige beisitzende Haussa, die Nupe nicht).

Mama wurde reich. Mama hatte bald 8000 Pferde. Als Mama die rote Mütze hatte und ein reicher Mann war, ging er wieder in seine Heimatstadt Igbarra.

In Igbarra sah Mama eine Frau. Mama nahm die Frau in sein Haus. Mama sagte zu der Frau: »Leg dich nieder.« Die Frau legte sich nieder. Als es gegen Morgen war, wollte Mama die Frau beschlafen. Die Frau sagte: »Laß das!« Mama bat sie. Die Frau sagte: »Laß das!« Mama bat sie. Die Frau sagte: »Laß das!« Mama fragte: »Was hast du?« Die Frau sagte: »Früher warst du arm. Jetzt bist du reich. Wie ist das gekommen? Ich möchte das wissen!« Mama sagte: »Ich habe eine rote Mütze, die gibt mir alles.« Die Frau fragte: »Wo hast du die rote Mütze?« Mama sagte: »Ich habe sie in einem Korb versteckt.« Die Frau sagte: »Zeig mir die rote Mütze!« Mama stand auf. Mama zeigte der Frau die Stelle, an der der Korb stand. Mama öffnete den Korb und zeigte der Frau die Mütze. Die Frau sagte: »Es ist recht.« Die Frau legte sich wieder hin. Mama legte sich zu ihr. Mama beschlief die Frau. Mama schlief ein. Als Mama eingeschlafen war, stand die Frau auf. Die Frau ging zu dem Korb. Die Frau öffnete den Korb. Die Frau nahm die rote Mütze heraus. Die Frau steckte die rote Mütze in ihr Kleid. Die Frau lief fort. Als die Frau mit der roten Mütze fortgelaufen war, begann das Haus zu brennen. Alle Häuser brannten. Alle Pferde, alle Kleider, alle Waffen verbrannten. Alles, was Mama besaß, verbrannte. Es blieb Mama nichts übrig.

Mama ging zu einem Boschi (Wahrsager) und fragte: »Wie kam das Feuer in mein Haus!« Der Boschi sagte: »Ich habe mir alle Mühe gegeben. Ich kann es dir nicht sagen.« Die fünf Sklaven Mamas kamen von den Farmen. Die Taube sagte zu Mama: »Ich kann ganz genau sagen, wie das Feuer ausgebrochen ist.« Mama sagte: »Sag es!« Die Taube sagte: »Du hast eine Frau zu dir genommen. Du wolltest die Frau beschlafen. Die Frau sagte: ›Laß das!‹ Die Frau wollte die rote Mütze sehen. Du zeigtest der Frau die rote Mütze. Du schliefst ein. Die Frau nahm die rote Mütze. Die Frau steckte die rote Mütze in ihr Kleid. Die Frau lief mit der roten Mütze fort. Dein Haus brannte. Alles, was du gewonnen hattest, war fort. Ich habe aber die Frau gesehen.« Mama fragte: »Weißt du, wo die Frau hingegangen ist?« Die Taube sagte: »Ich weiß, wo die Frau wohnt.« Mama sagte: »Kannst du die rote Mütze wiederfinden?« Die Taube sagte: »Ich kann den Platz sagen, an dem die rote Mütze liegt.« Mama sagte: »Wie kann ich die rote Mütze wiedererlangen?« Die Taube sagte: »Wenn mir ein anderer deiner Sklaven hilft, kannst du die rote Mütze wiedererlangen.« Die Ratte sagte: »Ich gehe mit der Taube.« Der Frosch sagte: »Ich gehe mit der Taube.« Der Hund sagte: »Ich gehe mit der Taube.« Die Katze sagte: »Ich gehe mit der Taube.« Alle fünf Sklaven Mamas machten sich auf den Weg. Die Taube flog vor ihnen her.

Die fünf Sklaven Mamas kamen an ein Wasser. Der Frosch sagte: »Ich warte, bis ihr zurückkommt! Ich werde hier bleiben.« Die anderen Sklaven Mamas setzen den Weg fort. Die Taube flog immer vor ihnen her. Sie kamen an eine andere Stadt. Die Taube flog auf ein Haus zu. Die Taube setzte sich auf das Dach des Hauses. Die Taube sagte: »In diesem Haus hat die Frau die rote Mütze versteckt.«

Die Katze ging in das Haus hinein. Im Haus war nur eine Frau. Die Frau spann. Die Katze ging zu ihr. Sie strich ihr am Bein entlang. Die Frau beugte sich vor. Sie streichelte die Katze. Die Frau spielte mit der Katze. Die Frau achtete nur auf die Katze. Auf der Rückseite des Hauses begann die Ratte derweilen einen Gang zu scharren. Sie scharrte einen Gang unter die Hauswand. Sie kam in das Innere. Die Frau spielte mit der Katze. Die Frau achtete nur auf die Katze. Die Ratte kam ins Haus und suchte überall nach der roten Mütze. Der Hund steckte die Schnauze in den Gang der Ratte und fragte: »Siehst du die rote Mütze? Siehst du die rote Mütze?« Die Ratte sagte: »Ich suche die rote Mütze! Ich suche die rote Mütze!« Die Frau spielte mit der Katze. Die Frau achtete nur auf die Katze. Die Ratte fand die Mütze in einem Korb. Die Ratte nagte den Korb durch. Die Ratte zog die Mütze heraus. Der Hund fragte: »Siehst du die rote Mütze?« Die Ratte sagte: »Ich habe die rote Mütze!« Die Ratte trug die rote Mütze in ihren Gang. Die Frau spielte mit der Katze. Die Frau achtete nur auf die Katze. Die Ratte gab dem Hund die Mütze. Der Hund nahm die Mütze. Der Hund bellte. Der Hund sprang fort. Die Katze sprang fort. Die Ratte sprang fort. Die Taube flog fort.

Die vier Sklaven machten sich auf den Rückweg zu Mama.

Der Hund trug die Mütze. Die vier Sklaven kamen an das große Wasser. An dem großen Wasser war der Frosch. Die Taube flog über das große Wasser. Die Ratte schwamm über das große Wasser. Die Katze schwamm über das große Wasser. Der Hund sprang mit der roten Mütze im Maul in das große Wasser. Am großen Wasser waren Menschen, die schlachteten eine Kuh. Ein Mann warf dem Hund einen Knochen zu. Da ließ der Hund die rote Mütze ins Wasser fallen und packte den Knochen. Mit dem Knochen im Maul schwamm er über das große Wasser. Die rote Mütze sank im großen Wasser unter. Im Wasser saß der Frosch. Er fing die rote Mütze auf und trug sie im Maul durch das Wasser.

In Mamas Gehöft kam die Taube geflogen. Die Taube setzte sich auf eine Stange und sagte: »Wir haben die rote Mütze! Der Hund trägt sie.« Die Katze kam angelaufen und sagte: »Wir haben die rote Mütze! Der Hund trägt sie!« Die Ratte kam angelaufen und sagte: »Wir haben die rote Mütze! Der Hund trägt sie!« Der Hund kam angelaufen und trug im Maul den Knochen. Mama sagte: »Wo hast du die rote Mütze?« Der Hund sagte: »Am Wasser warfen die Leute mir einen Knochen zu. Ich nahm den Knochen und ließ die Mütze im Wasser. Denn ich lebe nicht von roten Mützen, sondern von Knochen.«

Der Frosch kam angehüpft. Der Frosch sagte: »Ich war am großen Wasser geblieben. Der Hund kam und brachte die rote Mütze im Maul. Am Wasser warfen die Leute ihm einen Knochen hin. Da ließ er die Mütze ins Wasser fallen und schwamm mit dem Knochen weiter, ich fing sie unten auf und trug sie durchs Wasser. Ich trug die Mütze hierher.« Mama sagte: »Wo hast du die rote Mütze?« Der Frosch zog die rote Mütze aus dem Maul. Er sagte: »Hier ist sie.« Er gab die rote Mütze Mama. Mama nahm die rote Mütze.

Mama hatte wieder Pferde, Kleider, Geld, Waffen. Er hatte wieder alles.

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