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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 50
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Die Nupe

Felszeichnung

Die Yoruba sind auf dem rechtem Ufer des unteren Niger ansäßig, sie teilen sich mit dem Königreich Benin die heilige Stadt Ife. »Hier erblühte in alten Zeiten die schwarze Seele und Imagination zu schönster Reife, sie schuf Mythen, verfaßte Gebete und entwickelte herrliche Kunstformen« (L. S. Senghor 1971). Den Yoruba gegenüber, zwischen Niger und Benue, liegt das Land Nupe. Für die Ethnologen und Sagenforscher ist es kaum weniger interessant.

1275 ist eine Dynastie des Nupelandes durch Invasion der Yoruba zerstört worden. König Edegi (1369 – 1437) machte Ost-Nupe frei von Tributen (an das Igarreich) und befreite dann West-Nupe vom Druck der Yorubaherrschaft. Lange Zeit galt Nupe als »das Bollwerk der atlantischen und der sudanischen Kultur gegen den Ansturm des Islam« (Frobenius), und ohne seinen Schutz wären auch die anpassungswilligeren Yoruba jener Religion ausgeliefert gewesen.

Nupe hatte keinen Drang zu Eroberungen. Alte matriarchalische Vorstellungen lebten in ihm fort: beim jährlichen Totengedenktag, an dem manistische Priester die Ahnherren anriefen, sollen bei den einfachen Familien z. T. nur die Mütter erwähnt worden sein; bei regierenden Familien galt freilich die Abfolge der Söhne und Brüder. Wenig ist davon überliefert, denn 1806 kamen die Fulbe ins Land und mit ihnen der Malem-Dando (islamische Autorität). Man verwüstete das Land und räumte mit den alten Sitten auf. Vordem hatten die Nupe Ereignisse ihrer Geschichte auf Leder geschrieben; mit dem Islam kam andere Schrift und Papier ins Land, und erst seit der Zeit datiert exakte Historiographie.

Felszeichnung

Einem Priester des alten tellurischen Manismus, der sich vor den Fulbe in die Berge rettete, danken wir die Niederschrift der Herrscherabfolge. Denn bei jedem von ihnen hat er (wie im Jahresgebet) hinzugefügt, wie lange einer regiert habe. Dann wurde resümiert: »Söhne Edegis, die ihr 22 Köpfe durch 366 Jahre 9 Monate über die Nupe geherrscht habt. Malem-Dando hat euch (d. h. die Nachkommen) ausgewiesen.«

Das aus alten Legenden und Jahresgebeten gebildete Geschichtswerk rankt sich um Edegi, der Nupe vom Joch befreit hat. Seine Nachfolger, die Edsu, waren absolute Herrscher; Relikte des alten Matriarchats zeigen sich noch in der Stellung weiblicher Beamter und in den drei Stadtherrinen: Sagi, Ninguje und Edjiwogbo.

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