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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 25
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
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Der starke Bursche

Felszeichnung

Kassa Kena Gananina (ein lustiger Junge) sagte: »Ich bin vielleicht stark. Es gibt unter den Lebenden keinen Menschen, der mir gleichkommt.« Er hatte zwei Kameraden: Iri Ba Farra und Kongo Li Ba Jelema. Kassa Kena Gananina hatte eine Eisenstange. Eines Tages ging er mit der Eisenstange in den Busch und schlug zwanzig große Antilopen mit einem Streich tot. Er sagte zu seinen beiden Kameraden: »Wer geht nun in den Wald, um Feuerholz zu holen.« Sie fürchteten sich beide, allein zu gehen. Darauf sagte er: »Iri Ba Farra mag hier zurückbleiben und das Fleisch bewachen. Ich werde mit Kongo Li Ba Jelema hingehen und Feuerholz holen.« Er ging mit dem Kameraden fort.

Als die anderen beiden weggegangen waren und Iri Ba Farra allein war, kam ein großer Vogel, ein großer Konoba (Weihe), herangeflogen und sagte: »Was soll ich nehmen, dich oder das Fleisch?« Iri Ba Farra sagte: »Dann nimm lieber das Fleisch!« Der Konoba nahm das Fleisch und flog damit von dannen. – Die beiden Kameraden kamen zurück. Iri Ba Farra sagte: »Als ihr gegangen wart, kam ein großer Konoba und fragte: »Was soll ich nehmen, dich oder das Fleisch?« Ich sagte: »Dann nimm lieber das Fleisch.« Der Konoba nahm das Fleisch und flog damit von dannen.« Kassa Kena Gananina sagte: »Da hättest du sagen müssen: Nimm lieber mich.«

Am anderen Tage ging Kassa Kena Gananina mit Iri Ba Farra in den Wald, um Feuerholz zu holen, und Kongo Li Ba Jelema blieb allein zurück, um das Fleisch zu beaufsichtigen. Als die anderen beiden fortgegangen waren, kam ein großer Vogel, ein Konoba, herabgeflogen und sagte: »Was soll ich nehmen, dich oder das Fleisch?« Kongo Li Ba Jelema sagte: »Dann nimm lieber das Fleisch.« Der Konoba nahm das Fleisch und flog fort.

Die beiden Kameraden kamen zurück. Kongo Li Ba Jelema sagte: »Als ihr gegangen wart, kam ein großer Konoba und fragte: »Was soll ich nehmen, dich oder das Fleisch?« Ich sagte: »Dann nimm lieber das Fleisch.« Der Konoba nahm das Fleisch und flog damit von dannen.« Kassa Kena Gananina sagte: »Da hättest du wenigstens sagen sollen: Dann nimm lieber mich! Nun, morgen werde ich das Fleisch beaufsichtigen.«

Am anderen Tag gingen Iri Ba Farra und Kongo Li Ba Jelema in den Wald, um Feuerholz zu holen, und Kassa Kena Gananina blieb allein zurück, um das Fleisch zu bewachen. Als die anderen beiden fortgegangen waren, kam ein großer Konoba herangeflogen und sagte: »Was soll ich nehmen, dich oder das Fleisch?« Kassa Kena Gananina sagte: »Nichts sollst du nehmen, weder mich noch das Fleisch!« Er ergriff seine große schwere Eisenstange und warf sie nach dem Vogel, so daß dieser tot niederfiel.

Eine Feder löste sich aber aus dem Gefieder des Konoba los und fiel Kassa Kena Gananina in den Rücken. Die war so schwer, daß der Bursche hinstürzte und, da die Feder auf ihm liegenblieb, sich auch nicht aufzurichten vermochte. Eine Frau, die ein kleines Kind auf dem Rücken trug, kam vorbei. Der Bursche sagte: »Rufe meine Kameraden aus dem Wald, damit sie die Feder von mir nehmen.« Die Frau ging hin und rief die Burschen aus dem Wald herbei. Die beiden versuchten, die Feder hochzuheben, aber sie vermochten es nicht. Die Feder war für die zwei starken Jungen zu schwer.

Da beugte sich die Frau vor und blies die Feder mit dem Munde fort. Dann nahm sie den toten Vogel auf, gab ihn dem Kind, das sie auf dem Rücken trug, zum Spielen und ging lachend mit Kind und Vogel von dannen.

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