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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 2
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Orun, der Gott der Sonne

Felszeichnung

Der Sonnengott Orun ist im ganzen Yorubaland eine der Verehrung nach aussterbende Gottheit. Ich erhielt von den Nordyoruben eine Legende, die das deutlich zeigt.

Viele junge Leute ein und derselben Familie waren einmal gemeinsam auf der Jagd hinter Antilopen her. Sie vermochten aber kein Tier zu erlegen. Sie hatten sonst immer Jagderfolg, indem sie die Antilopen nicht mit Pfeil und Bogen erlegten, sondern mit Holz nach ihnen warfen. An diesem Tage hatten sie keinen Erfolg. Als sie nun wieder durch den Busch strichen, kamen sie auf einen großen freien Platz. Der Platz war kreisrund und er war sauber und reinlich. Es war kein Messer dazu verwendet worden, ihn zu reinigen. Er war aber ganz sauber. In der Mitte war ein großer leuchtender Gegenstand. Dieser strahlte, und als die Menschen das sahen, wurden sie von Furcht gepackt und liefen, so schnell sie konnten, von dannen.

Die Burschen liefen nach Hause und erzählten ihren Vätern, was sie gesehen hätten. Die aber kamen zusammen, hörten die Burschen an und sagten: »Was das ist, wissen wir nicht. Es muß jemand zum BabalawoBei den Yoruba wirft allmorgendlich der Babalawo, d. h. derjenige, der in die Geheimnisse des Ifakults eingeweiht ist, das Oquelle-Orakel. Die entsprechenden Auskünfte, die ihm die Odu (Figuren aus Palmnußkernen oder Kalebassenstücken) geben, beziehen sich auf das Privatleben und die Ereignisse des Tages. – Mehr darüber im Anhang »Das Orakel der Yoruba« gehen.« Es ging also ein Vater zum Babalawo und sagte dem alles. Der Babalawo sagte: »Ich habe diese Sache nun gehört und werde das Oquelle werfen.« Nachdem der Babalawo das Oquelle geworfen hatte, sagte er: »Ihr alle seid von einer Familie. Ihr seid Oma Orun, ihr seid Kinder Oruns. Eure Alten haben Orun Opfer dargebracht. Ihr aber habt ihm kein Opfer dargebracht. Deshalb ist Orun den Burschen im Busch begegnet und hat sich ihnen so gezeigt. Orun will, daß ihr ihm wieder anhängt. Ihr sollt ihm wieder, wie in alter Zeit, Opfer bringen.« Die Leute fragten: »Wie wurde das in alter Zeit gehalten?« Der Babalawo sagte: »Zunächst müßt ihr Asche nehmen. Mit Asche müßt ihr einen großen Kreis streuen. (Es ist das ein Kreis in Bandform, der ungefähr eineinhalb Meter im Durchmesser hat.) In die Mitte des Kreises müßt ihr dann einen kleinen Haufen von Asche tun, und dahinein müßt ihr dann ein Ei werfen und eine große Schnecke setzen. Dann nehmt eine Kolanuß und zerbrecht sie in vier Teile. Einen Teil legt in die Mitte, zu dem Ei und der Schnecke. Die anderen drei Teile werft in den Kreis. Fallen zwei gedeckt (d. h. mit der konvexen Seite nach oben) und eine offen (d. h. mit der konkaven Seite nach oben), so ist das ein gutes Zeichen. In dem Aschenkreis macht dann eurer Opfer wie für Orun.«

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