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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 105
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Der blinde Vater

Felszeichnung

Mufoafoa (blind) war blind. Er hatte viele Söhne. Er sagte zu seinen Söhnen.: »Ich bin blind, baut mir ein Haus.« Die Söhne sagten: »Bau dir dein Haus selbst.« Mufoafoa tastete sich in den Wald. Er tastete sich im Busch hin, bis ein Rotang (Palmenzweig) ihn schlug. Da wußte er, wo er war, und er schnitt den Rotang und brachte ihn in das Dorf. Dann tastete er sich wieder in den Wald und schlug Holzstämme. Mufoafoa schichtete die Holzstämme auf. Es lag da ein totes Schwein. Mufoafoa wußte es nicht. Es kamen gerade Söhne Mufoafoas des Weges. Mufoafoa sagte: »Hebt mir das, was ich da auf die Erde legte, auf den Kopf.« Die Söhne sahen das Schwein. Sie hoben das Schwein auf und dem Vater auf den Kopf. Mufoafoa fühlte, daß es ein Schwein war. Er sagte: »Dies Schwein zerlegt.« Die Söhne zerschnitten das Schwein. Einige trugen das Schwein. Andere trugen die Holzstangen. Einige führten den Vater an der Hand in das Dorf. Mufoafoa gab den Söhnen die Hälfte des Schweins. Die Söhne sagten (unter sich): »Der Vater ist blind, aber er kann noch Schweine erlegen.«

Mufoafoa gab die andere Hälfte des Schweines seiner Frau, damit sie es ihm zubereite. Alle Söhne kamen dazu. Sie sahen die Schüssel mit dem Fleisch. Der Vater sagte: »Kommt, eßt mit mir.« Der älteste Sohn sagte: »Gib her, ich will teilen.« Der Sohn verteilte alles unter die Söhne und stellte dem Vater die leere Schüssel hin. Der Vater tastete nach dem Fleisch. Er fand nichts darin. Er merkte, daß die Söhne ihm alles genommen hatten. Eine große Wut kam über sein Herz. Er ergriff die Schüssel und schlug mit der Schüssel um sich. Er erschlug mit der Schüssel die eigene Frau. Die Söhne sprangen auf. Die Söhne riefen: »Du hast unsere Mutter erschlagen.«

Die beiden jüngsten Söhne Mufoafoas versteckten den Vater in dem Loch Kapulukussus (Fledermaus) und deckten Kapulukussus Flügel darüber. Die andern Söhne aber sagten: »Wir wollen den Vater finden und wollen ihn essen, denn er hat unsere Mutter erschlagen.« Golongonje (Chamäleon) sagte zu dem ältesten Sohn: »Leck mir Augen und After aus, so will ich dir das Loch zeigen, wo dein Vater versteckt ist.«

Der älteste Sohn tat es. Da zeigte Golongonie ihm das Loch. Die Söhne fanden den Vater. Sie töteten ihn. Sie begannen ihn zu essen. Nur die beiden jüngsten Söhne sagten: »Wenn Vater auch unsere Mutter getötet hat, so essen wir ihn doch nicht.«

Die andern aßen vom Fleisch des Vaters. Das Fleisch blieb ihnen im Hals stecken. Sie starben. Die beiden jüngsten Söhne wurden große Häuptlinge. Aber keine Frau wollte mit ihnen leben, und sie starben kinderlos.

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