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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 104
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Aschi

Felszeichnung

Der Häuptling Boanjama hatte viele Frauen. Einmal ging er an das Wasser. Er traf am Wasser eine schöne Frau. Er fragte: »Wie heißt du?« Die Frau sagte: »Ich heiße Aschi.« Aschi war viel schöner als alle andern Frauen. Der Häuptling sagte zu Aschi: »Ich möchte dich gern heiraten.« Aschi sagte: »Es ist gut; du kannst mich hier am Wasser abholen. Vorher mußt du aber alle deine andern Frauen fortjagen und ihre Hütten verbrennen.« Boanjama sagte: »Du bist eine schöne Frau; ich will es tun.« Boanjama ging nach Hause.

Boanjama warf alle seine Frauen hinaus. Er jagte sie zurück zu ihren Eltern. Er verbrannte ihre Hütten. Boanjama kam zurück, um Aschi zu holen. Aschi war im Wasser. Aschi sagte: »Hast du alle deine Frauen verjagt und ihre Hütten verbrannt?« Boanjama sagte: »Ich habe alle Frauen verjagt und alle Hütten verbrannt.« Aschi sagte: »So binde mir ein Tau um den Leib und ziehe mich daran aus dem Wasser.« Boanjama sagte: »Ach was, ich trage dich.« Boanjama wollte einen Arm Aschis fassen. Der Arm riß aus. Boanjama wollte ein Bein fassen und ziehen. Das Bein riß aus. Boanjama lief von dannen. Boanjama lief von dannen und weinte. Boanjama rief: »Nun habe ich alle meine Frauen fortgejagt um eine Aschi. Und diese Aschi ist zerrissen.« Ein alter Mann hörte das. Er sagte: »Boanjama, du warst nicht klug. Nun folge meinem Ratschlag. Geh in jede Familie jeder deiner früheren Frauen. Setz dich mit betrübter Miene hin. Wenn man dir Essen vorsetzt, so rühr es nicht an, sondern starre immer nur zu deiner Frau hinüber. Dann wird man dir deine Frau sehr schnell aus Mitleid senden. Sind die Frauen bei dir, dann sag: ›Ach, ich bin ja so krank, so krank. Ihr wißt nicht, wie krank ich bin. Ruft den Uetsi (Häuptling).‹ Dann werden alle eilen, dir nützlich zu sein und werden dich sehr gut pflegen. Sag aber nie den wahren Sachverhalt.« Boanjama sagte: »Es ist gut.« Boanjama machte es so, wie der Alte es ihm geraten. (Der Erzähler wiederholt natürlich ausführlich.) Alle Frauen kamen zu ihm zurück. Er begann über seine Krankheit zu jammern. Alle Frauen gingen weg, und jede brachte von ihrem Vater eine Ziege. Boanjama wurde wohlgenährt und fett. Eines Tages betrank er sich vor Freude und erzählte seinen Frauen im Rausch das Erlebnis mit Aschi.

Am selben Tag liefen alle Frauen fort, und nie wieder teilte ein Weib sein Lager.

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