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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 102
Quellenangabe
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typefairy
authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
projectidb44bb671
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Das Sterben

Felszeichnung

Fidi Mukullu macht alle Menschen, Tiere, Hunde, Ziegen, Hühner; er machte alles, alles, alles alles. Wenn Frauen und Männer alt wurden, so starben sie. Ein Mann nahm einen Tschendo (Holzpauke) und ging in den Wald. Im Wald stand ein Baum, der war innen hohl und reichte bis zum Himmel empor. Der Mann trat in den hohlen Baum und schlug den Tschendo und sang: »Fidi Mukullu, du hast alles so recht gemacht, weshalb hast du es so gemacht, daß die Menschen sterben?« Der Mann sang das alle Nächte. Er sang es in jeder Nacht.

Fidi Mukullu hörte es und sagte: »Da singt ein Mensch alle Tage: ›Fidi Mukullu, du hast alles so recht gemacht! Weshalb hast du es so gemacht, daß die Menschen sterben?‹ Ich weiß nicht, wo er ist, es sollen Leute hingehen und ihn suchen.« Die Leute gingen hin und suchten. Die Leute fanden ihn nicht. Der Mann sang. (Sein Sang wird wiederholt.) Endlich sandte Fidi Mukullu Lufumbe (die rote arg beißende Ameise, deren Heere sich Wege machen). Die Lufumbe lief hin und fraß. Die Lufumbe lief hin und fraß. Die Lufumbe lief hin und fraß. Die Lufumbe kam an den Baum. Die Lufumbe fand den Mann. Die Lufumbe brachte den Mann zu Fidi Mukullu.

Fidi Mukullu fragte den Mann: »Wie kannst du das alle Tage so singen?« Der Mann sagte: »Du hast (doch) die Menschen so gemacht, daß sie sterben. Ich bin ein Mensch und muß sterben. Und nun darf ich nicht nachts (wenigstens) singen, daß ich sterben muß?« Fidi Mukullu sagte: »Du hast Recht. Du darfst so singen, denn ich lasse die Menschen sterben. Ich mache die Menschen. Die Menschen machen Zaubermittel, Krankheiten, Messer, Pfeil, Krieg. Ohne Zaubermittel, Krankheiten, Messer, Pfeil, Krieg, Sterben ist das Leben ein Essen, Trinken, Schlafen, Verdauen. Ohne Sterben ist es nicht gut.«

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