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Schwarze Sonne Afrika

Leopold Frobenius: Schwarze Sonne Afrika - Kapitel 101
Quellenangabe
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authorLeo Frobenius
titleSchwarze Sonne Afrika
publisherWilhelm Heyne Verlag
isbn3453119932
year1996
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20091008
modified20140825
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Der Selbstgewordene

Felszeichnung

Kalombo mui fangi soll heißen: Kalombo, der sich selbst gemacht hat.

Mwille (Gott) sagte zu seinen Leuten: »Die Menschen sprechen viel von Kalombo mui fangi. Ich will Kalombo mui fangi sehen.« Die Leute gingen zu Kalombo mui fangi und sagten: »Mwille will dich sehen.« Kalombo sagte: »Ich werde kommen.« Kalombo mui fangi rief Quaddi (Perlhuhn), Nkanga, Kamanji (der Donner, der den Menschen tötet, der Blitz tötet angeblich nicht), Tande (Spinne) Jiji (Fliege), Nkullu (Erdkatze). Mit den Tieren machte er sich auf den Weg zu Mwille. Kalombo mui fangi kam mit den Tieren an ein großes Wasser. Kalombo mui fangi sagte zu Tande: »Mach ein Seil!« Tande spann ein Seil. Alle gingen über den Fluß. Sie kamen an einen Berg. Kalombo mui fangi sagte: »Ich gehe nicht über den Berg.« Er sagte zu Nkullu und Kamanji: »Macht einen guten Weg.« Nkullu und Kamanji machten einen ebenen Weg. Kalombo mui fangi kam mit seinen Leuten zu Mwille.

Mwille sagte: »Wer bist du?« Kalombo sagte: »Kalombo mui fangi.« Mwille sagte: »Das ist nicht wahr. Ich habe alle gemacht. Mach dies!« Mwille nahm Erde. Er spie auf die Erde, daß sie feucht wurde. Er drehte die Erde (wie man Töpfe hier macht, also Quirldrehen zwischen den Händen). Er formte die Erde zum Menschen. Er setzte die Figur auf die Erde. Es war ein lebender Mensch. Kalombo mui fangi nahm Erde. Er spie auf die Erde, daß sie feucht wurde. Er drehte die Erde. Er formte die Erde zum Menschen. Er setzte die Figur auf die Erde. Es war ein lebender Mensch. Mwille sagte: »Mach deinen Menschen sprechend.« Kalombo sagte: »Mach du deinen Menschen sprechend!« (Noch zweimal hin und her) Mwille sagte (endlich) zu seinem Menschen: »Sprich!« Der Mensch sprach. Kalombo sagte zu seinem Menschen: »Sprich!« Der Mensch bewegte nur die Lippen. Er sprach nicht. Er bewegte nur die Lippen. Mwille sagte: »Ich vernichte meinen Menschen.« Mwille strich mit der Hand über ihn. Der Mensch Mwilles war gestorben. Mwille sagte: »Vernichte deinen Menschen auch!« Kalombo mui fangi strich mit seiner Hand über seinen Menschen. Der Mensch Kalombos war gestorben.

Mwille sagte: »Ich sehe, daß du das kannst. Geh jetzt aber mit deinen Leuten in jenes große Haus dort. Ich werde die Türen fest schließen und das Haus anzünden. Dann werde ich sehen, wer du bist. Ich habe alles geschaffen. Ich kann alles vernichten.« Kalombo mui fangi ging mit seinen Leuten in das Haus. Er sagte zu Nkullu und Kamanji: »Grabt einen Weg unter die Erde bis in mein Dorf.« Dann sagte er zu Quaddi und Nkanga: »Legt Eier auf die Erde.« Quaddi legte fünfzehn, Nkanga zwanzig Eier. Kalombo mui fangi ging mit allen seinen Leuten durch das Loch in sein Dorf. Das Haus brannte. Die Eier knallten mit lautem »Pang.« Mwille sagte: »Da verbrennt Kalombo mui fangi.« Das Haus brannte ganz hernieder. Mwille ging zur Asche. Er suchte die Knochen Kalombo mui fangis. Er sah die Eierschalen.

Es kam ein Mann, der sagte: »Kalombo mui fangi ist mit seinen Leuten in seinem Dorf angekommen.«

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