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Schöne wilde Welt

Richard Dehmel: Schöne wilde Welt - Kapitel 80
Quellenangabe
typepoem
booktitleSchöne wilde Welt
authorRichard Dehmel
firstpub1913
year1913
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleSchöne wilde Welt
created20040919
sendergerd.bouillon
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Zwiegesang überm Abgrund

Des Todes Stimme

          Du pfadloser Sucher,
ich will dich heimfinden lassen.
Im Schneesturm, im Nebelbrodem,
im Blitzstrahl, im Wolkenbruch,
im berauschenden Wirbel des Lichts von Welle zu Welle
sollst du dich schaukeln traumgewiegt,
in jeder Luftspiegelung zuhause,
in jedem Steinfunken, jedem Samenflimmer,
ruhsamer Phönix im fliegenden Feuernest:
tu nur den Schritt jetzt, vor dem dir graut,
zu dem dein Grauen dich kniefällig lockt,
den einen Sprung von deinem erkrochenen Gipfel
in meine allbeschwingende,
allverschlingende,
unerschöpfliche Tiefe.

Eines Menschen Erwiderung

Versucher, zielloser du,
ich danke dir.
Hab ich nicht schon, was du alles versprichst?
Die Jagd durchs Lichtmeer vom frühen Morgen an,
die Entzückung, mich wie ein Baum zu fühlen,
wenn ich die Arme ins Blaue strecke,
vogelleicht atmend mit heißen Lungenflügeln,
wurzelhafte Schwermut im Nerven- und Adern-Geflecht,
Kopf, Herz, Schooß voller Keimtriebe!
Und hab ein Ziel:
bei der Heimkehr Abends in stiller Kammer
den dunkeln Blick meiner lieben Frau,
mit dem sie mir den Schlaftrunk reicht,
einen irdnen Krug voll Milch oder Wein
und voll Ruhe.
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