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Schöne wilde Welt

Richard Dehmel: Schöne wilde Welt - Kapitel 32
Quellenangabe
typepoem
booktitleSchöne wilde Welt
authorRichard Dehmel
firstpub1913
year1913
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleSchöne wilde Welt
created20040919
sendergerd.bouillon
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Morgenländisches Preislied

Walter Tiemann zur Erinnerung

        O Schehresade, Fee der Nacht,
    in der die Wunderschelle klingt,
o Fee, welch Lied ist hold genug,
die hohe Wonne anzustimmen,
    die uns zu Deiner Schwelle zwingt –

so hold, wie durch den Palmenhain
    im Frühling die Gazelle springt,
so hold, wie aus dem Wüstensand
am dürren Sommermittag plötzlich
    durchs Dorngestrüpp die Quelle dringt –

so hold, wie durch die Winternacht
    die Glut der Feuerstelle singt,
wenn unterm dichtverhängten Zelt
dem heimgekehrten Abenteurer
    die Braut die Lagerfelle bringt –

so hold, wie der Prophet den Mond
    auf Allahs Zitadelle schwingt
und dann beim goldnen Sternetanz
feucht aus dem Mund der schönsten Huri
    die Honigkaramelle schlingt –

so, Fee der tausendzweiten Nacht,
    die uns zu Deiner Schwelle zwingt,
so hält uns dein Palast im Bann,
bis deinen bunten Zauberteppich
    die rosige Morgenhelle schminkt –

bis uns das ganze Firmament
    wie eine Wunderschelle klingt,
bei deren Ton das Paradies
samt allen Wonnen dieser Erde
    in jede ärmste Zelle sinkt! –

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