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Sagen der Chassidim

: Sagen der Chassidim - Kapitel 50
Quellenangabe
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typelegend
authorVerschiedene
titleSagen der Chassidim
publisherVerlag Ullstein GmbH
seriesUllstein Buch
volume2781
editorAlexander Eliasberg
year1970
firstpub1970
translatorAlexander Eliasberg
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080313
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Glossar

Aramäisch. Semitisches Idiom, dem Hebräischen nahe verwandt. Zur Zeit Jesu wurde es im ganzen Vordem Orient, auch in Palästina, gesprochen. Ein Teil des Talmud ist aramäisch abgefaßt.

Baal-Schem-Tow. Herr des guten Namens (= Gottesnamen). Soviel wie Wundertäter, Zauberer. Beiname des Israel ben Elieser, des Begründers des Chassidismus. Auch in abgekürzter Form: Baal-Schem. Oft auch als Anagramm: Beseht = B-aal Sch-em T-ow.

Chassid, pl. Chassidim. Fromm, der Fromme; Anhänger der chassidischen Sekte. Hauptwort: Chassidut, mit latinisierter Endung Chassidismus. Benennung einer bestimmten Form volkstümlicher Mystik vor allem der Juden in der Ukraine seit dem 18. Jahrhundert.

Gabbai, pl. Gabbaim. Armenpfleger, Synagogenvorstand. Im Haushalt des Wunderrabbi Haushofmeister und Sekretär.

Gemara. Wörtlich Vollendung, Abschluß. Feste Bezeichnung für einen Teil des Talmud, der in die Mischna und die die Mischna kommentierende Gemara zerfällt.

Halacha. Wörtl. Gang, Weg. Der Gesetzesteil des Talmud, der daneben auch Sagen, Anekdoten, Parabeln etc. enthält.

Hebräisch. Semitisches Idiom, in welchem die Bibel und große Teile des nachbiblischen Schrifttums der Juden abgefaßt ist.

Jiddisch. Im wesentlichen mittelalterliches Deutsch, mit semitischen und slawischen Elementen angereichert. Volks- und Bildungssprache der Ostjuden bis zur Hitlerzeit. Es gibt eine reiche jiddische Literatur. In der UdSSR, wo anfangs die Eigenkultur der vielen Sowjetvölker gefördert wurde, gab es bis in die vierziger Jahre sogar noch jiddische Schulen und heute noch eine jiddische Zeitschrift.

Jom Kippur. Wörtl. Tag der Sühne. Höchster Fast- und Bußtag des jüdischen Kalenders. Fällt meist in den September.

Kabbala. Wörtl. Empfängnis, Überlieferung. Feste Bezeichnung für jene jüdische Mystik, die im 13. Jahrhundert in der Provence und in Spanien entstand.

Kiddusch. Wörtl. Heiligung. Gebet zur Einweihung des Sabbat, verbunden mit einem Weinsegen.

Kol Nidrej. Wörtl. Alle Gelübde ... Anfangsworte des Einleitungsgebets am Jom Kippur.

Koscher. Rein, tauglich. Nach dem Ritualgesetz zum Genuß erlaubt.

Maggid. Wanderprediger.

Maskil. Aufgeklärt, der Aufgeklärte. Hauptwort Haskala. Feste Bezeichnung für eine bestimmte aufklärerische Richtung und Literatur, teils in hebräischer, teils in jiddischer Sprache, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Osteuropa. Wendet sich vor allem auch gegen den »chassidischen Aberglauben«.

Mazze. Flaches, ungesäuertes Osterbrot, das die Juden zum Andenken daran verzehren, daß ihre Vorfahren vor dem Exodus aus Ägypten nicht mehr dazu kamen, ihr Brot zu säuern.

Melamed. Kleinkinderlehrer für Hebräisch.

Mesusa. Eine am Türpfosten eines jeden jüdischen Hauses befestigte Hülse, die ein Pergament mit zwei Ausschnitten aus dem 5. Buch Mose (6, 4–9; 11, 13–21), die das Bekenntnis zur Einzigkeit Gottes aussagen, enthält.

Midrasch. Der poetische und homiletische Teil des Talmud und der nachtalmudischen Literatur.

Mitnaged. Wörtl. Gegner. Gemeint ist in Osteuropa immer der Gegner des Chassidismus.

Rabbi, Reb etc. Von Raw = mächtig, erhaben. Bezeichnung respektierter, gebildeter Männer. Die volle Form Rabbi, jiddisch Rebbe, ist dem approbierten Rabbiner oder dem chassidischen Zaddik vorbehalten. Allenfalls nennen kleine Knaben auch ihren Melamed Rebbe. Die Kurzform Reb, einem Namen vorangestellt, also Reb Rosenthal etc., wird jeder Respektsperson gegenüber gebraucht.

Schechina. Wörtl. Einwohnung. Im Talmud Einwohnung Gottes. Später auch weibliches Element der Gottheit, in der mystischen volkstümlichen Literatur sogar sichtbar auftretend in Form einer verhüllten trauernden Frau.

Sofer. Schreiber, Schriftgelehrter. Im Jiddischen nur der Schreiber der pergamentenen Thorarollen.

Spaniolen oder Sefarden. Die aus Spanien stammenden Juden. Nach der spanischen Inquisition wohnten sie, bis zur Vernichtung in den Hitlerjahren, hauptsächlich auf dem Balkan.

Sukkos. Laubhüttenfest. Fällt in den Spätherbst.

Talmud. Umfängliches nachbiblisches Kompendium. Umfaßt Mischna und Gemara. Entstand in vielhundertjähriger mündlicher Überlieferung. Wurde gegen 500 n. Chr. in Babylon kodifiziert. Ist teils hebräisch, teils aramäisch geschrieben. Enthält neben Kommentaren zum Bibelgesetz auch Legenden, Parabeln, Sagen, Erbauliches etc. Das Ritualgesetz der Juden basiert auf dem Talmud. In Osteuropa pflegten alle Knaben etwa vom achten Jahr an den Talmud im Originaltext zu studieren.

Tannaim. Die Gesetzeslehrer des Talmud vom 1. bis 3. nachchr. Jahrhundert.

Thora. Wörtlich Lehre. See. die fünf Bücher Mose. Thora-Rolle: In der Synagoge wird der Text der Thora aus handgeschriebenen Pergamentrollen vorgelesen.

Trefe. Wörtl. das Gerissene. Gemeint: das gerissene Tier, das, neben vielem andern, nicht gegessen werden darf. Sec. alles, was man nach dem Ritualgesetz nicht essen oder berühren darf.

Zaddik, pl. Zaddikim: Gerecht, heilig, auch substantivisch der Gerechte, der Heilige. Hauptwort: Zaddikut: Heiligkeit, auch Tätigkeit des Wunderrabbi. Zaddik ist im jüdischen Osten die feste Benennung für den chassidischen Wunderrabbi.

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