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Sagen der Chassidim

Alexander Eliasberg: Sagen der Chassidim - Kapitel 39
Quellenangabe
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typelegend
authorVerschiedene
titleSagen der Chassidim
publisherVerlag Ullstein GmbH
seriesUllstein Buch
volume2781
editorAlexander Eliasberg
year1970
firstpub1970
translatorAlexander Eliasberg
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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39. Rasche Reise nach Wien

Der heilige Rabbi Lejb Sores kam einmal für sechs Wochen in die Stadt Buntusch bei Mohilew in Rußland. Er war ständig auf der Wanderung. In Buntusch wohnte er bei einem sehr reichen Pächter. Als die Stadtleute seine Gottesfurcht sahen, gewannen sie große Achtung vor ihm.

An einem Freitagnachmittag, als Rabbi Lejb aus dem Bade nach Hause gekommen war, bat er den Pächter, er möchte für ihn einen Wagen einspannen lassen und ihm seinen Diener mitgeben, denn er wolle ins freie Feld hinausfahren. Der Pächter tat so und befahl seinem Diener, den Rabbi zu fahren, wohin dieser verlangen würde. Und als sie aus der Stadt herausgefahren waren, schien es dem Diener plötzlich, als ob sie durch die Luft flögen, und er sah unten Städte und Dörfer. So fuhren sie zwei Stunden. Endlich kamen sie in eine große Stadt, der Rabbi stieg vom Wagen und befahl dem Diener, auf ihn zu warten. Der Diener stand wie ein Verrückter da und wußte nicht, wo er war: ob unter Menschen oder unter Geistern. Als er einen Juden vorbeigehen sah, fragte er ihn nach dem Namen der Stadt. Und der Jude antwortete ihm: »Das ist die kaiserliche Stadt Wien.« Bald kam Rabbi Lejb Sores zurück und befahl dem Diener, wieder zurückzufahren. Als sie aus der Stadt herausgekommen waren, ging die Reise wieder sehr schnell, und bald kehrten sie in die Stadt Buntusch zurück, aus der sie herausgefahren waren.

Der Diener erzählte von der wunderlichen Reise seinem Herrn, dieser wollte aber daran nicht glauben. Am nächsten Freitag bat der Rabbi den Hausherrn wieder, er möchte seinem Diener erlauben, ihm den Wagen einzuspannen und ihn zu begleiten. Der Hausherr erlaubte es und gab dem Diener Geld, damit er ihm in Wien ein Taschenmesser kaufe; er solle aber die Rechnung vom Händler mitbringen. Sie fuhren ebenso wie am vergangenen Freitag und kamen nach Wien. Der Diener ging sofort in einen Laden, kaufte ein Taschenmesser und ließ sich vom Verkäufer eine Rechnung ausstellen. Und wie sie wieder heimkamen, übergab der Diener seinem Herrn das Messer und die Rechnung, und dieser wunderte sich darob sehr.

Der Hausherr wandte sich an den Rabbi und fragte ihn danach. Und der Rabbi antwortete: »Alles, was der Diener erzählt, ist wahr. Ich kenne wirklich einen sehr kurzen Weg nach Wien und fahre jeden Freitagnachmittag wegen einer gewissen Sache hin, die ich dort zu besorgen habe.«

Am dritten Freitag bat ein Schwiegersohn des Hausherrn den Rabbi, er möchte auch ihn mitnehmen. Und sie fuhren zu dritt ab. Wie sie nach Wien kamen, sagte der Rabbi zum Schwiegersohn des Hausherrn, er möchte auf ihn beim Wagen warten. Der Schwiegersohn gehorchte aber nicht und ging dem Rabbi nach. Der junge Mann geriet in große Lebensgefahr. Der Rabbi merkte aber, daß er ihm folgte, und befahl ihm, er solle sich an seinem Gürtel festhalten. Der junge Mann tat so und entronn der Gefahr. Und der Rabbi zeigte dort große Wunder und Zeichen.

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