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Sagen aus Westfalen

: Sagen aus Westfalen - Kapitel 43
Quellenangabe
titleSagen aus Westfalen
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Geistersagen aus Lippe

Wie ein über 80 Jahre alter Mann mitteilte ist (seiner Ansicht nach) die älteste Sage im ganzen Lande die von einem Geiste in dem Dorfe Mosebeck (zwischen Detmold und Blomberg). Die Einwohner in dortiger Gegend glauben noch heute fest an diese Sage:

Auf dem Spruteschen Hofe in Mosebeck war eine zweite junge Frau eingezogen, die aber in jeder Nacht von einem Geiste belästigt wurde, so daß sie keine Ruhe hatte. Auf Anraten der nahen Verwandten wurde beschlossen, einen Pater aus Paderborn kommen zu lassen, damit dieser den Geist bespreche, aus dem Hause treibe und in den Brockhauser Mühlenteich banne. Zu diesem Zweck wurde ein großer Leiterwagen rückwärts auf die Diele geschoben; dann wurden die Pferde vorgespannt. Der Pater setzte sich auf den Wagen, betete und betete und beschwor den Geist, der auf dem Boden (Balken) war, herunterzukommen und sich auf den Wagen zu setzen. Der Geist blickte durch die Bodenluke und weigerte sich herabzusteigen; allein der Pater ließ nicht nach mit Beten, und der Geist bequemte sich zuletzt, kam herab und setzte sich hinten auf den Wagen. Dem Knechte, der die Pferde mit Mühe und Not hielt, war vorher verboten worden, sich umzusehen, allein er konnte seine Neugier nicht beherrschen. Er sah sich nach dem Geiste um, jedoch im nächsten Augenblick hatte sich dieser schon auf den armen Kutscher geworfen und sich festgeklammert. Der Pater hatte jetzt seine ganze Macht anzuwenden, um durch sein Beten und Besprechen den Geist wieder von dem Knecht loszubekommen. Endlich setzte sich der Geist wieder auf den Wagen; er wurde zum Brockhauser Mühlenteiche gefahren und hineingebannt.

Die Bewohner der Gegend glauben noch immer, daß der Geist in dem Mühlenteiche verborgen sei und das dabei liegende Brockhauser Holz unsicher mache. »Als ich vor ungefähr 30 Jahren«, so erzählte mein Gewährsmann, »meinen Schwager in Cappel besuchte, begleitete dieser mich bis zum Kruge in Mosebeck, wo wir uns nach einem kleinen Trunke trennten; es konnten wohl gegen elf Uhr nachts sein. Der Wirt Tegeler fragte mich ganz erstaunt, ob ich denn durch das Brockerholz heimgehen wollte, und als ich das bejahte, erklärte er, ihm könne einer hundert Taler geben, er ging in der Nacht nicht durch das Holz, denn da sei es ganz gewiß nicht richtig. «

 


 

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