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Sagen aus Westfalen

: Sagen aus Westfalen - Kapitel 12
Quellenangabe
titleSagen aus Westfalen
typelegend
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modified20170929
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Magd holt Feuer

Eine Magd, die in einem Hause auf dem Markte in der Stadt Münster diente, wurde einstmals in der Nacht wach. Und weil der Mond so hell schien, meinte sie, es sei schon Zeit, aufzustehen und Feuer zu machen. Sie ging also in ein Haus unter dem Bogen, um Kohlen zu holen. Sie fand dort die Haustüre weit offen und ging in die Stube. Da saßen um den Tisch viele Männer in ganz alter Kleidung und großen Perücken, die spielten Karten und sahen sie ganz böse an. Das Mädchen dachte aber davon nichts Arges, nahm die Kohlen und ging fort. Als sie nun aber aus dem Hause war, da war ihr das Feuer schon wieder ausgegangen, und sie ging wieder in dasselbe Haus, um anderes zu holen. Als sie nun in der Stube war, wo die Männer saßen, sprach einer zu ihr: »Was störst du unsere Ruh! Diesmal magst du noch Feuer nehmen! Kommst du aber zum drittenmal, so brechen wir dir den Hals!« Das Mädchen nahm also eilig das Feuer und lief nach Haus.

Als sie nun in die Haustüre trat, schlug die Glocke eins, und sie sah, daß es nicht mit rechten Dingen zugegangen, warf die Kohlen auf den Herd und ging wieder zu Bette. Am andern Morgen suchte sie nach den Kohlen, aber die waren lauter Goldgeld geworden. Bei näherer Untersuchung haben sich in dem Hause, wo die Männer gewesen sind, große vergrabene Schätze gefunden, wodurch diese Leute darum ganz reich geworden sind.

 


 

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