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Sagen aus Thüringen

: Sagen aus Thüringen - Kapitel 48
Quellenangabe
titleSagen aus Thüringen
typelegend
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Das erschrockene Wichtel von Gössitz

Eine Bauersfrau aus Gössitz an der Saale war eben dabei, auf ihrer Holzwiese im Schlingengrund den letzten Heuschober auszubreiten, als sie zu ihrem Schrecken oben auf dem Schober ein ganz kleines Männchen sitzen sah; das war nicht größer als eine aufrecht sitzende Katze. Das kleine Wesen wandte der Frau den Rücken zu; diese wagte nicht, das Männchen anzureden, sondern zupfte vorsichtig von hinten mit dem Rechen etwas Heu unten vom Schober weg, dann streifte sie immer mehr Halme heraus und tat das so lange, bis der ganze Schober endlich zusammenbrach und das Männchen mit einem Schrei herunterpurzelte. Da kam aus dem Gehölz ein ganzer Haufe von ebensolchen Männchen herausgelaufen, die mit drohender Miene fragten:

»Sag an, sag an,
Eckele, hat sie dir was angetan?«

Das Wichtel aber krabbelte mühsam aus dem Heuhaufen hervor und schaute verwundert den eingestürzten Schober an. Dann schüttelte es den Kopf und sagte:

»Ei, ei!
Das Ding fiel nur so ein.
Ich purzelte hinterdrein,
Da möchte eins nicht schrei'n.

Ei, ei!
Es ist mir lieb,
Daß ich nicht drunter steckenblieb.«

Und dann lief das Männlein, was es nur laufen konnte, mit seinen Kameraden in den Wald hinein, ohne auf die Bauersfrau weiter zu achten, die lächelnd der hüpfenden Schar nachblickte und dann ruhig mit ihrer Arbeit fortfuhr.

 


 

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