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Sagen aus Thüringen

: Sagen aus Thüringen - Kapitel 28
Quellenangabe
titleSagen aus Thüringen
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Feuerreiter

Alss eine furchtbare Feuersbrunst den ganzen obern Teil Sangerhausens von dem Brandraine an bis zum Hause des Bürgermeisters Kaiser in Asche legte, sprengte ein Reiter auf weißem Roß herbei. Indem er dunkle Sprüche murmelte und seltsame Zeichen beschrieb, umritt er ein unscheinbares Häuschen. Dieses allein blieb stehen, während alle andern ringsum von den Flammen verzehrt wurden. – Der alte dreißigste Herr von Gera, der sich mit Eifer und Geschick des Feuerlöschwesens annahm, galt als einer, der das Feuer durch Umreiten zu ersticken vermochte. An vielen Orten mag ihm das wohl geglückt sein, und auch im Jahre 17 8o, als Gera in Flammen stand, will man ihn gesehen haben, wie er hoch zu Roß, einen Diener hinter sich, in rasender Eile die Stadt umjagte. Aber diesmal war sein Wagestück umsonst; denn das Feuer war verflucht. Die Frau, die es beim Ausräuchern eines Schweinestalles entzündet hatte, soll nämlich dem ins Stroh fallenden Funken nachgerufen haben: »Ei, du verfluchter Funke!«

In Bieblach dagegen hat er helfen können. Da zeigte man an Karchs Haus noch lange die Erinnerungssäule, bis zu der das Feuer schon gekommen war, bevor er es durch seinen Umritt erstickte. Danach hat er sich freilich eiligst davonmachen müssen; denn es schnob alsbald hinter ihm her, und erst hinter dem nächsten Wasser war er in

 


 

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