Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 91
Quellenangabe
titleSagen aus Schwaben
typelegend
created20020117
senderhille@abc.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Der erlöste Geist

Nach dem Tode eines Schapbacher Hofbauern ließ sich nachts in seinem Bergwalde ein Licht sehen. Es schwebte an einem Grenzstein hin und her. Einmal ging ein Metzger, der nicht mehr ganz nüchtern war, mit einem Kalb spät an dem Berg vorüber, und als er das Licht sah, rief er ihm zu: »Komm herunter und leuchte mir, da droben hilfst du mir nichts!« Augenblicklich war das Licht bei ihm und brachte ihn und das Kalb im Nu hinauf zu dem Grenzstein. »Drehe den Stein!« sagte das Licht zu dem nüchtern gewordenen Metzger. »Das werde ich nicht können«, erwiderte er, worauf das Licht ihn ermutigte: »Es geht schon, versuche es nur!« Der Metzger legte Hand an den Stein, und zu seiner Überraschung bewegte er sich leicht in eine gewisse Richtung. »So, jetzt bin ich erlöst!« sprach dann das Licht und verschwand. Zu Hause sprach der Metzger über den Vorfall, und es erfolgte eine amtliche Untersuchung. Es stellte sich heraus, daß der Hofbauer zu seinen Lebzeiten dem Grenzstein eine falsche Richtung gegeben und sich dadurch ein Stück des anstoßenden fremden Waldes angeeignet hatte. Es wurde dem rechtmäßigen Eigentümer wieder zurückgegeben.

 


 

 << Kapitel 90  Kapitel 92 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.