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Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 82
Quellenangabe
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Die Felsenkirche

Nicht weit von Oppenau, am Weg nach Allerheiligen, liegt in einer einsamen Waldlichtung ein riesiger Felsen, der die Form einer halbzerfallenen Kirche hat. Tatsächlich sollen hier auch einmal eine Kirche und in der Nähe eine Burg gestanden haben.

Es war um die Zeit, als der Hunnenkönig Attila mit seinen Horden bis an den Rhein vorgedrungen war. Da lebten auf dieser Burg sieben Schwestern in der tiefen Einsamkeit des Waldes. Durch einen Zufall wurde die Burg von einer Schar Hunnen entdeckt. Die Frauen gerieten dadurch in schwere Bedrängnis. Nun führte von der Burg ein unterirdischer Gang zur nahe gelegenen Kirche. Ein getreuer Diener riet den sieben Schwestern, durch diesen Gang in die Kirche zu fliehen. Das geschah auch. Aber ein Knecht bemerkte die Flucht und verriet das Geheimnis den Hunnen. Als diese in die Kirche eindringen wollten, um sich der Frauen zu bemächtigen, fanden sie die eichene Tür fest verriegelt. Die Verfolger fällten im nahen Walde eine Tanne, um mit deren Stamm die Türe aufzusprengen. Als sie wieder zur Kirche zurückkamen, war der Eingang nirgends zu finden. Auch die Fenster waren verschwunden. Wohl stand die Kirche noch an ihrem Platze, war aber in einen mächtigen, undurchdringlichen Fels verwandelt. Aus seinem Innern tönte leise und schauerlich ein Psalmenchor weiblicher Stimmen.

Noch lange danach vernahmen vorübergehende Talbewohner zuweilen in stillen Nächten liebliche Gesänge, die aus dem Felseninnern zu erklingen schienen.

 


 

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