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Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 29
Quellenangabe
titleSagen aus Schwaben
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Das Silberglöcklein auf der Stuttgarter Stiftkirche

Auf den Höhen um Stuttgart standen einst sieben Burgen. Eine von ihnen hieß die Weißenburg. In dieser wohnte eine Edelfrau. Die hatte sich einst im Walde verirrt und kam nicht mehr heim. Da nahm ihre Tochter ihr sämtliches Silbergeschmeide, brachte es zum Silberschmied und ließ daraus ein silbernes Glöckchen machen. Als es fertig war, hing man es in den höchsten Turm der Burg. Die Tochter läutete es selbst täglich abends um neun Uhr und nachts um zwölf Uhr, damit der Klang von der Mutter gehört werde als Zeichen des Heimwehs der Tochter. Aber die Mutter hörte das Glöcklein nicht und kam nicht wieder, solange das Edelfräulein lebte. Daher setzte die Tochter, nachdem sie viele Jahre gewartet hatte, in ihrem Vermächtnis fest, daß das Glöcklein auf dem Turm der Stuttgarter Stiftskirche ganz oben aufgehängt werde, wenn einmal die Weißenburg nicht mehr stehe. Dazu setzte sie zweihundert Gulden aus für den Mesner, der das Glöcklein zu läuten habe.

Und als sich nach zweihundert Jahren eine Prinzessin im Walde verirrte und an dem Klang des Glöckleins den Weg nach Hause wiederfand, da wurde die Stiftung erneuert, und noch heute klingt des Glöckleins heller Ton über die Stadt.

 


 

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