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Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 172
Quellenangabe
titleSagen aus Schwaben
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Der Müller von Göttelfingen

Der Müller von Göttelfingen im Schwarzwald hatte bei Lebzeiten viele Leute ums Korn betrogen. Zur Strafe dafür wurde ihm die ewige Ruhe im Grabe versagt, er mußte Nacht für Nacht in der Mühle umhergeistern. Während seiner Beerdigung hatte er mit der Zipfelmütze auf dem Kopf und der Pfeife im Mund aus dem Fenster geblickt und seinem Sarg nachgesehen. Später sah man ihn rauchend hinter dem Ofen sitzen.

Um ihn loszuwerden, holten die Leute einen Kapuziner, der ihn bannen sollte. Dieser zog mit Wasser um die in der Stube Anwesenden einen Kreis. PIötzlich hörte man Wagengerassel das Tal herauf und Männerschritte auf der Stiege. Dann erschien der Geist als Pudel. Der Kapuziner wies ihn zur Tür hinaus und befahl ihm, er solle in kleinerer Gestalt wiederkommen. Nun spazierte der Geist als Rabe bei der Tür herein, und schließlich auf des Kapuziners erneuten Befehl verwandelte er sich in einen Käfer. Auf diese Weise konnte der Mönch den Geist in eine Schachtel bannen und forttragen.

Der Geist flehte, man möge ihn wenigstens an eine Stelle bringen, von wo aus er die Mühle sehen könne. Darum steckte ihn der Kapuziner unter einen Felsen in der nahen Schlucht. Später brach man aus diesem Felsen Steine, wodurch der Geist wieder frei wurde. Nunmehr spukte er aufs neue in der Mühle, bis ihn der Kapuziner endgültig hinausbannte.

Seit dieser Zeit, so erzähle die Sage, fand der Müller von Göttelfingen Ruhe in seiner Grabstätte.

 


 

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