Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 145
Quellenangabe
titleSagen aus Schwaben
typelegend
created20020117
senderhille@abc.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Der Geist der Gunzoburg

In der Oberstadt Überlingens, dem sogenannten Dorf, steht ein altes Haus, das die Burg heißt. Hier soll der Alemannenherzog Gunzo gewohnt haben. Eine Inschrift im Torbogen des Hauses lautet: »In dieser Burg residierte im Jahre 641 Gunzo, Herzog von Schwaben und Alemanien.«

In früheren Zeiten erschien den Hausbewohnern bisweilen ein großer, über sechs Fuß hoher schwarzer Ritter mit geschlossenem Visier. Er kam plötzlich und verschwand ebenso wieder. Er begegnete auch manchen Leuten hinter dem Haus im Burggäßchen, verfolgte sie und warf sie in den Stadtgraben hinab. Als aber unter die Dachtraufe an der unteren Hausecke gegen das Gäßchen zu ein Kreuz unter einen Haufen Ziegelsteine gelegt worden war, konnte der Geist nicht mehr herunterkommen. Im Hause jedoch zeigte er sich noch von Zeit zu Zeit, So kam er abends einmal in das Zimmer, wo die Frau des Hausherrn bereits im Bette lag. Die Tür öffnete sich geräuschlos, ein gewaltiger schwarzer Ritter mit unkenntlichem Gesicht trat herein, in der Hand ein Kohlengefäß, aus dem die Feuerfunken sprühten. Nachdem er im Zimmer umhergegangen war, beugte er sich über das Bett und schüttete das Becken über dem Bett aus, so daß die glühenden Kohlen auf die Bettdecke fielen und dort liegen blieben. Sie richteten jedoch nicht den geringsten Schaden an. Die Frau aber gebar bald darauf ein Kind mit schwarzen Brandmälern.

 


 

 << Kapitel 144  Kapitel 146 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.