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Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 135
Quellenangabe
titleSagen aus Schwaben
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Der schwäbische Riese Einheer

Zu Zeiten Karls des Großen lebte ein gewaltiger Riese, der unter dem Kaiser zu Pferd diente und Einheer hieß, weil er allein soviel Kraft hatte und soviel vermochte, wie ein ganzes Heer. Dieser Riese stammte aus dem Thurgau, einem Landstrich am Bodensee, der ehedem zu Schwaben gehörte. Er watete durch alle Flüsse, ohne eine Brücke zu benutzen, zu Fuß und zog sein Roß hinter sich her. Wenn das ihm nicht durchs Wasser folgen wollte, dann sagte er wohl im Scherz. »So wahr mir Gott helfe, Gesell, du mußt mir folgen auch wider deinen Willen.« In den Kriegen Karls des Großen gegen die Wenden und Hunnen mähte der Riese Einheer mit seinem Degen die Feinde wie Gras nieder, hing sie an seinen Spieß und trug sie wie kleine Vögel auf der Leimrute auf seiner Schulter. Und wenn ihn dann, als er heimkehrte, die Leute nach ihrer Gewohnheit fragten, was die Feinde doch für Leute seien und was man im Krieg gegen sie ausgerichtet habe, so sagte er voll Unwillen: »Was soll ich von den Fröschlein sagen? Ich habe ihrer oft sieben, bisweilen auch mehr an meinen Spieß wie an einen Bratspieß gesteckt und auf der Achsel getragen, daß sie quakten, ich weiß nicht wie. Es war nicht der Mühe wert, daß unser Kaiser mit so großen Unkosten wider solche Würmlein einen Feldzug unternahm. Man hätte das viel leichter und billiger ausmachen können.«

 


 

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