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Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 125
Quellenangabe
titleSagen aus Schwaben
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Versetzter Grenzstein

Vor vielen Jahren lebte in Kandern ein Mann, der trotz seines Reichtums so geizig war, daß er vor Unrecht nicht zurückschreckte. Er begab sich daher einmal mitten in der Nacht auf seinen Acker und fing an, einen Grenzstein auszugraben, um ihn in ungesetzlicher Weise zu versetzen. Er hatte ein weißes Hündchen bei sich, das dieses Unrecht nicht dulden wollte und in einem fort dagegen bellte. Aber der Mann kümmerte sich nicht darum, sondern setzte den Stein, nachdem er ihn herausgegraben hatte, eine schöne Strecke weit in des Nachbarn Feld hinein. Nach einigen Tagen und weil er noch nicht genug hatte, ging er abermals um Mitternacht an die Stelle, wo jetzt der Grenzstein stand. Dort traf er einen grauen Hund, dessen Gebell ihn nicht abschreckte, grub den Stein aus und versetzte ihn noch weiter in den fremden Acker. Als er zum dritten Male den Stein versetzen wollte, bellte ihn ein schwarzer Hund an und zerriß ihn in tausend Stücke, nachdem er angefangen hatte, den Stein auszugraben.

Als Gespenst muß der Mann nun um Mitternacht auf dem Acker umgehen. Dabei trägt er den schweren Grenzstein umher und ruft:

Wo leg ich ihn hin
mir zum Gewinn?

Viele Jahre war er so auf dem Acker erschienen, als einst ein Betrunkener des Weges kam und auf des Geistes Ruf antwortete: »Ei, leg ihn hin, woher du ihn genommen hast!« Da setzte das Gespenst den Stein auf den ursprünglichen Platz und war erlöst.

 


 

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