Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Sagen aus Schwaben

: Sagen aus Schwaben - Kapitel 11
Quellenangabe
titleSagen aus Schwaben
typelegend
created20020117
senderhille@abc.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Klapperhannes

Im Schulhaus zu Urspringen in Baden waren einst in die Nacht hinein junge Leute beim Pfänderspiel versammelt. Einem Mädchen ward aufgegeben, allein in das Beinhaus des nahen Kirchhofes zu gehen und aus dem Hühnerneste dort die Eier zu holen. Das Mädchen weigerte sich aber, weil sie sich vor dem Klapperhannes fürchtete. Das war das Gerippe eines Mannes, der einst Johannes geheißen hatte. Weil sein Gerippe im Winde immer so klapperte, hieß er Klapperhannes. Schließlich machte sich ein Bursche anheischig, an Stelle des Mädchens das Pfand zu lösen. »Mir tut der Klapperhannes nichts, ich bin sein Pate«, sagte er spöttisch. Er ging also ins Beinhaus und holte die Eier. Als er damit fort wollte, hängte sich das Gerippe ihm auf den Rücken und ließ sich von ihm bis vor den Kirchhof tragen. Dort sagte es: »Wärest du nicht mein Patenkind, so hätte ich dir für deinen Frevel den Hals gebrochen. So aber trage mich ins Beinhaus zurück und laß sechs heilige Messen für mich lesen.« Der Bursche brachte das Gerippe in das Beinhaus zurück. Kaum hatte er es abgesetzt, zerfiel es in Asche. Nachher ließ er die sechs Messen lesen und erlöste dadurch seinen Paten.

 


 

 << Kapitel 10  Kapitel 12 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.