Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Sagen aus Schleswig-Holstein

: Sagen aus Schleswig-Holstein - Kapitel 72
Quellenangabe
titleSagen aus Schleswig-Holstein
typelegend
created20020117
senderhille@abc.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Der Goldkeller im Laböer Berge

An einem Ostermorgen, als eben die Frühlingssonne freundlich schien, ging eine Frau aus Laböe mit ihrem Kinde auf dem Arm hinaus ins Freie, und wie sie so wandelt und endlich an den Wunderberg kommt, findet sie diesen offen stehen. Ein heller Schein leuchtete ihr entgegen und als sie hineintrat, fand sie da Haufen Goldes und Silbers liegen. Da setzte sie ihr Kind auf einen großen Tisch, der in der Mitte stand, und gab ihm die drei roten Äpfel zum Spielen, die darauf lagen; sie selber füllte ihre Schürze schnell mit Gold und eilte dann hinaus. Sogleich aber merkte sie, daß sie in der Hast ihr Kind vergessen habe. Umsonst klagt und weint sie nun und geht wohl hundertmal um den Berg herum; der Eingang war nirgends mehr zu finden. Gern hätte sie all ihr Gold und Silber drum zegeben, wenn sie ihr Kind wiedergehabt. – Als aber wieder die Zeit der Ostern kam und es um die Kirchzeit war, ging die Frau wieder zum Berge, und worauf sie das ganze Jahr gehofft hatte, war erfüllt. Der Berg stand offen, und wieder funkelten die Schätze. Sie aber sah sich nicht nach ihnen um, sondern eilte hinein und fand ihr Kind noch auf dem Tische sitzen, wie sie es gelassen hatte, mit den Äpfeln munter spielend. Lächelnd streckte es seine Arme der Mutter entgegen; sie ergriff es rasch und eilte hinaus; aber kaum traf der erste Sonnenstrahl das Kind, so verschied es in ihren Armen.

 


 

 << Kapitel 71  Kapitel 73 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.