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Sagen aus Schleswig-Holstein

: Sagen aus Schleswig-Holstein - Kapitel 100
Quellenangabe
titleSagen aus Schleswig-Holstein
typelegend
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Der unerfahrene Teufel

Der Teufel hat auf Erden oft allerhand ausprobiert. Einmal bekam er Lust, das Zimmerhandwerk zu lernen, und begab sich zu einem Zimmermeister in die Lehre. Er verstand es aber gar nicht, mit dem Handwerkszeug umzugehen. Zuletzt fiel ihm die Queraxt in die Hand, die an beiden Seiten scharf ist. Damit gings dem Teufel aber schlecht. Denn als er einen Balken behauen wollte und die Axt in die Höhe hob, traf er mit der Schneide seine Stirn so, daß er einen blutigen Streifen davontrug.

»Wir drehen das Ding einfach um«, meinte er knurrend, und kehrte die Axt. Aber als er den zweiten Hieb tat, stand ihm ein blutiges Kreuz auf der Stirn. »Das verwünschte Kreuz«, schrie er wütend, »immer bringt es mir Unglück. Da hast du deine Axt«, fuhr er den Zimmermann an, legte das Werkzeug hin, und der Teufel kam nie mehr in die Werkstatt.

Die Flinte kannte der Teufel früher auch nicht. Da begegnete er einst im Wald einem Wildschützen, der das Gewehr umgehängt hatte.

»Was ist das?« fragte er den Schützen.

»Meine Tabaksdose«, grinste der Mann.

»Laß mich auch eine Prise nehmen«, bat der Teufel.

Der Schütze hielt ihm den Lauf unter die Nase und drückte los. Erschrocken fuhr der Teufel zurück.

»Du hast aber einen scharfen Tabak«, meinte er kopfschüttelnd und machte sich fort. Er soll keine Prise mehr aus einer ähnlichen Dose verlangt haben.

 


 

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