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Sagen aus Schleswig-Holstein

: Sagen aus Schleswig-Holstein - Peter Swyn
Quellenangabe
typelegend
booktitleDas groe Deutsche Sagenbuch
note0058
editorHeinz Rlleke
isbn3-491-96027-4
publisherAlbatros-Verlag
year2001
created20020117
titlePeter Swyn
senderhille@abc.de
authorberlieferung
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Peter Swyn

1.

In dem Kriege des Jahres 1500 machten die Dithmarschen große Beute. Zu keiner Zeit waren die Holsten mit so viel Kleinoden und Edelsteinen geschmückt und in so prächtigen Kleidern und kostbaren Rüstungen in den Krieg gezogen. So kriegten die Dithmarschen so viel Geld und Gut, als sie nie zuvor begehrt noch gewünscht hatten, also daß sie nicht groß darauf achteten, noch es ordentlich probieren ließen. Güldene Ketten, dieweil sie schwarz geworden waren, hielt man für Eisen und legte die Hunde daran, bis man sie erst beim Abschleißen erkannte.

Aus der Beute hatte Peter Swyn in Lunden, einer der achtundvierzig Regenten des Landes, ein kostbares sammetnes Wams gewonnen. Damit erschien er auf einem Fürstentage in Itzehoe und trug dabei ein paar weiße Webbeshosen. Ihn begleitete junge Johanns Detlef; beide waren ein paar beredte scharfsinnige Männer von geschwindem Wort.

Als die holsteinischen Herren den wunderlichen Anzug sahen, lachten sie darüber; aber junge Johanns Detlef sprach alsobald zu ihnen: »Lachet doch nicht; denn wo der Wams geholt ward, hätte man auch wohl die Hosen kriegen können, hätte Ehre und Zucht das nicht gehindert.« Auch erzählt man, man habe Peter Swyn selbst um seine Kleidung gefragt, worauf er geantwortet: »Das sammetne Wams trage ich, dieweil ich ein Landesherr bin; die Webbeshosen aber, weil ich ein Hausmann.«

2.

Peter Swyn, der vornehmste Achtundvierziger zu seiner Zeit, ein Mann fein im Rat und frech in der Tat, brachte es dahin, daß auf den Morgen Land ein Sechsling Schatzung mehr gelegt ward, die vorhin nur ein Schilling gewesen. Deswegen wurden alle Leute auf ihn erbittert und ein ganzes Jahr lang hat er sich in seinem Hause zu Großlehe verborgen gehalten. Eines Tages aber wagte er sich zu seinen Kleiern aufs Feld, setzte sich aber aus Vorsicht zu Pferde. Doch kaum kam er auf den Acker, so sprangen die Kerle aus dem Graben und ermordeten ihn. Der Acker ist der, der zwei Wreden östlich von Lehe an dem Quer- und Gooswege rechter Hand liegt, und wo noch bis auf diesen Tag der große Stein steht, da ist die Stätte.

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