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Sagen aus Schlesien

: Sagen aus Schlesien - Kapitel 30
Quellenangabe
titleSagen aus Schlesien
typelegend
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Vom Eber erwühlt

Im Kriege zwischen Polen und Böhmen vergruben die Glatzer einst ihre Glocke auf den Comturwiesen. Die Zeugen jedoch verstarben und man vergaß die Glocke. Einst hütete nun ein Hirt auf jenen Wiesen und als er eintrieb, blieb ein Schwein auf dem Weideplatz zurück. Es wühlte mit seinem Rüssel in der Erde, als es der Eigentümer am nächsten Tage fand. Man schaute genauer hin und fand in der entstandenen Vertiefung den oberen Teil einer Glocke; freudig hoben die Bürger der Stadt den Fund. Aber kein anderes Zugtier als ein Stier vermochte den Wagen mit der Glocke zur Stadt zurückzubringen. Darum hing man in der Pfarrkirche zu Glatz als Weihegeschenk einen Ochsenkopf auf. In Tharnau bei Grottkau wühlte ein Eber aus dem Kirchhübel eine Glocke und eine Sau half ihm dabei. Darum brummt die Tharnauer Glocke noch heute beim Läuten: Bör (Eber) wühl! Sau findt! Auch die verschwundene Pawonkauer Glocke wühlte ein Borg, als eben der Hirte ein frommes Lied während des Hütens sang, heraus und auch sie klingt noch heute: Wieprz mie wyrot (Der Borg hat mich herausgewühlt).

 


 

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