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Sagen aus Schlesien

: Sagen aus Schlesien - Der betrogene Teufel
Quellenangabe
typelegend
titleDer betrogene Teufel
booktitleSagen aus Deutschland
publisherCarl Ueberreuter
year1953
senderjuergen@redestb.es
authorÜberlieferung
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Der betrogene Teufel

Der Teufel machte sich früher oftmals auf Erden zu schaffen. Entweder suchte er durch Lug und Trug eine arme Seele für sein Höllenreich zu gewinnen oder er hatte sein Vergnügen daran, harmlose Menschen boshafterweise zu übertölpeln und ihnen so an ihrem irdischen Besitz Schaden zu tun. Manchmal allerdings ist der Teufel dabei auch an den Unrechten geraten und hat sich in seiner eigenen Schlinge gefangen.

Einmal ging der Teufel an einem Feld vorbei, auf dem Kartoffeln standen, die gerade in voller Blüte waren. Boshaft wie er war, gedachte der dumme Teufel, ein gutes Geschäft zu machen und den Bauern, dem das Feld gehörte, ein wenig zu begaunern. Er ging also zu ihm und sagte: »Weißt du was? Ich werde dir soundso viel Gulden geben, wenn du mir die Hälfte von deinem Feld überläßt.«

Der Bauer war einverstanden und unterschrieb den Pakt. Der Teufel aber freute sich über die gute Beute, denn er hatte sich nach dem Unterschreiben all das ausbedungen, was über der Erde wuchs, und der Bauer hatte ja gesagt.

Im Herbst machte der Teufel freilich ein langes Gesicht, als er für sich die welken Kartoffelblätter ernten konnte, während der Bauer grinsend die schönen Kartoffeln einheimste. Aber er wollte diesmal klüger sein und schlug dem Bauern einen neuen Vertrag vor. Danach sollte alles ihm gehören, was unter der Erde wachse, der Bauer aber dürfe das nehmen, was über der Erde reife. Der Bauer stimmte zu, säte aber für das kommende Jahr Korn. Als nun die Ernte kam, da hatte der Teufel wieder das Nachsehen. Er durfte die Wurzeln ernten, indes der kluge Bauer das Korn und das Geld einstrich.

Darüber soll sich, der Sage nach, der Gottseibeiuns so grimmig geärgert haben, daß er sich seit dieser Zeit dort nicht mehr blicken ließ.

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