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Sagen aus Schlesien

: Sagen aus Schlesien - Graue Männel
Quellenangabe
typelegend
booktitleDas große Deutsche Sagenbuch
note0402
editorHeinz Rölleke
isbn3-491-96027-4
publisherAlbatros-Verlag
year2001
created20020117
titleGraue Männel
senderhille@abc.de
authorÜberlieferung
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Graue Männel

Überall spuken graue, schwarze und weiße Männel; ja im Lusdorfer Hegewald soll sich sogar ein blaues zeigen. Im Glogauer Dom befindet sich einer Herzogin Grabmal. Zu ihren Füßen zeigt man ein graues Männel; das war ihr früherer Narr. Das graue Männel geht heute noch um. Einmal erschiens dem Küster, da schlug drei Tage später der Blitz in den Dom. Ein andermal zeigte es auch den Brand des Turmes an.

Im Eilauer Dominium begannen, wenn alles ruhig war, auf einmal die Schafe wild durcheinanderzulaufen. Da machte der Schäfer mal Licht und sah ein kleines, graues Männel ohne Kopf, das hinter den Schafen herlief und die geängstigten Tiere hin- und herjagte. Dazu huschten überallhin noch luftige Spukgestalten, welche unheimliche Klagetöne von sich gaben.

An der alten Steinauer Fähre hat das Graumännel den Fährmann oft so gefoppt, daß es den Kahn aufs andre Ufer rief, das Boot beinahe bis zum Versinken belastete oder auch den Verkehr ganz hinderte, indem es den Ruderer stundenlang arbeiten ließ, ohne daß er vom Flecke kam.

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