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Sagen aus Schlesien

: Sagen aus Schlesien - Rübezahl
Quellenangabe
typelegend
booktitleDas große Deutsche Sagenbuch
note0416
editorHeinz Rölleke
isbn3-491-96027-4
publisherAlbatros-Verlag
year2001
created20020117
titleRübezahl
senderhille@abc.de
authorÜberlieferung
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Rübezahl

a) Im böhmischen Riesengebirge zeigte sich, wie schon im Jahre 1597 berichtet wird, nicht selten ein Mönch, den man den Rubezal nannte. Oft ließ er sich in den Bädern sehen, schloß sich Leuten an, die eine Reise durch die Wälder des Gebirges vorhatten, und wenn sie sich fürchteten den Weg zu verfehlen, redete er ihnen gut zu, sie sollten keine Angst haben, er werde sie schon auf dem richtigen Wege durch die Wälder führen. Wenn er sie dann aber irregeführt hatte und sie nicht wußten, wohin sie sich wenden sollten, schwang er sich auf einen Baum und schlug eine gewaltige Lache auf, daß es weithin durch den Wald widerhallte. Dieser Mönch oder Rubezal war der Teufel selber, der unter der angenommenen Gestalt eines Mönches seine Possen trieb.

b) Es war eine Witwe, die hatte zwei Kinder, und weil sie so sehr arm gewesen, ging sie in das Gebirge, um Steinwurzeln zu suchen. Wie sie da fleißig hackte, trat ein Mann zu ihr hin und sprach, er wolle ihr etwas Besseres schenken. Er nahm den Korb und schüttete die Steinwurzeln weg und schüttete Buchenblätter ein. Als sie nach Hause kam, waren die Buchenblätter zu Gold geworden. Da merkte sie, daß es Rübezahl gewesen war.

c) Am Abhange des Brunnberges, der Schneekoppe gegenüber, liegt das Teufelsgärtchen, auch Rübezahls Lust- oder Würzgarten genannt. Dort wächst die Springwurzel, die niemand graben darf.

Einmal kamen vier Wallonen (Walen) zum alten Krebs, der unter dem Gebirge wohnte, und baten ihn, er solle mit ihnen ins Gebirge gehen, er solle dafür haben, was er wolle. Er fragte sie, was sie dort suchen wollten. »Wurzeln und Edelsteine, unter anderem auch die rechte Springwurzel.« Da hat der alte Krebs ihnen zugeredet und sie gewarnt, sie möchten suchen, was sie wollten, aber die Springwurzel sollten sie in Frieden lassen, Rübezahl behalte sich diese vor und keinem gebe er sie, dem er nicht wolle. Da antwortete sie, deswegen eben hätten sie die weite Reise gemacht und sie wollten es wagen auf ihre Verantwortung und Gefahr. Als sie oben angekommen waren, warnte er sie noch einmal treulich, aber sie wollten nicht folgen, sondern einer von ihnen nimmt die Hacke. Aber als er den ersten Hau tut, fällt er stracks nieder, ist kohlschwarz und sofort tot. Die drei anderen erschrecken, lassen ab von ihrem Vorhaben, begraben ihren Gefährten und begnügen sich, mit dem alten Krebs nur noch Edelsteine zu suchen.

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